Punkteteilung im Derby

Christoph Winkel
Maximilian Pronichev (re.) machte am Samstag sein erstes Spiel für die Schalker U19.
Maximilian Pronichev (re.) machte am Samstag sein erstes Spiel für die Schalker U19.
Foto: Funke Foto Services
Gegen Aufsteiger Rot-Weiss Essen holt Schalkes U19 am Samstag nur einen Punkt. Fabian Reese bringt die Königsblauen in Führung.

Ückendorf.  Das war zu wenig. Schalkes U19 hat im Derby gegen Rot- Weiss Essen nur einen Punkt geholt, nach 90 Minuten stand es 1:1. Die Führung der Schalker durch Fabian Reese kurz nach der Halbzeit glich Essens Spielmacher Alpay Cin in der 71. Minute aus. Das dritte Unentschieden im sechsten Saisonspiel. Sogar ein Scout von Ajax Amsterdam hatte sich auf den Weg nach Gelsenkirchen gemacht. Schalkes U19 trifft am 30. September im Hinspiel in der ersten Runde der Uefa Youth League auf die Nachwuchsmannschaft des niederländischen Spitzenklubs. Ajax in Angst und Schrecken versetzt haben die Schalker am Samstag aber wahrlich nicht.

Schalkes Cheftrainer Norbert Elgert war nach der Punkteteilung, schon die dritte im sechsten Saisonspiel, entsprechend unzufrieden. „Wir wollten heute eine Verbesserung in Sachen Teamgeist und Mentalität im Vergleich zu den Partien gegen Duisburg und Düsseldorf sehen – das war nicht der Fall.“ Kein Vergleich zur starken mannschaftlich geschlossenen Leistung in der Vorwoche beim 0:0 bei Borussia Dortmund.

Debüt von Maximilian Pronichev

Auf dem Aufstellungsbogen stand ein auf Schalke noch unbekannter Name: Maximilian Pronichev. Der russische Junioren-Nationalspieler ist in Berlin geboren und hat seine fußballerische Ausbildung bei Tennis Borussia Berlin und Hertha BSC genossen. Von Berlin ging es dann 2014 zu Zenit St. Petersburg, jetzt folgte der Wechsel nach Gelsenkirchen. Gegen Essen stand der 17-Jährige gleich in der Startelf, er hatte kurzfristig die Spielberechtigung erhalten.

Pronichev lief im offensiven Mittelfeld auf und hatte nach vier Minuten gleich die erste gute Szene des Spiels, sein Schuss aus 16 Metern ging ganz knapp am Tor vorbei. Das wäre ein klasse Einstand gewesen. Schalke drückte auf die Führung, die nächste dicke Chance vergab Fabian Reese, nach einer tollen Kombination kam der Stürmer im Strafraum zum Schuss, Reese verfehlte das Tor um Zentimeter. Auch Oktawian Skrzecz hatte wenig später Pech, nach feinem Zuspiel von Alessandro Fiore Tapia traf er nur den Pfosten. Rot Weiss Essen hatte durch Kempes Tekiela in der turbulenten Anfangsphase nur eine Chance, sein Kopfball war leichte Beute für Schalkes Torwart Sascha Algermissen.

Nach 20 Minuten verflachte die Partie dann etwas, Schalke hatte zwar alles im Griff, spielte jetzt aber nicht mehr so zielstrebig nach vorne. Bis zur Halbzeitpause tat sich auf dem Rasen an der Gesamtschule in Ückendorf nicht mehr viel. Norbert Elgert wechselte, im zweiten Durchgang spielte Phil Halbauer für Alessandro Fiore Tapia, der nur eine gute Aktionen hatte, die Flanke auf Oktawian Skrzecz.

Zwei Minuten nach Wiederbeginn ging Schalke in Führung. Ein kurioses Tor, ein Doppelfehler des Essener Torwarts Maksimilijan Milovanovic. Erst spielte er Fabian Reese den Ball in den Fuß, beim eher laschen Schuss des Schalkers Reese trat er über den Ball. Phil Halbauer vergab nach einer Stunde die Chance auf das 2:0. Seinen Schuss wehrte Haymenn Bah-Traore aber mit einer starken Grätsche ab. Die Schalker bestimmten das Spiel, hatten aber nur noch wenige Aktionen in der Offensive.

Die Essener gaben nicht auf, sie spürten, dass es am Samstag gegen den Deutschen Meister etwas zu holen gab und wurden in der 71. Minute belohnt. Nach einem Schuss von Nico Lukas kam Alpay Cin zum Kopfball und traf zum 1:1.

Essen kämpft bis zur letzten Minute

Phil Halbauer musste nach nur einer halben Stunde seinen Platz wieder räumen, der lange Tin Plavotic kam in die Partie. Die Schalker versuchten es jetzt mit langen Bällen, die Plavotic mit dem Kopf in die Spitze verlängern sollte. Außer einer Chance durch Oktawian Skrzecz, der in der 80. Minute noch einmal frei vor dem Essener Tor stand, aber geblockt wurde, blieb Schalker aber ungefährlich.

Es blieb beim 1:1, das aufgrund des hohen kämpferischen Einsatzes der Essener für sie nicht einmal unverdient war. „Wir wussten, dass Essen eine starke Mannschaft mit einer guten Mentalität hat, Kompliment. Aber es ist keine Frage, dass wir mit uns nicht zufrieden sein können“, sagte Norbert Elgert.