Das große Ziel ist London

Volker Wodzich Militär -Weiltmeister im Teakwondo ( rechts ) beim Training mit seinem Meister Young Hee Kim (links) in der Sportakademie Kim in Gelsenkirchen. Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool
Volker Wodzich Militär -Weiltmeister im Teakwondo ( rechts ) beim Training mit seinem Meister Young Hee Kim (links) in der Sportakademie Kim in Gelsenkirchen. Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool
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Gelsenkirchen.. Ein großer, junger Mann betritt den Raum. Zwei Meter hoch, knapp 100 Kilo schwer, kurze blonde Haare – Typ Frauenschwarm. Aber wenn er in Aktion tritt, dann liegen keine Frauen flach, sondern männliche Gegner. Gemeint ist Volker Wodzich, seines Zeichens Militär-Weltmeister im Taek­wondo.

Der im Wiehagen in der Neustadt wohnende Volker Wodzich ist trotz seiner zwei Meter Körpergröße in der Gewichtsklasse über 87 Kilogramm fast einer der kleinsten Kampfsportler. Der 25-Jährige macht diesen Nachteil aber mit guter Technik wieder wett. Nicht umsonst gehört er zum Kader für die Olympischen Spiele 2012 in London. „Das ist mein großes Ziel. Dafür trainiere ich schon jetzt“, sagt der elffache Deutsche Meister. „Aber da kommen noch zahlreiche Prüfsteine dazwischen.“

Einige Prüfungen hat er schon hinter sich und mit Bravour gemeistert. So wurde das Mitglied der Sportfördergruppe in Sonthofen im Juli vergangenen Jahres im kanadischen Saint-Jean-Sur-Richelieu Militär-Weltmeister. Doch schon 2006 machte er mit einem dritten Platz beim nur alle zwei Jahre stattfindenden World Cup in Bangkok auf sich aufmerksam.

Im selben Jahr gewann Volker Wodzich sogar die hochkarätig besetzten US-Open in Dallas. Diesen Erfolg hätte er vor kurzem im Februar wiederholen können, wenn ihn eine Verletzung nicht gestoppt hätte. Im texanischen Austin musste er im Viertelfinale gegen den Serben Vanja Babic bei einer 4:0-Führung verletzt aufgeben. „Das tat weh, weil der Serbe ganz locker das Turnier gewonnen hat“, sagt Volker Wodzich. „Aber es war richtig, nicht weiterzukämpfen. Sonst wäre Olympia in Gefahr geraten.“ Schließlich hatte er schon zweimal einen Bänderriss im Fuß.

Schon 2008 stand er im Kader für Olympia in Peking, doch er machte lieber eine Ausbildung bei der Bundeswehr zum Bürokaufmann. „Eine Absicherung, falls ich mich mal ernster verletze und mit dem Sport aufhören muss“, sagt Volker Wodzich. Nun folgt eine Reha in einer Spezialklinik in München. Um für die nächsten Höhepunkte wieder fit zu sein. Die Weltmeisterschaft im Mai in Korea kommt für ihn zu früh, sein nächstes Ziel sind die fünften Military World Games in Rio de Janeiro. „Da freue ich mich riesig drauf“, sagt der verheiratete Vater eines dreijährigen Sohnes.

Überhaupt kommt er viel herum. Turniere und Lehrgänge auf der ganzen Welt, zuletzt ein Trainingslager in Venezuela vor den US-Open. Doch am liebsten ist er natürlich in seiner Heimat, in Gelsenkirchen, wo er trainiert. In der Sportakademie Kim an der Hauptstraße hat er mit fünf Jahren angefangen. „Ich war mehr im Verein als zuhause. Taek­wondo ist mein Sport. Und ich habe ihn zum Beruf gemacht“ , sagt Volker Wodzich, der seit sechs Jahren bei der Bundeswehr ist.

Man könnte ihn beneiden, zumal er auch auf dem Boden geblieben ist. So sagt er etwa: „Ich habe Riesenrespekt vor den Leuten, die nach der Arbeit noch zum Training gehen. Nicht viele haben es so gut wie ich.“ Auch wenn er selbst viel trainiert: Ausdauer und Schnellkraft, Kraftsport und Laufen als Ausgleichssport. „Das ist ein Riesenumfang. Aber es macht mir großen Spaß“, sagt der Modellathlet, der in London eine Medaille holen will. „Ich bin mental sehr stark. Ich weiß, dass ich jeden besiegen kann.“

 
 

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