Die Last der jungen Jahre

Jörg Krempicki
Jörg Krempicki
Foto: Thomas Schmidtke

Horst..  Die jugendliche Unbekümmertheit seiner Mannschaft raubte ihm beim Kirchhörder SC beinahe den Verstand. Das 2:2 war ein Paradebeispiel für ein misslungenes Gesellenstück. Dennoch: Über die Leichtsinnigkeit seiner Jungs wollte sich Jörg Krempicki in der Nachbetrachtung des Spiels nicht beschweren: „Die Jungs haben den Klassenerhalt geschafft. Sportlich ist das ein Riesenerfolg.“ Der älteste Spieler in der Startformation des SV Horst 08 war am Sonntag der 25-jährige Naim Ayeti.

Groß gefeiert wurde am Sonntag nicht mehr. Dabei hätte der SV Horst 08 eigentlich jeden Grund dazu gehabt. Der Aufsteiger, den die Konkurrenz nach einer unglücklich verlaufenen Hinrunde schon als Abstiegskandidaten belächelte, krönte seine erste Spielzeit in der Westfalenliga am 28. Spieltag mit dem Klassenerhalt. „Die Aufstiege in den Jahren zuvor waren emotional natürlich schöner. Aber den Klassenerhalt bewerte ich gemessen an der Leistung noch höher“, erklärte Krempicki am Montag. Der Ärger über den verspielten Sieg in Kirchhörde war da schon längst verflogen.

Krempicki, der den Kern der Horster Mannschaft in der C-Jugend übernahm und sie dann bei den Senioren von der Bezirksliga bis in die Westfalenliga führte, blickt nicht ohne berechtigten Stolz auf das Erreichte. Mit einem Durchschnittsalter von nur 21,4 Jahren hat seine Mannschaft viele Ausrufezeichen in der Westfalenliga gesetzt. Aber den Siegen gegen die Ligaschwergewichte TSV Marl-Hüls, SC Hassel und DSC Wanne-Eickel standen auch Leistungen entgegen, über die Krempicki nur den Kopf schütteln kann. So auch am Sonntag in Kirchhörde. „Ich hatte mich ja auf einiges eingestellt. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir in dieser Saison so viel Lehrgeld zahlen würden“, verrät Krempicki.

In der neuen Saison soll sich auf dem Schollbruch einiges ändern. Mit Benjamin Wingerter hat der Verein einen erfahrenen Mittelfeldspieler verpflichtet, der nach über 200 Spielen in der Regionalliga genau das mitbringt, was den meisten Horstern zwangsläufig noch fehlt. „Führungsqualitäten können die meisten meiner Spieler in diesem Alter noch gar nicht haben“, sagt Krempicki über seine aktuelle Mannschaft. Vom 32-jährigen Ex-Schalker Wingerter erhofft er sich wichtige Impulse. Er könnte das „Missing link“, das fehlende Bindeglieg zwischen jugendlicher Spielfreude und routinierter Cleverness sein.

Vom Spitzenreiter TSV Marl-Hüls kommt Nico Ballschmiede an den „Schollek“. Mit Maurice Krummrei (Hessler 06) und Sven Konarski (RSV Klosterhardt) stehen zwei weitere Neuzugänge fest. Auch für Torhüter Leon Beer, der den Verein bereits verlassen hat, ist Ersatz gefunden worden: Mit Kai Koppers kommt ein großes Talent vom Bezirksligisten SSV/FCA Rotthausen. Abgeschlossen sind die Horster Personalplanungen aber noch nicht. Der Verein sucht noch nach Verstärkungen auf der Innenverteidiger-Position.

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