Atsuto Uchida soll auf Rafinhas Position spielen

Atsuto Uchida und Felix Magath.                                                                                                              Foto: Martin Möller
Atsuto Uchida und Felix Magath. Foto: Martin Möller
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Gelsenkirchen. Bundesligist FC Schalke 04 begrüßte Neuzugang Atsuto Uchida. Der 22-jährige Japaner soll als rechter Verteidiger zum Einsatz kommen. Auf der Position war Rafinha bislang immer gesetzt.

Nicht nur dank seiner guten Kontakte zu Guido Buchwald, der drei Jahre Spieler und zwei Jahre Trainer der Urawa Red Diamonds war, ist Felix Magath ein Kenner des Fußballs in Japan. „Er ist technisch unglaublich stark“, sagt der Trainer und Manager. „Taktisch diszipliniert und wie alle Japaner sehr laufstark.“ Der 22-Jährige bringe alle wesentlichen Ei­gen­schaften mit, „die bei uns im Profi-Fußball dazugehören“. Und er hofft, dass sich Atsuto Uchida bei den Königsblauen ähnlich entwickele, wie es Makoto Hasebe, der Kapitän der japanischen Nationalmannschaft, in Wolfsburg getan habe.

Und was sagt Atsuto Uchida, den Felix Magaths Co-Trainer Seppo Eichkorn in Länderspielen live beobachtet hat? „Ich will mich hier schnell etablieren und allen Herausforderungen stellen“, sagt er mit Hilfe seines Dolmetschers Jumpei Yamamori, der auch Makoto Hasebe bei der Eingewöhnungsphase in Deutschland geholfen hat.

Rafinhas Zukunft auf Schalke ungewiss

Spielen soll und wird er auf der Position des rechten Verteidigers, auf der der Brasilianer Rafinha eigentlich seit Jahren gesetzt ist. „Rafinha“, sagt Felix Magath, „ist auf verschiedenen Position einsetzbar. Er kann auch linker Verteidiger oder im Mittelfeld spielen.“ Und? „Aufgrund der ungewissen Si­tuation war es völlig richtig und notwendig, Atsuto Uchida zu verpflichten. Ich muss mich ja darauf einstellen, dass Rafinha vielleicht mit einem Klub kommt, der uns ein Angebot macht.“

Um sich schnell in Deutschland und bei seinem neuen Verein in Gelsenkirchen einleben zu können, ist Atsuto Uchida sogar früher aus dem Urlaub zurückgekehrt, den er nach der Weltmeisterschaft angetreten hat. „Ich brauche nicht so viel Urlaub“, sagt er. Zumal er auch die Enttäuschung, bei dieser WM seinen Stammplatz verloren zu haben, verkraften muss – am besten halt auf dem Rasen. „Das war ein Rückschlag“, sagt er. „Ich denke aber, dass das an meiner fehlenden Leistung gelegen hat.“ Er wolle nun beim FC Schalke 04 versuchen, ein noch besserer Spieler zu werden.

Nach seinen vier Jahren bei den Kashima Antlers hätte er auch zu einem anderen europäischen Klub gehen können. Allerdings habe es für ihn, als die Anfrage von Felix Magath gekommen sei, nur eine Antwort gegeben: „Hai!“ Also ein klares Ja. Es geht dem japanischen Nationalspieler aber auch darum, sich nicht nur als Fußballer zu entwickeln. „Mein Ziel ist es, so schnell wie möglich den Dolmetscher loszuwerden. Ich möchte auch gedanklich ein Deutscher werden“, sagt er. „Ein paar Brocken kann ich schon.“ Und davon gibt er dann auch schon eine Kostprobe: „Ich gebe Bestes für Schalke.“

Sein Bestes will er aber auch für sein Heimatland in Deutschland geben – gemeinsam mit Makoto Hasebe und Shinji Kagawa, der Neuerwerbung Borussia Dortmunds. „Ich hoffe, dass wir zusammen zeigen“, sagt er, „dass wir Japaner uns in der Bundesliga durchsetzen können.“