Judith Hermeler in Topform

Judith Hermeler schlug bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin im B-Finale über 200 m Brust als Vierte an.
Judith Hermeler schlug bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin im B-Finale über 200 m Brust als Vierte an.
Foto: WAZ FotoPool
Glänzender Auftritt im B-Finale der Deutschen Meisterschaften in Berlin über 200 Meter Brust. In 2:37,71 Minuten schwimmt die 23-Jährige auf Platz vier.

Berlin..  Bei den 127. Deutschen Meisterschaften setzte Gelsenkirchens Sportlerin der beiden vergangenen Jahre, Judith Hermeler, am Sonntag den krönenden Schlusspunkt in der Schwimm- und Sprunghalle im Berliner Europa-Sportpark.

Schon im Vorlauf überzeugte sie auf ihrer Paradestrecke über 200 Meter Brust und qualifizierte sich in persönlicher Bestzeit von 2:40,23 Minuten völlig zu Recht für das B-Finale. Nun hieß es regenerieren und die nötige Spannung für den Start aufbauen.

Als das Startsignal ertönte, gab es für die 23-Jährige kein Halten mehr. Wie entfesselt ging sie auf Bahn 2 des Wettkampfbeckens die ersten 100 Meter an und führte zur Halbzeit gar das Teilnehmerfeld an. 1:14,41 Minuten stand auf der Anzeigetafel, eine Zeit, die sie nie zuvor bei einem Start über die kürzere Distanz geschwommen war.

Getragen von der Anfeuerung des Teams stand sie auch die zweiten 100 Meter bravourös durch und schlug nach 2:37,71 Minuten als Vierte an.

„Judith war auf den Punkt voll da“, zeigte sich Cheftrainer Marco Jabien begeistert. Sie habe sich von Start zu Start gesteigert. Denn auch die Wettkämpfe über 50 und 100 Meter Brust verliefen mit Zeiten von 34.84 Sekunden und 1:15,17 Minuten mehr als zufriedenstellend. „Eine solche Leistungssteigerung war nicht vorhersehbar“, spielte Jabien auf die durchwachsenen Wetterbedingungen im Trainingslager im türkischen Belek an, die dazu führten, dass belastbare Testwerte fehlten.

Deutsche Jahrgangsmeisterschaften folgen im Juni an gleicher Stelle

Der Fokus der jüngeren Schwimmer liegt klar auf den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Juni an gleicher Stelle. Und so nahmen sie die Qualifikation zu den „Offenen“ zwar freudestrahlend an, schwammen diese aber quasi aus dem vollen Training heraus.

Umso stärker ist die Leistung von Nico Tscherner über 200 Meter Rücken einzuschätzen. Mit persönlicher Bestzeit von 2:11,48 Minuten drückte er seine bisherige Marke um knapp zwei Sekunden. „Das war eine tolle Leistung von Nico“, freute sich der Marco Jabien. „Die Zeichen stehen durchaus auf Final-Kurs bei den DJM“, traut der Sportlicher Leiter der SG Gelsenkirchen seinem Schützling noch weitere Erfolge zu.

Das Lob des Trainers verdiente sich auch Stefan Wittenbrink für seinen Auftritt über 800 Meter Freistil. Der Langstreckler musste im Trainingslager von allen Teilnehmern die größten Umfänge absolvieren, entsprechend ausgelaugt wurde die Reise in die Bundeshauptstadt angetreten. Aber der 16-Jährige überraschte mit einer ganz starken kämpferischen Leistung und durchbrach in 8:59,20 die Schallmauer von 9 Minuten. „Mit der Steigerung von knapp sechs Sekunden war unter den Umständen nicht unbedingt zu rechnen“, resümierte Jabien zufrieden nach dem Rennen.

Ordentliche Leistungen bescheinigte der Trainer auch David Mossakowski. Das Augenmerk des 20-Jährigen liegt auf den DJM, an denen er letztmalig in der Juniorenwertung antreten kann. Besonders engagiert hat er sich im Trainingslager reingehängt, was aber eine verständliche Müdigkeit bei den DM am Wochenende zur Folge hatte. Waren die 50 Meter Rücken in 28,20 Sekunden noch mit einer Saisonbestleistung verbunden, zeigten die Zeiten über 100 (1:02,33 Minuten) und 200 Meter Rücken (2:17,46), dass für den angepeilten Saisonhöhepunkt noch Luft nach oben besteht.

Nicht ganz die Erwartungen erfüllte Lukas Hermeler, der aber nicht im Vollbesitz seiner Kräfte gewesen war. So reichte es über 50 Meter Rücken (28,01 Sekunden) und Brust (30,42) zu einer leichten Verbesserung der persönlichen Bestzeiten, über 100 Meter Brust und 200 Meter Brust konnte er aber nicht an seine gewohnt starken Leistungen anknüpfen. Was möglich gewesen wäre, deutete Hermeler über 200 Meter Lagen an, die er nach 2:11,21 Minuten in Saisonbestzeit beendete. Nur eine Sekunde fehlte ihm zur Qualifikation zum B-Finale.

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