Die Tour soll durch Gelsenkirchen rollen

Christoph Winkel
Die besten Radprofis der Welt in Gelsenkirchen? Michael Zurhausen vom RC Olympia Buer will es möglich machen.
Die besten Radprofis der Welt in Gelsenkirchen? Michael Zurhausen vom RC Olympia Buer will es möglich machen.
Foto: dpa
Michael Zurhausen vom Radclub Olympia Buer hat einen Plan: Er will versuchen, die Tour de France im Jahr 2017 nach Gelsenkirchen zu holen.

Gelsenkirchen.  Dass die Tour de France 2017 mitten durch Gelsenkirchen führt, klingt komisch. „Aber einen Versuch ist es wert“, sagt Michael Zurhausen, der Vorsitzende des Radclubs Olympia Buer, der als Cheforganisator schon einige hochkarätige Radsportveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen auf die Beine gestellt hat. Sein Motto: anpacken statt abwarten. Dass der zweifache Toursieger Chris Froome oder Sprint-Ass André Greipel im nächsten Jahr über die Grothusstraße strampeln, hält Zurhausen zumindest für nicht unrealistisch.

Fakt ist: Der „Grand Depart“ der Tour de France findet im nächsten Jahr zum vierten Mal in Deutschland statt. Startpunkt ist die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf. Zum Auftakt wird es dort am 1.Juli ein Einzelzeitfahren geben. Am zweiten Tour-Tag, ein Sonntag, machen sich die Radprofis dann von Düsseldorf auf in Richtung Frankreich. Kommunen vom Niederrhein sollen sich bereits zahlreich beworben haben, sie möchten die besten Radprofis der Welt durch ihre Ortschaft fahren lassen.

Eine Chance, die sich eben auch Zurhausen für das Ruhrgebiet und Gelsenkirchen nicht entgehen lassen will. Erste Gespräche mit Oberbürgermeister Frank Baranowski habe er schon geführt, das Signal sei erstmal ein positives. Auch Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff und der Gladbecker Bürgermeister Ulrich Roland seien von der Idee angetan. Vorausgesetzt, die klammen Städte müssten nicht zu tief in die Kasse greifen. Zurhausen und sein Team des Radclubs Olympia Buer wollen deshalb Sponsoren akquirieren. Die genaue Summe, um Teil der Tour zu sein, kennt Zurhausen nicht. Er geht aber von einem „fünfstelligen Betrag“ aus.

Der 65-Jährige weist darauf hin, dass die Aussicht auf Erfolg bereits mit der Streckenführung der Tour de France zusammenhängt. Sollte es zum Beispiel von Düsseldorf nach Luxemburg gehen, wäre eine Etappenführung durchs Ruhrgebiet kaum umsetzbar. Nach seinen Informationen könnte Arnheim in den Niederlanden aber das Ziel der ersten Tour-Etappe nach dem Auftaktzeitfahren sein. „Dann könnten wir Karten haben“, sagt er.

15 Millionen vor dem Fernseher

Zurhausen spricht von einem enormen Werbeeffekt für Gelsenkirchen. Die Tour de France wird schließlich in rund 150 Ländern übertragen, bis zu 15 Millionen Zuschauer schalten ein. Der Gladbecker ist außerdem davon überzeugt, viele, viele Zuschauer an die Strecke locken zu können. „Eine Etappe der Tour de France durch Gelsenkirchen wäre wohl ein einmaliges Erlebnis“, sagt er. Der Sonntag sei hochattraktiv für die Zuschauer und außerdem der einzige Tag der Woche, an dem ein Verkehrskonzept umzusetzen sei.

Zurhausen hat eine Strecke von Düsseldorf über Mülheim nach Essen im Kopf. Entlang der Zeche Zollverein soll es dann nach Gelsenkirchen gehen. Vorbei am Nordsternpark über die B224 in Richtung Dorsten. „Unseren Herkules von Gelsenkirchen könnte dann die ganze Welt sehen“, sagt der Chef des Radclubs. Aber auch das ist bislang nur eine Idee. „Wir hätten sowieso keinen Einfluss auf die Streckenführung. Tour-Veranstalter ASO hätte auch da das letzte Wort. Ich weiß nur, dass die Etappe rund 200 Kilometer lang und relativ flach sein soll. Für die Sprinter geht es schon am Anfang um viel“, sagt Zurhausen.

Auch für Gelsenkirchen geht es um viel. Die Bewerbung muss bis Oktober eingegangen sein. „Eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen sollten“, sagt Zurhausen.