Großer Aufschlag zum Jahresbeginn

Mit Pokal und Urkunde: Katja Thielen
Mit Pokal und Urkunde: Katja Thielen
Foto: KT
Katja Thielen siegt ungesetzt bei den Westfälischen Meisterschaften. Beim internationalen Turnier in Essen unterliegt sie nach über vier Stunden.

Buer.. Für Katja Thielen hat das Tennisjahr stark begonnen. Im Januar siegte die 43-Jährige bei den Westfälischen Tennis-Hallenmeisterschaften der Damen 40 in der SportAlm in Werne. Die Bueranerin war ungesetzt, doch sie steigerte sich von Spiel zu Spiel und siegte hochverdient.

Nach zwei Siegen traf Thielen im Halbfinale auf die an Position eins gesetzte Beate Ahlhäuser aus Eiserfeld, die in der deutschen Rangliste auf Position zwölf steht. Katja Thielen spielte richtig stark und ließ ihrer Gegnerin mit 6:1 und 6:1 nicht den Hauch einer Chance. Im Finale stand die Bueranerin dann Martina Noldes aus Hamm gegenüber, die ebenfalls ungesetzt war. Katja Thielen macht keinen Hehl daraus, dass sie vor dem Endspiel ziemlich nervös war.

Zu spüren war davon aber zunächst nichts. Nach einer 3:0-Führung verlor sie dann aber den Faden, Martina Noldes bekam immer mehr Oberwasser und führte plötzlich mit 4:3. „Vielleicht hatte ich mich selbst über den guten Start erschrocken“, sagt Thielen. Danach ging es hin und her, im Tie-Break hatte Noldes aber mit 9:7 die Nase vorn.

Im zweiten Satz spielte Katja Thielen dann wesentlich druckvoller. So druckvoll, dass sie den Satz glatt mit 6:0 für sich entschied. Der dritte und entscheidende Satz wurde im Match-Tie-Break entschieden. „Das ist gefährlich“, sagt Katja Thielen. „Denn es zählt jeder Ballwechsel. Ein blöder Fehler und du hast verloren.“ Doch die Spielerin des TC Buer blieb konzentriert und siegte mit 10:4. Martina Noldes räumte ein, dass ihre Gegnerin an diesem Tag einfach besser gespielt habe. „Ich habe mich total gefreut. Das laute ‘Yes’ war nach dem Matchball auch nicht zu überhören“, sagt Katja Thielen und lacht.

Neben einem Pokal und einer Urkunde gab es einen Scheck über 200 Euro und das so gute Gefühl, mehr als konkurrenzfähig zu sein. Durch den Sieg bei den Westfälischen Meisterschaften gelang der große Sprung auf Rang 69 der Deutschen Rangliste. „Das gibt Sicherheit“, sagt Thielen.

Einige Tage später trat sie dann bei der achten Auflage der International German Senior Indoors in Essen an — und das als große Außenseiterin. Die besten Spielerinnen schlugen in Essen auf. „Auf dem Papier habe ich keine Chance“, hatte Katja Thielen im Vorfeld gesagt.

Dann folgte eines der kuriosesten Spiele ihrer Laufbahn. Gegnerin war die an Position zwei gesetzte Silke Richard vom TC Rheinstadion, die auf Rang sechs der deutschen Rangliste steht. Das Match dauerte vier Stunden und 20 Minuten. Katja Thielen lieferte einen großen Kampf und unterlag am Ende 4:6, 7:5 und 5:7. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich das überhaupt durchstehe“, sagte sie. Und war deshalb trotz der Niederlage zufrieden. Die blutigen Hacken und ein blauer Zeh erinnerten die Bueranerin noch eine Tage an diesen Aufritt.

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