„Es spricht nichts gegen Schalke“

Gelsenkirchen.  Für Sead Kolasinac kann es derzeit gar nicht besser laufen. Seit Wochen ist er einer der auffälligsten und konstantesten Schalker – auch beim 3:1-Sieg am Sonntag gegen Darmstadt 98 war er wieder einer der besten Königsblauen. Seine Art Fußball zu spielen, kommt auf Schalke an. Denn für „Seo“ gilt: Kampf ist Trumpf. Seine Zweikampfquote gegen Darmstadt lag bei über 80 Prozent, außerdem hatte er die zweitmeisten Ballkontakte.

Nach vier Torvorlagen in dieser Saison gelang dem 23-Jährigen sogar das erste Tor. Nach 26 Minuten flankte Eric Maxim Choupo-Moting von der linken Seite in den Strafraum, Kolasinac traf den Ball perfekt und köpfte ihn zum 1:1 wuchtig unter die Latte. Darmstadts Torwart Michael Esser war chancenlos. Es war der Wendepunkt des Spiels, das die Schalker hochverdient gewannen.

„Bei so einer butterweichen Flanke von Choupo war es nicht mehr ganz so schwer, ihn reinzumachen“, sagte der Bosnier nach dem Spiel und ergänzte: „Ich freue mich, dass es im Moment so gut für mich läuft. Wichtiger ist es aber, dass wir als Mannschaft Erfolg haben.“ Das hat sie. Der Sieg gegen die Darmstädter war der zehnte in den vergangenen zwölf Spielen. Bleibt Schalke jetzt noch zweimal in Folge ohne Niederlage, wäre der Vereinsrekord geknackt. Auch ein Verdienst von Sead Kolasinac.

Von Manager Christian Heidel gab es nach der Partie sogar ein Sonderlob, dass bei Sead Kolasinac runtergehen dürfte wie Öl. „Seo verkörpert Schalke. Der Junge rennt die Linie rauf und runter“, sagte Heidel. „Er hat im Moment einen richtig guten Lauf und jetzt macht er sogar noch Tore.“

Zu Beginn der Saison sah es noch so aus, als würde der bosnische Nationalspieler das Rennen auf der linken Abwehrseite gegen Neuzugang Abdul Rahman Baba verlieren. Durch engagierte Auftritte hat Kolasinac dem Ghanaer aber den Rang abgelaufen. Durch die neue Konkurrenzsituation war sogar ein Vereinswechsel ein heißes Thema. Klubs aus England sollen Interesse gehabt haben. Kolasinac zog es aber vor, sich auf Schalke durchzubeißen.

Knapp vier Monate später dürfte Christian Heidel eine Menge daran liegen, das Eigengewächs, das die Schalker A-Jugend 2012 zur Deutschen Meisterschaft führte, über die Saison hinaus an den Verein zu binden. Eile ist geboten, der Vertrag von Kolasinac endet im Sommer. Es ist kein Geheimnis, dass sein Berater Gordon Stipic und Heidel bereits erste Gespräche geführt haben. Zum Stand der Verhandlungen äußerte sich Heidel aber auch am Sonntag nicht präzise. „Der Stand der Dinge ist der, dass sein Vertrag am Ende der Saison ausläuft und ich es sofort bekanntgeben werde, wenn sich daran etwas ändern sollte.“

Kolasinac selbst betonte noch einmal, dass er sich auf Schalke sehr wohl fühlt. Auf die Frage, was denn überhaupt gegen Schalke sprechen würde, antwortete er: „Zur Zeit gar nichts.“

Eine Aussage, die Heidel ebenso freuen dürfte wie Markus Weinzierl. Schalkes Cheftrainer stellte jedenfalls klar: „Wichtig ist, dass wir ihn halten. Am besten schnell.“ Weinzierl weiß schließlich, was er an seinem Linksverteidiger hat. Und das schon seit Wochen.

 
 

EURE FAVORITEN