Ein Beckhausener besiegt einen Bayern

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20. City-Nacht von Beckhausen: Nils Plötner vom Radteam Stölting gewinnt vorHannes Baumgarten vom RSV Irschenberg. Erster Heimsieg in der Geschichte des Rennens

Beckhausen..  20 Jahre lang musste Michael Zurhausen darauf warten. Nun war es dann endlich soweit. Der Organisator des Rad Clubs Olympia Buer jubelte zusammen mit den Zuschauern über den ersten Heimsieg bei City-Nacht von Beckhausen. Der Neu-Gelsenkirchener Nils Plötner vom Radteam Stölting besiegte im Spurt den Bayern Hannes Baumgarten vom RSV Irschenberg.

Nils Plötner freute sich natürlich über diesen Sieg, nachdem er im vergangenen Jahr bereits Dritter geworden war. „Es ist Wahnsinn, hier gewonnen zu haben“, sagte der Beckhausener, der erst vor wenigen Tagen eine Wohnung auf der Horster Straße bezogen hat. „Ich wohne nur eine Minute mit dem Rad entfernt. Ich bin natürlich auch mit dem Rad zum Rennen gefahren.“

Der Lokalmatador musste aber hart um den Sieg kämpfen. Hannes Baumgarten und er fuhren über 20 Runden ein einsames Rennen an der Spitze. Die beiden hatten sich bis fünf Runden einen komfortablen Vorsprung von 45 Sekunden herausgefahren. Damit war schon klar, dass nur einer dieses Duos den Sieg davon tragen würde. Und so fiel es den Organisatoren auch nicht schwer, wegen Dunkelheit das Rennen um eine Runde auf 34 zu verkürzen. Nach 68 Kilometern also fuhr Nils Plötner mit ausgestreckten Armen über die Ziellinie, nachdem er zuvor seinen Kontrahenten im Spurt auf der ansteigenden Zielgeraden besiegt hatte.

Doch auch Hannes Baumgarten war nicht so traurig, nicht gewonnen zu haben. „Ich freue mich riesig über den zweiten Platz vor diesem super Publikum“, sagte er nach einem langen Tag, ging es doch morgens um 7 Uhr in Bayern los, um bei Regen knapp 900 Kilometer nach Beckhausen zu fahren.

Trotz der weiten Anreise waren die Fahrer aus dem Süden Deutschlands gut in Form. Gleich zwei Mannschaftskollegen Baumgartens kamen auf die nächsten Plätze. Marcel Kalz vom Rudy Project Racing Team, der Beckhausen-Sieger von 2011, gewann den Spurt des Hauptfeldes vor Leif Lampater. „Wir haben versucht, den dritten Platz abzusichern“, sagte Marcel Kalz nach dem sehr guten Mannschaftsergebnis. „Klasse, dass trotz Regen viele Zuschauer kamen.“

Ihr Teamkollege Christian Grasmann – „ich habe wohl in Australien das letzte Mal Sonne gesehen“ – hatte in den ersten Runden mit an der Spitze gelegen, musste sich dann aber mit einem Platz im Hauptfeld begnügen. „Meine Beine haben zugemacht, ich dachte, ich müsste aufgeben“, sagte Christian Grasmann, der aber seinen Humor nicht verloren hatte: „Man kann auch hinten fahren und 50 Euro gewinnen.“ Unter den Spurtprämien, die während des Rennens ausgefahren wurden, war auch eine kuriose. Denn der Curry-Flitzer aus Buer lobte in einer Runde eine Prämie aus für den Drittletzten des Feldes – und das war dann Christian Grasmann.

Michael Zurhausen, der Macher der City-Nacht, war trotz des schlechten Wetters zufrieden. „Wir hatten insgesamt 70 Spurtprämien. Das gibt es in ganz Deutschland nicht“, sagte er. Zwar gingen nach 170 Meldungen nur 123 Fahrer an den Start und es kamen auch gerade mal knapp 40 ins Ziel. „Das zeigt aber, dass unser Rennen sehr schwer ist“, sagte der Vorsitzende des RC Olympia Buer. „Bei diesen Bedingungen wurde immerhin noch ein Schnitt von knapp 48 Kilometern pro Stunde gefahren.“

Der Rundenrekord aus dem Jahr 2006, den Markus Fothen mit 2:19 Minuten hält, wurde natürlich verfehlt. Nils Plötner war beim ELE-Sprint in 2:32 Minuten der schnellste. Da der Rekord nicht geknackt wurde, gab es auch keine Prämie von 250 Euro von der ELE, so dass es im kommenden Jahr dann um 500 Euro gehen wird.

Um Mitternacht hatte das Team um Michael Zurhausen dann wieder alles abgebaut. Zum Glück kann er sich auf eine eingespielte Mannschaft verlassen. Die beiden Führungsmotorräder der Polizei sind so etwa schon seit 12 Jahren dabei. Eine noch längere Partnerschaft besteht auch zu den Sponsoren Sparkasse Gelsenkirchen und das Autohaus Sieland. Und sie waren zufrieden. Markus Sieland verfolgte seinen „Großen Preis des Autohauses Sieland“ mit großem Interesse und sagte: „Ein Gelsenkirchener Sieg passt hervorragend zum 20-jährigen Jubiläum.“

 

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