Der organisierte Sport engagiert sich für Flüchtlinge

In der ehemaligen Hauptschule an  der Mehringstraße sind nun Flüchtlinge untergebracht. Ihnen wird nun von Gelsensport Hilfe angeboten.
In der ehemaligen Hauptschule an der Mehringstraße sind nun Flüchtlinge untergebracht. Ihnen wird nun von Gelsensport Hilfe angeboten.
Foto: WAZ FotoPool
Nicht erst seit der Einrichtung des Ersatzaufnahmelagers in Scholven engagiert sich der organisierte Sport für Flüchtlinge. Vereinzelte Aktivitäten und die Öffnung von Vereinsangeboten bestehen schon seit längerem. Die Vereine beteiligen sich mit unterschiedlichen Maßnahmen am LSB-Programm „Sport für Flüchtlinge in NRW“.

Gelsenkirchen..  Nicht erst seit der Einrichtung des Ersatzaufnahmelagers in Scholven engagiert sich der organisierte Sport für Flüchtlinge. Vereinzelte Aktivitäten und die Öffnung von Vereinsangeboten bestehen schon seit längerem. Die Vereine beteiligen sich mit unterschiedlichen Maßnahmen am LSB-Programm „Sport für Flüchtlinge in NRW“ und seit letzter Woche sind Bewegung, Spiel und Sport auch tägliches Programm an der Mehringschule.

Gelsensport möchte in Zusammenarbeit mit seinen Vereinen und in Kooperation mit „Schalke hilft“ den Flüchtlingen das Ankommen in Gelsenkirchen erleichtern. Denn gerade der Sport bietet hervorragende Möglichkeiten, unterschiedliche Kulturen zu verbinden und Menschen weitestgehend unabhängig von Sprache miteinander in Kontakt zu bringen.

Einige Vereine haben bereits ihre Pforten für die an der Mehringschule untergebrachten Flüchtlinge geöffnet, Gelsensport organisiert für Flüchtlingskinder Spiel- und Sportangebote und „Schalke hilft“ unterstützt mit einem Fußballangebot für Jugendliche. Darüber hinaus wird das bewährte Zooprojekt von Gelsensport um einen bewegungsreichen Erlebnisparcours erweitert und die ersten Wörter werden erlernt.

„Unser tägliches Bewegungsangebot wird dankbar angenommen, gerade die Kinder sind glücklich um jede Aktivität, die ihnen geboten wird“, sagt Denise Sachse von Gelsensport. „Eine große Herausforderung ist es jedoch, den Sport mit nur wenigen Worten anzuleiten.“

Die Vereine, die sich im Rahmen des vom Landessportbund NRW aufgelegten Programms „Sport für Flüchtlinge in NRW“ in Gelsenkirchen beteiligen, haben sich hier ebenfalls der guten Sache angeschlossen: der Radsportverein Gelsenkirchen 02 führt Radfahrkurse für Flüchtlingskinder durch, der SV Horst 08 startet nach den Ferien ein Zirkusangebot, die Erler Sportgemeinschaft wird in den Herbstferien im Rahmen des TalentCAMpus einen Selbstverteidigungsworkshop durchführen und der SV Hessler 06 öffnet Vereinsangebote, bietet aber auch Hilfe bei Behördengängen, Sprach- und Schulproblemen an.

Die zunehmenden Flüchtlingsströme sind nicht mehr nur Nachrichten in den Medien, sondern real erlebbare Situation und damit tägliche Herausforderung für die Stadtgesellschaft. „Um diese Aufgabe zu meistern, braucht es das Engagement der Bürgergesellschaft, aber auch von Institutionen, Vereinen oder Verwaltung. Nur gemeinsam kann diese Aufgabe bewältigt werden. Gelsensport sieht sich als Teil dessen und folgt der Gelsenkirchener Tradition gelebter Willkommenskultur“, betont Jürgen Deimel, Präsident von Gelsensport.

Die Meldungen, die in diesen Tagen bundesweit zu verzeichnen sind, sind erschreckend und besorgniserregend – Angriffe auf Flüchtlingsheime, Schmierereien und Proteste gegen Flüchtlinge. Dass es auch anders geht, zeigen die vielfältigen Initiativen der Willkommenskultur in Gelsenkirchen. Gelsensport und seine Vereine engagieren sich, um alles dafür zu tun, dass sich die teilweise traumatisierten Flüchtlinge in Gelsenkirchen wohlfühlen.

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