Ruder-Begeisterung packt die Gesamtschüler

Jakob Helfer aus der Sieger-Klasse 6/5.
Jakob Helfer aus der Sieger-Klasse 6/5.

Erle.. Gesamtschule Berger Feld: Fußball und fertig – denken viele. Aber es ist nicht nur so. Längst nicht mehr. Obwohl einer wie Julian Draxler noch ein Teil dieser Bildungseinrichtung ist und einige Ehemalige, deren Bilder in den Gängen hängen, längst Nationalspieler sind. „Der Fußball hat als Vorreiter Strukturen gelegt, die wir sehr gut nutzen können“, sagt Jochen Wittor, der kein Fußball-Lehrer ist. Er ist Ruder-Lehrer und seit Schulbeginn als Sport-Lehrer an der Gesamtschule. Parallel, und das ist für die Kooperation sehr wichtig, arbeitet er als Trainer beim Ruderverein Gelsenkirchen.

Die erste große Ruder-Begeisterung an der Schule jedenfalls ist längst ausgelöst. So haben die Fünft-, die Sechst- und die Siebtklässler am Wettbewerb „Deutschland sucht die schnellste Klasse im Ergometer-Rudern“ teilgenommen, der vom Deutschen Ruder-Verband ausgerichtet worden ist und auch ausgewertet wird. Was da los war, verrät ein Video: Es zeigt Carlos Eduardo Gómez aus der Klasse 5/6, der bei seinem 250-Meter-Programm von seinen Klassenkameradinnen und Klassenkameraden angefeuert wird – laut, lauter, wahrscheinlich sogar am lautesten. „Ich habe“, sagt Jochen Wittor, „hinterher so ein Ohrensausen gehabt.“

Deutlicher Abstand

Und beim Blick auf die Ergebnisse hat der 40-Jährige dann auch gesehen, dass die Klasse 6/5 für ein außergewöhnliches Ergebnis gesorgt hat, und zwar 8:08,1 Minuten in der Summe. Bester Ruderer dieser Sieger-Klasse war übrigens Jan Zeiß in 53,5 Sekunden. Zum Vergleich: Die beste fünfte Klasse (5/6) kam auf 8:38,7 Minuten und die beste siebte (7/6) – nur drei von sechs waren am Start – auf 8:27,5 Minuten. „Das ist schon ein enormer Abstand“, sagt Jochen Wittor und spricht den acht Ruderinnen und Ruderer der 6/5 ein Sonderlob aus. „Sehr, sehr gut.“

Klar: Ziel solcher Aktionen ist es nicht nur, gute Schul-Ruderer zu formen, sondern auch gute Vereins-Ruderer. „Ich habe sie alle auf dem Ergometer beobachten können und auch schon einige rausgezogen“, sagt Jochen Wittor. „Es ist ein großer Vorteil, dass ich alle jeden Tag sehe.“ Und so ist es kein Wunder, dass der Lehrer und Trainer bislang von einer komplett gelungenen Kooperation zwischen der Gesamtschule Berger Feld und dem Ruderverein Gelsenkirchen spricht. „Wir haben schon eine Menge erreicht“, sagt er.

Dass die Gesamtschule Berger Feld seit ein paar Wochen und Monaten mehr und mehr rudert, hat sich herumgesprochen. „Es scheint auch von anderen Schulen recht positiv angenommen zu werden“, sagt Jochen Wittor und darf sich freuen, dass er wohl schon im kommenden Schuljahr seine aktuell beste Vereinsruderin auch seine Schülerin nennen darf: Linda Battling (17) wird, um das jetzt mal klassisch sportlich zu formulieren, ablösefrei vom Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums kommen.

Dann kann sich auch Carlos Eduardo Gómez, der Fünftklässler vom Video, mal eine Gelsenkirchener Ruderin anschauen, die schon einen Schritt weiter ist, die sich nicht nur am Ergometer, sondern auch schon auf dem Wasser bewährt hat. Genau so definiert Sport- und Ruder-Lehrer Jochen Wittor übrigens auch seine Aufgabe. „Wir arbeiten daran“, sagt er, „dass aus der Masse die Klasse kommt.“ Und so wird es dann auch passieren, dass längst nicht alle Ergometer-Ruderer später in einem Boot auf dem Wasser sitzen werden.

Die drei Sieger-Klassen:

5/6: Marie Booke, Carlos Eduardo Gómez, Alexander Holzmann, Freederike Marx, Annika Pieniak, Kai Schult, Dejan Zecevic; 6/5: Ercihan Carkci, Jakob Helfer, Lena Klein, Jaqueline Mathey, Anna Rassmann, Merlin Sabanov, Chantal Schmitz, Jan Zeiß; 7/6: Berat Arifi, Jaqueline Deimer, Miguel Dreher, Dustin Jelen, Tom Köller, Jennifer Lipski, Dominik Veermann, Maurice Wontka.

 
 

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