Die Pokal-Helden von 2002

Glücklich in Mönchengladbach: Mike Hanke.
Glücklich in Mönchengladbach: Mike Hanke.
Foto: Johannes Kruck

Gelsenkirchen..  Nicht jeder Fußballer, der bei den Junioren hochgejubelt wird, schafft später auch den Sprung in die Fußball-Bundesliga. Diese Erfahrungen mussten auch einige der Schalker Nachwuchskicker machen, die vor zehn Jahren, genau am 10. Mai 2002, im Stadion An der Alten Försterei in Berlin gegen den VfB Stuttgart den DFB-Junioren-Vereinspokal gewannen. Aber immerhin: Fünf der 14 eingesetzten Akteure des Jahrgangs 1983 kamen später in der deutschen Eliteliga zum Einsatz. Zwei wurden sogar deutsche Nationalspieler, zwei weitere schafften in ihren Heimatländern den Sprung in die Auswahl. Für den FC Schalke 04 spielt heute keiner mehr.

Am weitesten haben es Mike Hanke und Christian Pander gebracht. Mike Hanke gehörte dem DFB-Aufgebot bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land an, trug insgesamt zwölfmal das Trikot mit dem Adler. Im Sommer 2005 wechselte der Torjäger zum VfL Wolfsburg, zwei Jahre später zu Hannover 96. Sein Glück fand er aber erst bei seinem jetzigen Klub, bei Borussia Mönchengladbach, für den er seit Januar 2011 kickt.

Zweimal für Deutschland

Christian Pander spielte zweimal für Deutschland. Der Linksfuß hätte wohl deutlich mehr Einsätze auf seinem Konto, wenn er nicht so häufig verletzt gewesen wäre. Im vergangenen Sommer wechselte er zu Hannover 96.

Aber wer sind die beiden Spieler, die es in ihren Heimatländern zu nationalem Ruhm gebracht haben? Diese Frage wird sicherlich nicht jeder Schalker auf Anhieb beantworten können. Es sind der Ghanaer Charles Takyi und der Österreicher Klaus Salmutter. Charles Takyi wechselte nach seiner Zeit auf Schalke vor fast acht Jahren zum Hamburger SV. Später ging er zum Stadtrivalen FC St. Pauli, zwischendurch zur SpVgg Greuther Fürth und wieder zurück zum Kiez-Klub. Im November des vergangenen Jahres feierte er in einem Freundschaftsspiel gegen Gabun in Saint-Leu-la-Forêt als Einwechselspieler sein Länderspieldebüt für Ghana.

Sachbeschädigung: 7000 Euro

Klaus Salmutter wechselte nach seinem Pokalsieg mit Schalke zurück zu Sturm Graz nach Österreich, wo es mit ihm unter Trainer Franco Foda zunächst steil nach oben ging. Ein unprofessioneller Lebenswandel bremste aber seinen weiteren Aufstieg. Im Winter 2004 wurde er wegen Sachbeschädigung zur Zahlung von 7000 Euro verurteilt, nachdem er in betrunkenem Zustand in der steirischen Hauptstadt zwei Autos demoliert hatte. Unter Teamchef Josef Hickersberger kam Klaus Salmutter am 15. November 2006 gegen Trinidad & Tobago erstmals in der österreichischen Nationalmannschaft zu Einsatz. Nach sechs Jahren in Graz heuerte der Angreifer im Sommer 2008 beim Linzer ASK an. Später ging er zurück zu Sturm Graz. Im vergangenen Sommer zog er sich aus persönlichen Gründen aus dem Profi-Fußball zurück.

Zu Einsätzen in der Bundesliga haben es auch Fabian Lamotte und Torhüter Volkan Ünlü gebracht. Der Verteidiger Fabian Lamotte spielte sogar einige Zeit mit Klaus Salmutter zusammen für Graz. Zuvor war er für den TSV 1860 München aktiv. Derzeit ist er, nachdem ein Engagement bei Preußen Münster scheiterte, vereinslos.

Volkan Ünlü verließ den FC Schalke 04 im Jahre 2005 und begann eine Odyssee. Er wechselte in die Türkei zu Beşiktaş Istanbul, später zu Çaykur Rizespor und zu Sivasspor. Es folgten Engagements beim niederländischen Zweitligisten MVV Maastricht und anschließend wieder in der Türkei bei Trabzonspor und beim Drittligisten 1461 Trabzon. Von Oktober bis Dezember 2011 spielte Volkan Ünlü wieder in Deutschland, und zwar für den Süd-Regionalligisten SG Sonnenhof Großaspach.

Und was ist aus den anderen acht Pokal-Helden geworden? Jedenfalls keine Überflieger. Für die meisten endete die Karriere in der Dritt- oder Viertklassigkeit oder noch tiefer. Beispielsweise für den früheren Junioren-Nationalspieler Christian Petereit. Nach seiner Zeit in Essen beim ETB Schwarz-Weiß und beim FC Kray hängte er seine Fußball-Schuhe vor fast zwei Jahren an den Nagel.

Boris Leschinski verließ nach dem Pokalsieg den Westen und spielt seitdem, abgesehen von einem zweieinhalb Jahre dauernden Engagement bei der SpVgg Unterhaching, für die zweite Mannschaft des Hamburger SV. Dort ist er jetzt mit seinen 28 Jahren einer der so genannten Gerüstspieler.

Volkan Kiral war wesentlich wechselfreudiger. Er kickte unter anderem für die SG Wattenscheid 09, für Gençlerbirliği in der Türkei, für den 1. FC Kaiserslautern II, für den Halleschen FC, die Sportfreunde Oestrich-Iserlohn, die SpVgg Erkenschwick, die Sportfreunde Lotte und den SV Schermbeck. Aktuell spielt er beim Wittener Westfalenliga-Vierten TuS Heven.

Für Mike Holtheuer ging es nach seiner Schalker Zeit beim Bonner SC, dem SV Schermbeck und beim SuS Stadtlohn weiter. Cahid Gündogan verbrachte einige Zeit bei der SG Wattenscheid 09. Jetzt ist er für den Bochumer Landesligisten Werner SV 06 am Ball.

Und die drei Einwechselspieler vom 10. Mai 2002? Was ist aus ihnen geworden? Von Christian Haufe ist bekannt, dass er zur KSV Holstein Kiel wechselte und anschließend zurück in seine Heimat zum FC Sachsen Leipzig. Nadir Düzgün kickte für die SSVg Velbert und für Union Solingen, und Selcuk Dede machte sich bei der SG Wattenscheid 09, bei Preußen Münster und bei Westfalia Herne zumindest regional einen Namen.

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