Schalke klettert auf Platz drei

Foto: Thomas Schmidtke

Dorsten..  Man könnte behaupten, die Basketballer des FC Schalke 04 lassen in der 1. Regionalliga nach. Zumindest zahlenmäßig ist das richtig. Eine Woche nach dem 128:63 gegen die DT Ronsdorf zeigten die königsblauen Korbjäger an diesem Samstag im Revierderby beim BSV Wulfen etwas mehr Gnade. Sie begnügten sich bei den so genannten Münsterland Baskets mit einem 120:71-Sieg, unterstrichen dabei aber einmal mehr ihre momentane Top-Form. „Wir haben uns erneut in einen Rausch gespielt“, merkte Schalkes Head-Coach Raphael Wilder sehr zufrieden an.

Sein Wulfener Trainer-Kollege Maik Berger fasste die einseitigen 40 Minuten in der Sporthalle am Wulfener Markt mit krassen Worten zusammen. „Das war kein Klassenunterschied, das war ein Zwei- oder Drei-Klassenunterschied“, meinte der ehemalige Schalker. Der schwache BSV war in allen Belangen unterlegen und lediglich ein Spielball der Gäste aus Gelsenkirchen, sieht man mal von den Anfangsminuten und einem 5:0-Lauf zum Ende des dritten Viertels ab.

Fast zwei Minuten lang lagen die Wulfener im ersten Viertel vorne, vor allem dank Gael Hulsen, einem weiteren ehemaligen Schalker. Aber das zwischenzeitliche 9:6 entpuppte sich als Strohfeuer. Danach zogen die Gäste auf und davon. Nach dem ersten Viertel waren sie 15 vor, nach dem zweiten 24, nach dem dritten 35 und am Ende 49. Sie bauten den Vorsprung also kontinuierlich aus. Das obligatorische schwache Viertel? Es blieb wie schon gegen die DT Ronsdorf aus. Auch zum Schluss, als Raphael Wilder vornehmlich seine zweite Garde auf das Feld schickte, bekamen die Wulfener keine Schnitte.

Beeindruckend: das Liga-Debüt von Nikita Kharchenkov. Nach einem misslungenen Freiwurf skandierten die Wulfener unter den 400 Zuschauern „Erste Liga, keiner weiß warum“, aber wenn sie im Laufe der Partie hin und wieder genau hingeschaut haben sollten, werden sie festgestellt haben, dass der ehemalige deutsche A2-Nationalspieler nicht ohne Grund zu Beginn der Saison im BBL-Kader von Phoenix Hagen stand. Faszinierend seine Leichtigkeit im Umgang mit dem Ball und seine Ruhe im Abschluss. Oder wie es Raphael Wilder auf den Punkt bringt: „Er kann einfach Basketball spielen.“

Nikita Kharchenkov brachte es in nicht einmal 22 Einsatz-Minuten auf 20 Punkte. Aber nicht nur bei ihm klappte zeitweise nahezu alles. Thomas Szewczyk, Trevin Parks, Michael Akyapong und er hatten aus dem Feld kaum Fehlwürfe. Selbst die Dreier landeten in der zweiten Halbzeit fast ausnahmslos im Korb. Zehn Versuche, acht Treffer - diese Quote nötigte selbst Raphael Wilder höchsten Respekt ab. „Wenn so etwas gelingt, kann man nicht viel falsch gemacht haben“, meinte der 61-Jährige.

Sehr zufrieden konnte er auch mit der Defensive sein. „Wir haben die Dreier-Schützen der Wulfener nicht ins Spiel kommen lassen und auch Chris Brown ausgeschaltet“, betonte Schalkes Trainer. Chris Brown hatte zum Schluss zwar immerhin 16 Punkte auf seinem Konto, aber auf Schalke hatte man ihn einst bedeutend stärker gesehen. Auch Philip Günther scheint im Aufbau seine besten Tage hinter sich zu haben. Er traf nur fünfmal.

Die Schalker Basketballer könnten ihre besten Tage dieser Saison hingegen noch vor sich haben. Nach der überraschenden Niederlage von Münster in Düsseldorf und dem Kölner Sieg im Top-Hit gegen Grevenbroich sind die Königsblauen auf Rang drei vorgerückt. Sie liegen nur noch einen Sieg hinter Köln und Münster, haben allerdings zudem in den direkten Duellen das Nachsehen. „Wenn die Kölner am nächsten Spieltag in Münster gewinnen, sind sie durch“, sagt Raphael Wilder und dämpft aufkommende Euphorie. „Dann hält sie keiner mehr auf. Auch wir nicht.“

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