Zur Belohnung: Pizza und Pommes

Dass sie mal bei einem Etappenrennen starten würde, hätte die fröhliche Hobby-Radsportlerin Jule Schwarz aus Überruhr vor wenigen Wochen nicht wirklich gedacht. Eigentlich beackert Schwarz mit ihrem Mountainbike den Essener Süden, um sich auf Eintagesrennen vorzubereiten. Bei einem Preisausschreiben des Veranstalters der Craft Bike Transalp (www.bike-transalp.de) hatte die 29-Jährige das große Los um einen Damen-Team-Startplatz gezogen. Zusammen mit ihrer Freundin und Wunschteampartnerin Dorothee Schmelt (31) aus Dinslaken wurde seit der Bekanntgabe des Gewinns Anfang Mai eifrig Kondition gebolzt. Denn bei den Eckdaten der Tour bekommen die meisten auch schon ohne aktive Teilnahme einige Schmerzen in diversen Körperteilen (siehe Infokasten). So ging es los für das Team „Jule und Doro in love with the alps“.

Das Ziel für den „wilden Ritt über die Alpen“ lautete einstimmig: „Ankommen! Und ein dickes Eis in Riva!“ Daher ließ es das Duo die ersten Etappen eher locker angehen. „Wir wollen uns nicht direkt zu Beginn aus den Schuhen fahren, um immer genug Körner für die körperlich und physisch schwierigen Momente in Reserve zu haben“, schilderten die beiden, die zum ersten Mal ein einwöchiges Rennen bestritten und nicht auf wertvolle Erfahrungswerte zurückgreifen konnten. Gedanken um Platzierungen machten sie sich keine.

Die Taktik ging auf. Während die erste Etappe bei enormer Hitze zu bewältigen war, hielt in den folgenden Etappen starker Regen Einzug in den renommierten internationalen Wettbewerb und erhöhte noch mal den Anspruch der Tagesprofile. Auch auf der Königsetappe am dritten Tag hatte Petrus keine Gnade und ließ die Teilnehmer 100 Kilometer mit 3 500 Höhenmetern von Nauders nach Naturns durch den Regen biken. Acht Stunden saßen Schwarz und Schmelt an diesem Tag im Sattel.

Aber auf Regen folgt Sonne – und Sonnenstunden gab es für die beiden reichlich. „Wir verstehen uns perfekt, das Naturerlebnis ist gigantisch, die Teilnehmer sind gut drauf, die Organisation ist lückenlos, die Menschen in den Etappenorten herzlich und hilfsbereit“, zählte Jule nur einige ihrer vielen persönlichen Highlights auf. Gerade auf den Etappen mit welligem, ruhrpottähnlichen Höhenprofil, konnten es die Mädels krachen lassen. So gelang es ihnen die unerwartet gute Platzierung im Mittelfeld des Gesamtklassements der Damen zu festigen und ihren achten Platz von ursprünglich 18 gestarteten Teams bis zum Ziel nach Riva del Garda zu bringen.

Gefeiert wurde die Ankunft mit einem ausgelassenen Sprung in den Gardasee und natürlich mit dem dicken und wohlverdienten Eis, „und Pizza und Pommes und Bier“, lacht die Essenerin. Strapazen, Schmerzen und schwierige Momente waren mit dem Sprung in den See sowieso gleich Geschichte. „Geteiltes Leid ist am Ende eben doppelte Freude“, strahlte Schwarz zufrieden und freut sich schon jetzt auf das nächste Abenteuer mit dem Bike.

Ihre Abenteuer beschreibt die passionierte Mountainbikerin mit dem Motto „Love Cycling And Talk About It“ übrigens auf ihrem Blog im Internet unter www.jule-radelt.de.

 
 

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