Neue Heimat Bottrop

Das Bottroper Jahnstadion sieht in der kommenden Saison Regionalliga-Fußball.  Luftbild-Aufnahme: Hans Blossey
Das Bottroper Jahnstadion sieht in der kommenden Saison Regionalliga-Fußball. Luftbild-Aufnahme: Hans Blossey
Foto: www.blossey.eu
Die U23 des FC Schalke 04 trägt einige Heimspiele nächste Saison auch im Jahnstadion aus.

Gelsenkirchen..  In rund zwei Jahren, so hoffen die Verantwortlichen des FC Schalke 04, wird man dem Nachwuchsbereich auf dem Vereinsgelände am Berger Feld eine neue Trainings- und Spielstätte bieten können. Bis dahin läuft der Spielbetrieb auf den bekannten Ausweichplätzen weiter.

Die U 23 in der Regionalliga wird in der kommenden Spielzeit zu einem Nomadenvolk. Neben der bisherigen Heimspielstätte in der Wanne-Eickeler Mondpalast-Arena kommt nun noch das schmucke Bottroper Jahnstadion hinzu, Heimat des Bezirksliga-Spitzenreiters VfB Bottrop, in den Vierziger und Fünfziger Jahren ernstzunehmender Rivale der Blau-Weißen, inzwischen aber „befriedetes“ Gebiet, die Fußball-Stadt Bottrop ist längst Schalker Fanland.

„Bottrop hat ein wunderschönes Stadion, eine große, große Schalker Fangemeinde, wir freuen uns auf die zusätzliche Spielstätte“, begrüßt Bodo Menze, administrativer Leiter der U 23, den gewollten Teil-Umzug. Was vielleicht als Schnellschuss erscheinen könnte, wurde in Wirklichkeit von langer Hand geplant. Seit dem 23. April 2008 schlummerten die Pläne in Menzes Schublade, war das Jahnstadion auch schon erste Wahl noch vor Wanne-Eickel. Doch die damalige Spielstätten-Verordnung, seinerzeit noch in DFB-Hand, schob einen Riegel vor die Pläne.

Durch die Reform der Reform ist die Leitung wieder Sache der Regionalverbände, entsprechend gelockert werden von der kommenden Saison an die Zulassungsverfahren. Mindestanforderung an die Spielstätte ist nur noch eine Kapazität von 2500 Zuschauern, bislang waren 5000 Zuschauer gefordert. Geblieben sind die Sicherheits-Anforderungen der abgezäunten Gästetrennung in besonderen Fällen.

Deshalb werden Schalker Regionalliga-Heimspiele demnächst in drei Kategorien unterteilt. Sicherheitsstufe eins sind Spiele mit hohem Fanpotenzial (über 5000 Zuschauer). Aktuell zählt dazu wohl nur „die Mutter“ aller Regionalliga-Derbies, das Treffen mit RWE, das nach wie vor in der Arena stattfinden soll.

Zur Stufe zwei zählen Spiele gegen Traditionsvereine, die eine stattliche Zahl Gästefans mitbringen (Wuppertal, Siegen, Fortuna Köln), die werden nach wie vor in Wanne-Eickel ausgetragen.

Stufe drei sind Spiele gegen Zweite Mannschaften (Leverkusen, Bochum etc.), die ohne Stress verlaufen und mit einer Tribüne auskommen. Dann wird Bottrop Spielstätte. Das Jahnstadion ist im übrigen für die königsblauen Akteure kein fremdes Pflaster mehr, fanden dort im vergangenen Jahr bereits Schalker Heimspiele in der europäischen Nachwuchsrunde ETT statt, vor ordentlicher Heimkulisse übrigens.

Das Ausweichen nach Bottrop, das betont Menze, soll ausdrücklich als Entlastung der Mondpalast-Arena und des dort beheimateten DSC Wanne-Eickel verstanden werden. „Von dieser Lösung profitieren alle, auch der DSC, denn der Rasen war durch die große Belastung schon in Mitleidenschaft gezogen worden“, so Menze, was ihm etliche Gästeteams gerne bestätigen, die schon mal scherzhaft von der „Mondkrater-Arena“ sprachen. In Bottrop jedenfalls freut man sich auf die prominenten Gäste: „Wir werden ein rühriger Gastgeber sein“, verspricht Benedikt Mies, Vorsitzender des VfB Bottrop. Und von einer Verdopplung der bisherigen Zuschauerzahl kann man getrost ausgehen, im Schalker Fußballland. Die Sitzschalen auf der Tribüne sind übrigens blau!

 
 

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