Abgenickt von Skripnik

Gelsenkirchen..  Für Felix Kroos hat es sich doppelt gelohnt, am Mittwochabend das Champions-League-Spiel zwischen Real Madrid und dem FC Schalke 04 im Fernsehen zu verfolgen. Zum einen sah der Mittelfeldspieler des SV Werder Bremen einen Sieg seines älteren Bruders Toni, der im Mittelfeld von Real Madrid die Strippen zog. Zum anderen beobachtete Felix Kroos den nächsten Gegner. Der 23-Jährige ist wieder fit und heute um 15.30 Uhr mit dem SV Werder Bremen in der Veltins-Arena zu Gast.

Keine Mannschaft ist im Jahr 2015 besser als der SV Werder Bremen. Das Team von der Weser führt die Rückrundentabelle souverän an, hat vier von vier Spielen gewonnen. Mehr geht nicht. Diese Bilanz ist ganz eng mit dem Namen Viktor Skripnik verknüpft. Der Ukrainer ist seit dem 25. Oktober des vergangenen Jahres Cheftrainer, zuvor trainierte er die U23 in de Regionalliga Nord.

Schalke siegte in Bremen 3:0

Als der Verein die Reißleine zog und Robin Dutt beurlaubte, waren neun Spieltage vergangen, und Werder Bremen stand mit nur vier Punkten auf dem letzten Platz. Am fünften Spieltag stellte sich Schalke in Bremen vor. Das 3:0 war ein Spaziergang. Nach Schalkes Führung durch Max Meyer gleich nach der Halbzeitpause brachen die Bremer komplett ein. Roman Neustädter und Tranquillo Barnetta erzielten die weiteren Tore an diesem Dienstagabend Ende September.

Einen Monat später übernahm dann Viktor Skripnik und mischt die Bundesliga seitdem gewaltig auf. Sein Motto: „Wir spielen jedes Spiel wie ein Finale, haben keine Angst.“ Von bislang zwölf Spielen hat der 45-Jährige mit seiner Mannschaft acht gewonnen. Aus einem Abstiegskandidaten formte Skripnik eine Mannschaft, die jetzt sogar die internationalen Ränge im Auge hat. Der Rückstand auf den Tabellensechsten Bayer 04 Leverkusen beträgt gerade mal drei Punkte. Die Euphorie rund um den SV Werder ist gewaltig, über 6000 Fans werden heute auf Schalke erwartet. „Unsere Entwicklung zeigt sich Monat für Monat deutlicher. Mit dem neuen Trainerteam haben wir den richtigen Baustein gefunden“, erklärte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin vor dem Schalke-Spiel.

Viktor Skripnik ist bei den Werder-Fans längst Kult. Einige Fans haben sich sogar die Skripnik-Frisur verpassen lassen – die mit der hohen Stirn. Und in Anlehnung an die „Tech-Nick“-Werbung einer großen Elektrofachmarkt-Kette haben Fans ihrem Trainer den Namen „Skrip Nick“ verpasst. „Bei Taktik-Fragen Skrip Nick fragen“, heißt es.

Apropos Taktik. Werders Coach rechnet damit, dass Roberto Di Matteo von seiner defensiven Grundhaltung abrücken wird. „Schalke wird nicht defensiv denken. Sie haben das letzte Spiel verloren, im Kampf um die Champions-League-Plätze wollen sie zu Hause sichere Punkte holen“, sagt Skripnik und erklärt: „Wir sind auf verschiedene Systeme eingestellt, konzentrieren uns aber in erster Linie auf unser eigenes Spiel.“

Die Motivation sei riesig. „Wir sind heiß auf die Atmosphäre. Wir wollen uns verbessern und auch auswärts Punkte holen“, sagt Skripnik.

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