Gelsenkirchen verkauft Glückauf-Kampfbahn nicht an Schalke

Andree Hagel
Die Glückauf-Kampfbahn von oben. Foto: Hans Blossey
Die Glückauf-Kampfbahn von oben. Foto: Hans Blossey
Foto: Hans Blossey
Der FC Schalke 04 baut auf seinem Vereinsgelände ein neues Stadion für Nachwuchsmannschaften. Bis 2015 investiert der Klub 13,5 Millionen Euro. Der DJK Teutonia Schalke-Nord bleibt somit ihre sportliche Heimat erhalten.

Schalke. Die DJK Teutonia Schalke-Nord muss nicht befürchten, ihre sportliche Heimat zu verlassen. Der FC Schalke 04 baut sein Vereinsgelände bis 2015 für 13,5 Millionen Euro um. Es entsteht unter anderem ein kleines Stadion für die Nachwuchs-Mannschaften.

Obwohl Oberbürgermeister Frank Baranowski den möglichen Kauf-Absichten des FC Schalke 04 für die Glückauf-Kampfbahn, der Heimat der DJK Teutonia Schalke-Nord, schon im Juli eine klare Absage erteilt hat, kommt das Thema regelmäßig wieder auf den Tisch. Aber auch nach der Sitzung des Ausschusses für Sport und Gesundheit am Donnerstagnachmittag, für die die CDU den Antrag eines Sachstandsberichts gestellt hatte, diesen dann aber zurückzog, bleibt das Ergebnis unverändert.

„Ihr Antrag hat mir bald die Schuhe ausgezogen“, begann Hans-Werner Mach (SPD), der Vorsitzende des Ausschusses, seinen Dialog mit Günther Brückner, dem Sportsprecher der CDU. „Ich finde das gar nicht so spaßig. Es gibt überhaupt keinen Grund, so eine Frage zu stellen.“ Dass dieser Antrag öffentlich geworden sei, habe bei der DJK Teutonia Schalke-Nord zu sehr starker Verunsicherung geführt.

Neues Stadion des FC Schalke 04

Obwohl ein Sachstandsbericht nun nicht mehr nötig war, sagte Sportdezernent Manfred Beck ein paar Takte. So hätten sowohl er als auch Oberbürgermeister Frank Ba­ranowski nur als Mitglieder des FC Schalke 04 auf der Jahreshauptversammlung erfahren, dass der Klub, dass Finanzvorstand Peter Peters an einen Rückkauf der Glückauf-Kampfbahn denke. „Aber“, sagte Manfred Beck den Ausschuss-Mitgliedern, „bis heute liegt der Verwaltung kein Antrag dieses Vereins vor.“ Und es bestehe auch überhaupt kein Handlungsbedarf. „Es hat sich alles aufgeklärt“, sagte dann auch CDU-Mann Günther Brückner. „Damit sind wir sehr zufrieden.“

Es ist allerdings auch kein Geheimnis, dass der FC Schalke 04 die Absicht hat, in seiner ehemaligen Traditionsstätte, die er der Stadt 1965 verkauft hat, wieder mehr präsent zu sein. Dabei gehe es jedoch nicht darum, war gestern aus Schalker Kreisen zu hören, die DJK Teutonia Schalke-Nord zu verdrängen, sondern um ein Miteinander. Wie zum Beispiel schon am 6. September, als Nachwuchs-Mannschaften der Königsblauen und des FC Twente Enschede vor fast 800 Zuschauern in der Glückauf-Kampfbahn kickten.

Platz für bis zu 10.000 Zuschauer im neuen Stadion

Gegen einen regelmäßigen Spielbetrieb des FC Schalke 04 in der Kampfbahn spricht zudem, dass sowohl der Aufsichtsrat des Klubs als auch die Stadt dem Umbau des Vereinsgeländes zugestimmt haben. Kernpunkt dieser Maßnahme, für die 13,5 Millionen Euro veranschlagt sind, wird ein kleines Stadion für die Schalker Nachwuchs-Mannschaften, das bis zu 10.000 Zuschauern Platz bieten soll.

Das alles hat Peter Kajan erleichtert zur Kenntnis genommen. „Wenn die uns runterschmeißen, ist der Verein tot “, hatte der Vorsitzende der DJK Teutonia Schalke-Nord schon vor Wochen gesagt. Und wie es ohne die Glückauf-Kampfbahn sein kann, erlebten die Teutonen mit ihren 220 Kindern und Jugendlichen bereits 2006, als ihre Spielstätte Public-Viewing-Ort während der Fußball-Weltmeisterschaft war und die Mannschaften auf andere Plätze ausweichen mussten. „Hätte das ein halbes Jahr länger gedauert, wäre unser Klub platt gewesen“, sagt Peter Kajan. „Wir hatten gar kein Vereinsleben mehr.“ Aber: „Dafür haben wir einen schönen Kunstrasen bekommen. Wir können uns also nicht beklagen.“