Schalke 04 unterliegt bei den Elephants Grevenbroich

Trevin Parks (Schalke) setzt sich gegen Davon Roberts (l.) und Farid Sadek durch.
Trevin Parks (Schalke) setzt sich gegen Davon Roberts (l.) und Farid Sadek durch.
Foto: Felix Hoffmann

Grevenbroich..  Der Gegner hatte das Spitzenspiel der 1. Regionalliga schon im Vorfeld mit einer ganzen Tirade an Verbalattacken zur Zirkusvorstellung gemacht. Eine Unsportlichkeit, die unbestraft blieb: Die Grevenbroicher Elefanten ließen sich als Stars des Abends feiern, dem FC Schalke 04 blieb nur die Rolle des traurigen Clowns. Das Team von Raphael Wilder kassierte die bislang bitterste Saisonniederlage. Grevenbroich gewann vor knapp 700 Zuschauern hoch verdient mit 88:66.

Schalke-Coach Raphael Wilder suchte nach Spielende keine Ausflüchte, aber den schnellsten Weg zum Ausgang. Dem Handschlag mit seinem Grevenbroicher Trainerkollegen Hartmut Oehmen ging er wie angekündigt aus dem Weg. Wilder und seine Spieler bildeten für einige Sekunden den obligatorischen Mannschaftskreis, verschwanden dann kommentarlos im Umkleidetrakt der Sporthalle. In den Muskeln schmerzte die Anstrengung, in den Köpfen die Niederlage. Zum dritten Mal hatte Schalke in dieser Saison als Verlierer das Spielfeld verlassen. Aber so weh hatte das noch nie getan.

„Das Ergebnis geht voll in Ordnung, auch in der Höhe“, erklärte Wilder dann am Sonntag mit einigen Stunden Abstand zum Spiel. Schalkes Trainer attestierte Grevenbroichs Mannschaft eine Leistung, die in allen Bereichen überlegen gewesen sei. „Wir sind immer einen Schritt zu spät gekommen, haben die nötige Aggressivität vermissen lassen“, erklärte Wilder. Große Vorwürfe wollte er seiner Mannschaft aber nicht machen. Die habe alles abgerufen, was derzeit möglich sei. „Hinter uns liegen zwei Wochen, in denen sich gleich drei Leistungsträger verletzt haben. Sie konnten kaum trainieren. Das macht sich bemerkbar, wenn man auf einen so starken Gegner trifft“, sagte Wilder.

Den Knackpunkt des Spiels sah Wilder schon im ersten Viertel (28:12). „Grevenbroich hat uns schon in den ersten zehn Minuten kaputt gemacht“, erklärte der Trainer. Sein Team war nach einem 0:4-Start zwar einmal mit 5:4 in Führung gegangen und lag ein weiteres Mal beim Stand von 12:11 vorn, doch das war es dann auch schon. In der Folge liefen die Schalker einem wie entfesselt spielenden Gegner nur noch hinterher. Grevenbroich legte einen 15:0-Run hin, dominierte dabei das Spiel unter beiden Körben und neutralisierte Schalkes Stärken. Darüber hinaus hatte Grevenbroich in den großen Momenten auch das nötige Glück.

Beispielsweise zum Ende des ersten Viertels, als Marvin Kruchen das Publikum zum Toben brachte. Die leicht übergewichtige Naturgewalt erzielte einen Buzzer Beater der Extraklasse. Kruchens Wurf aus der Hüfte flog über das halbe Spielfeld in den Schalker Korb. Grevenbroichs Center feierte mit dem Publikum, trommelte sich wild gestikulierend vor die Brust. Ein mitreißender Moment, von dem Grevenbroich noch bis Spielende zehrte.

Aufgegeben hatte sich Schalke noch nicht. Im zweiten Viertel, das Schalke knapp mit 28:24 gewann, kamen die Königsblauen in der 15. Minute bis auf neun Punkte heran (27:36), vergaben dann aber weitere gute Möglichkeiten. Grevenbroich, angeführt von einem überragenden Dainius Zvinklys (28 Punkte), ging mit einer 52:40-Halbzeitführung in die Pause und kam mit der gleichen Energie zurück auf das Spielfeld.

Die Führung der Gastgeber wuchs im dritten Spielabschnitt auf 17 Punkte an (67:50). Die letzte Schalker Hoffnung zerschlug sich nach einem 10:0-Lauf im Schlussviertel. Grevenbroich konterte und nahm dem FC Schalke, der noch einmal auf 61:73 verkürzt hatte, mit cleverem Spiel den Wind aus den Segeln.

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