Peter Radegast steht an der Linie

Die Regionalliga-Basketballer des FC Schalke 04 haben einen neuen Trainer. Peter Radegast, bisher Coach beim Ligarivalen SVD Dortmund, übernimmt in der kommenden Saison das Kommando auf der Bank. Sein Auftrag ist klar: Der Blick soll gen Tabellenspitze gerichtet werden.

Der 39-Jährige hat eine harte Kindheit hinter sich, zumindest was seine Fußball-Liebe angeht. Er ist Fan des FC Schalke 04 und das als gebürtiger Dortmunder. „Mit Schalke geht quasi ein Traum in Erfüllung, denn ich coache jetzt die Basketballer des Vereins für den mein Fußball-Fanherz schon immer schlug“, so Radegast, der im Hauptberuf beim Deutschen Basketball-Bund im Bereich Lehr- und Trainertätigkeit arbeitet.

Doch damit genug der Sentimentalitäten. Jetzt heißt es anpacken. Gemeinsam mit Teammanager Boris Liebing gilt es, einen schlagkräftigen Kader für 2010/2011 zusammenzustellen. Und dabei steht nur eins fest, wie Abteilungsleiter Kajo Goetza betont: „Der größte Teil der Mannschaft wird ausgewechselt.“ Es wird mit ganz eisernem Besen gefegt. Kein Wunder nach der katastrophalen Regionalliga-Saison, die mit Rang elf zutiefst enttäuschend endete.

Bisher dürfen nur Kevin Lehmann und Christian Schneider bleiben. Die Amis Matt Fields und Janon Cole werden auf jeden Fall ausgetauscht. „Cole hat seinen Zenit überschritten“, gibt Goetza zu, dass es ein Fehler war, ihn zu holen. Und auf der Position vier, dem Platz von Fields, favorisiert der Abteilungsleiter einen Deutschen. „Um den Kader kümmern sich aber Boris und Peter“, gibt Goetza den beiden freie Hand, solange es im Budget-Rahmen bleibt.

Freiwillig räumt Tobias Beck seinen Platz. Er betreut künftig als Spielertrainer die Reserve in der Landesliga und kümmert sich um die U12-Mannschaft. Die U18 wird in der nächsten Spielzeit von Kevin Lehmann gecoacht.

Das Ziel der Schalker ist deutlich formuliert: Auf absehbare Zeit wird der Sprung in die Pro B angestrebt. Goetza: „Die Pro A ist illusorisch. Die Anforderungen sind dafür einfach zu hoch.“ Allein die verpflichtende Halle für 1500 Zuschauer steht nicht zur Verfügung, geschweige der vorgeschriebene 350 000-Euro-Etat.

„Ob man den Aufstieg erreicht, hängt oft an Kleinigkeiten“, weiß Radegast. Wie schlagen die Amerikaner ein?, ist dabei die vielleicht wichtigste Frage. Jetzt heißt es erst einmal Videos schauen und den Markt sondieren. Zudem schaut sich Radegast im Internet um, auch beim sozialen Netzwerk Facebook. „Wenn dort ein Spieler schon mit Bierflasche zu sehen ist, verheißt das nichts Gutes“, sagt Radegast.

Er selbst mag eh lieber Korbjäger aus Osteuropa. Die hätten eine andere basketballerische Grundausbildung. Dort werde mehr Wert auf Disziplin gelegt. Doch die seien für die Regionalliga nicht zu bekommen. Das liege vor allem daran, so Radegast, dass die behördlichen Formalitäten für Amerikaner leichter zu erfüllen seien. Zudem sind sie preiswerter. „Mit zwei, drei Spielern haben wir schon gute Gespräche geführt“ sagt der 39-Jährige, der zeigt, dass er seine Arbeit für die Schalker schon aufgenommen hat.

Bei seiner persönlichen Prognose für die Saison hält er sich bedeckt: „Unter die ersten drei, vier Mannschaften wollen wir auf jeden Fall kommen.“ Zu viel hat er in seiner langen Laufbahn erlebt. Zweimal hat Dortmund das Aufstiegsrecht für die 2. Liga nicht angenommen, einmal aus der 2. Liga zurückgezogen. Das soll in Schalke nicht passieren: Doch dafür müsste zunächst der sportliche Aufstieg her.

 
 

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