Post SV Buer lässt es in Le Mans krachen

Gelsenkirchen.  Die Inline Speed Skater des Post SV Buer nahmen zum neunten Mal am legendären „Circuit Bugatti“ - dem traditionellen 24 Stunden-Rennen in Le Mans teil. Nach der Ankunft wurde auf dem Campingplatz an der Rennstrecke in Windeseile das große Hauptzelt aufgestellt. Der übrige Freitag stand dann im Zeichen des gemeinsamen Einstimmens auf das Rennen am Folgetag. Renntaktiken wurden aufgestellt, Startnummern abgeholt und Anekdoten aus den Vorjahren zum Besten gegeben.

Der Wettkampftag begann mit der „Roller Parade“, bei der alle Teilnehmer, aber auch Helfer oder Kinder, gemeinsam zum ersten Mal den Asphalt der Rennstrecke testen konnten. Kurz darauf wurden die Tore zur Boxengasse geöffnet und es galt, die besten Plätze in der Garage und an der Mauer zur Rennstrecke zu ergattern. Während in der Garage ein zweites Lager mit Campingstühlen, Luftmatratzen, Getränken und Essensversorgung aufgebaut wurde, bereitete sich jeweils ein Sportler eines jeden Teams auf den Sprint zur Qualifikation für die Startplätze vor.

Brote und Kaffee in der Nacht

Um 16 Uhr ging es dann los: in der Reihenfolge der im Sprint ausgefahrenen Platzierung waren die Inlineskates auf der der Boxengasse gegenüber liegenden Streckenseite hingelegt worden. Zu den Klängen von „Carmina Burana“ starteten die knapp 430 Ersten eines jeden Teams in das Rennen. Dafür überquerten sie auf Socken die Rennstrecke, zogen in Sekunden ihre Inlineskates an und fuhren zunächst zwei Runden, bis – je nach Renntaktik – der erste Wechsel auf den nächsten Sportler wie in einer Staffel durchgeführt werden durfte.

Zu Rennbeginn konnten die Skater bei fast optimalen Bedingungen ihre Runden drehen. Im Rennverlauf wurde der Gegenwind auf der Gegengeraden immer stärker und flachte auch in der Nacht nur kurzzeitig ab, sodass die Suche nach Windschatten zum wesentlichen Element einer jeden Runde wurde, da so viel Kraft für die nächsten Runden eingespart werden konnte.

Auch mitten in der Nacht wurden Sportler nach vielleicht ein oder zwei Stunden Schlaf aus ihren Zelten geholt, das elfköpfige Helferteam versorgte die müden Skater im Lager zu jeder Zeit mit Nudeln, Broten und frischem Kaffee.

Bis in die Morgenstunden hatte sich das schnellste Team des Post SV Buer bereits bis auf Platz sechs (von 84) in der Kategorie vorgekämpft, die zu diesem Zeitpunkt Fünftplatzierten nur zwei Runden voraus. Und so wurden ungeahnte Kräfte mobilisiert und bereits zwei Stunden später war ein „ich glaube, ich habe sie gerade überholt“ in der Garage zu hören – das Klassement bestätigte die Vermutung.

Gegen elf Uhr setzte dann Regen ein, der den Asphalt rutschig machte. Schnell wurden die speziellen Regenrollen mit mehr Grip unter die Speedskates geschraubt.

Mit Erfolg: die 24 gefahrenen Rennstunden konnten alle Teams mit sehr guten Ergebnissen abschließen: allen voran das 6er-Speed-Team, das mit Platz 19 als gesamterstes Vereinsteam und Platz fünf in der Kategorie den größten Erfolg der Vereinsgeschichte landete. Die sechs Sportler fuhren während des Rennens 163 Runden, was einer Distanz von fast 700km entspricht. Auch das zweite 6er-Team „Race“ kann sich mit Platz 17 in der Kategorie (von 69) und Platz 78 (von 429) in der Gesamtwertung mehr als sehen lassen. Nur zwei Plätze dahinter landete das schnelle 10er-Team „Crew“, die – wie auch das Team Race mit 139 gefahrenen Runden und damit knapp 582 Rennkilometern die gute Platzierung aus dem Vorjahr als 80. der Gesamtwertung und Platz 26 in der Kategorie wiederholen konnte.

Noch fast im ersten Drittel landete auch das vierte Team 10er-„Fun“, das mit Platz 155 in der Gesamtwertung und 45 (von 102) und 122 Runden, also gut 510km mehr als zufrieden waren.

Treppchenträume im nächsten Jahr

Im Anschluss des Rennens wurden die beeindruckenden Ergebnisse aller Sportler gemeinsam gefeiert, bis auf einen Sturz zu Beginn des Rennens beim rasanten Wechsel konnten die Post’ler die 24 Stunden ohne Verletzungen durchfahren. Am Montag in den Morgenstunden ging es dann zurück in die Heimat. Auf der Rückfahrt im Bus wurden bereits erste Treppchenträume für das nächste Jahr geschmiedet und Trainingspläne entworfen. „So leicht wird man das packende Le Mans-Fieber nicht los“, sagt Tina Jerzynka, Abteilungsleitern der Inliner beim Post SV Buer.

 
 

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