Frohes neues Jahr

Emre Köksal (links), hier im Zweikampf mit Dominik Milaszewski vom SC Hassel, wird YEG verlassen. Der Mittelfeldspieler wechselt nach Sinsen.
Emre Köksal (links), hier im Zweikampf mit Dominik Milaszewski vom SC Hassel, wird YEG verlassen. Der Mittelfeldspieler wechselt nach Sinsen.
Foto: Frank Gröner

Hassel.  Es ist noch gar nicht so lange her, als Oktay Güney die Brocken hinschmeißen wollte. Der Trainer von YEG Hassel hatte nur noch wenig Lust, seine wenige Freizeit für die Westfalenliga-Mannschaft zu opfern. Egal, was Güney und sein Trainerkollege Halit Hoyladi ihren Spielern mit auf den Weg gaben: Sonntag für Sonntag wurden sie von ihrem Team enttäuscht. Der Aufsteiger stand zwischenzeitlich sogar auf einem Abstiegsplatz.

Oktay Güney setzte seine Arbeit aber doch fort, führte in der Winterpause viele, viele Gespräche mit seinen Spielern und kann sich derzeit kaum ein schöneres Hobby vorstellen. Sonntag für Sonntag bringt sein Team die Leistung auf den Platz, die das Trainerteam von ihr erwartet. „Die Mannschaft hat in der Winterpause kapiert, um was es geht. Jetzt macht es richtig Spaß“, sagte er am Sonntag nach dem 4:0-Heimsieg gegen Victoria Clarholz.

Den fünften Tabellenplatz im Blick

Das Abstiegsgespenst hat sich schon früh in diesem Jahr vom der Sportanlage Lüttinghof verabschiedet, jetzt ist sogar das Saisonziel Platz fünf, realistisch. Der Rückstand auf den 1. FC Gievenbeck beträgt nur noch fünf Punkte. „Wir haben den Spielern ins Gewissen geredet. Mit dem überragenden Aufstieg aus der Landesliga in die Westfalenliga haben wir Vereinsgeschichte geschrieben. Wir waren in der Hinrunde aber auf dem besten Weg, das alles wieder kaputt zu machen.“

Stürmer Ahmet Inal und Torwart Hikmet Öztürk haben den Verein verlassen. Sportlich sicherlich ein Verlust, aber YEG Hassel hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, die Abgänge zu kompensieren. Hinten hält Ergün Yalcin, der zuvor in der 2. Mannschaft in der Kreisliga spielte, richtig gut. Und vorne schießen jetzt eben viele Spieler die Tore. Mit acht Treffern führt Ridvan Güleryüz derzeit die interne Liste an.

Marvin Raab kommt aus Herne

In der nächsten Saison wird Oktay Güney alleiniger Trainer des Westfalenligisten sein. Halit Hoyladi steht seinem guten Freund natürlich noch beratend zur Seite, er will sich aber intensiver um seine Aufgaben als Vorsitzender des Vereins kümmern. Mit Marvin Raab, der aus der A-Jugend von Westfalia Herne nach Hassel wechselt, hat YEG bereits einen neuen Spieler verpflichtet.

Güney ist aber guter Dinge, dass weitere neue Spieler kommen werden. Ganz oben auf der Wunschliste steht ein Spieler, der in der Gelsenkirchener Fußballszene gut bekannt ist. Den Namen des Mittelfeldspielers will der Trainer aber erst nennen, wenn der Vertrag unterschrieben ist. Der neue Mann soll Emre Köksal ersetzen, der zu seinem alten Verein TuS 05 Sinsen zurückkehren wird. „Da konnten wir finanziell leider nicht mithalten“, sagt Güney.

Ob Routinier Kadir Mutluer ein weiteres Jahr in Hassel bleibt, steht noch nicht fest. Güneys Plan, den 36-Jährigen als spielenden Co-Trainer einzubinden, ist nicht aufgegangen. Ansonsten ist es Güney aber gelungen, alle Spieler vom Verbleib zu überzeugen. Was die Ziele im nächsten Jahr angeht, will sich Güney noch nicht festlegen. „Das hängt auch davon ab, wen wir noch bekommen können“, sagt er. Viel wichtiger als neue Spieler, sagt Güney, seien aber vernünftige Trainingsbedingungen am Lüttinghof. „Wenn ich als Westfalenligist in der Vorbereitung nur drei Mal pro Woche trainieren kann, ist das mehr als unglücklich“, sagt er. Die gute Laune lässt er sich davon aber derzeit nicht vermiesen.

 
 

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