Schalker Knappenschmiede will beste Akademie der Welt werden

Bodo Menze leitet die Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04.
Bodo Menze leitet die Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04.
Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
Bodo Menze, administativer Leiter der Schalker Nachwuchsabteilung, erläutert die jüngsten Investitionen in Steine und Beine. Das neue kleine Stadion könnte bei optimalem Verlauf in der Saison 2014/15 Spielstätte für die Nachwuchsteams sein.

Gelsenkirchen.. Erfolge im Fußball-Nachwuchsbereich hatten in der abgelaufenen Saison einen Namen: FC Schalke 04. Sowohl A-Junioren wie auch B-Junioren waren in ihren Bundesligen das Maß aller Dinge, und auch die königsblaue U23 mischte in der Regionalliga ganz lange oben mit. Man könnte sich entspannt zurücklehnen und meinen: es läuft.

Bode Menze geht mit seinem Team den Schalker Weg

Davon will Bodo Menze, der administrative Leiter der Schalker Nachwuchsabteilung lieber nichts hören. Getreu dem Motto, ‘Stillstand ist Rückschritt’, meint er mit Blick auf das Vergangene: „Die letzte Saison und ihre Ergebnisse waren sehr in Ordnung, Kompliment an die sportliche Ebene und das Scouting, aber das ist jetzt alles Schnee von gestern.“ Denn nur eine Etappe sei bewältigt zum großen Ziel, was da lautet: „Wir wollen die beste Akademie der Welt werden!“ Dafür orientiere man sich an der Spitze, ohne zu verraten, wer diese momentan innehätte.

„Für den Erfolg gibt es kein Geheimnis“, sagt der 60-Jährige, und meint damit: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Und dafür geht Bodo Menze mit seinem Team den Schalker Weg: Gutes Scouting, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, authentisch bleiben. „Spieler bleiben nur“, weiß Menze aus langjähriger Erfahrung, „wenn dies gewährleistet ist, erst dann ist Vertrauen und gegenseitiger Respekt da.“

Da alle Vorhaben auch Geld kosten, sieht sich die Knappenschmiede auf diesem Gebiet zum Glück im Einklang mit der sportlichen Leitung im Profibereich. „Wir schmeißen kein Geld zum Fenster raus, aber was Sinn macht, muss sein“, betont Menze. Und da gibt es natürlich große und kleine Wünsche.

Ganz oben auf der Dringlichkeitsliste steht der Bau des eigenen Nachwuchsstadions auf dem Gelände des ehemaligen Parkstadions. Hier sehen die Verantwortlichen Licht am Ende des Tunnels. Die Planungen laufen auf Hochtouren. „Wir warten sehnsüchtig auf die nächste Rodungs-Periode im Herbst“, so Menze, danach sollen die Bauherren endlich mit dem Umbau beginnen für eine 3000 Mann fassende kleine Tribüne. Und wenn der Winter mitspielt und mehr grün als weiß trägt, könnte es zur Saison 2014/15 wirklich klappen mit dem ersten Anstoß auf dem Rasen. Bodo Menze: „Das ist die optimistische Variante, aber dafür muss alles passen.“ Plan B hieße, vielleicht noch eine Saison länger zu warten, bis das Nomadenleben der U-Mannschaften endlich eine neue feste Heimat hätte.

Schalke hat nicht nur in Beine investiert

Aber es wird nicht nur in Beine investiert, auch in personeller Hinsicht wird alles daran gesetzt, um im Zertifizierungs-Verfahren auf europäischer Ebene den Drei-Sterne-Status mit Leben zu füllen. So hat die Nachwuchsabteilung hauptamtlich mit Dietmar Rainer einen Diplom-Pädagogen, der sich besonders um das Internat kümmert, und mit Dr. Theresa Holst eine Diplom-Psychologin eingestellt. Deren Hauptaufgabengebiet: Mentaltraining, persönliche Leistungsdiagnostik, Individuelle Trainingsprogramme sowie – wenn gewünscht – vertrauliche Einzelgespräche. Man Power hinzugewonnen wurde ferner mit den Torwarttrainern Mathias Schober (U23) und Thorsten Albustin (U17, U19) sowie mit Video-Analyst Jakob Fimpel, gleichzeitig Co-Trainer bei Willi Landgraf. Und Greenkeeper Thorsten Petri hat die beiden Rasenplätze mittlerweile in einen Zustand versetzt, „das sie als Green jeden Golfplatz schmücken würden“ betont Menze. Und dass bei der U16 mit der Einstufung in die Landesliga ein Prozess abgeschlossen wurde, womit 15-Jährige künftig nicht mehr ohne Mannschaft dastehen, soll in der Zukunft ebenfalls Früchte tragen. Für den Erfolg gibt es kein Geheimnis, aber viele Erklärungen.

Fussball

 
 

EURE FAVORITEN