Zahl der Teams sinkt weiter

Die Zahl der von den 36 Essener Tischtennis-Vereinen für die kommende Saison gemeldeten Mannschaften hat mit 224 (Vorjahr 236) einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Abgesehen davon, dass Essen in den Senioren-Spielklassen in Adler Frintrop (Seniorinnen 40) nur noch eine von insgesamt 106 Mannschaften im Bezirk Düsseldorf stellt, fällt besonders der Rückgang im Schüler-Bereich auf. Hier hat sich die Zahl der Teams von 51 auf 38 um ein Viertel reduziert und das macht die gesamte Differenz gegenüber dem vergangenen Jahr aus.

Der vielfach geäußerten Meinung, dass dafür die vermehrten „Offenen Ganztagsschulen“ mitverantwortlich seien, weil die Kinder nur noch schwer für das nachmittägliche Training zu motivieren wären, kann sich Daniel Stender nicht vorbehaltlos anschließen. Der rührige Jugendwart des TTV Altenessen sieht darin vielmehr eine Chance. „Es wäre zu einfach, die rückläufigen Zahlen auf den Ganztag zu schieben. Zum einen müssen sich die Vereine mit ihren Trainingszeiten darauf einstellen, vor allem aber mehr mit den Schulen kooperieren und den Kontakt intensivieren. Das Projekt „Tischtennis-AG“ bietet dazu eine gute Möglichkeit, aber in erster Linie sind die Ehrenamtlichen gefordert, die jeder Verein braucht, um diese Ideen auch umzusetzen.“

In Altenessen beweist Daniel Stender, nicht zuletzt mit persönlichem Engagement, was möglich ist. Zwar musste auch der TTVA die Zahl seiner Jugend-Mannschaften von vierzehn auf elf zurückfahren, er liegt damit aber immer noch weit vor dem Tusem (sieben). Eine Reizüberflutung der Kinder, mit der aber auch andere Sportarten zu kämpfen haben, macht Daniel Stender zudem für die Situation verantwortlich. „Wir wollen und dürfen unseren siebzig Jugendlichen nicht nur Meisterschaftsspiele bieten, sondern müssen im engen Kontakt mit den Eltern das Vereinsleben vielseitig gestalten.“

Wie schwierig das offenbar ist, zeigt die Tatsache, dass 14 Vereine überhaupt keine Jugendmannschaft stellen. In aller Regel scheitert das an personellen Problemen, weil Mitarbeiter für die Betreuung und das Training einfach fehlen.

Die zweite, schon länger bestehende „Baustelle“ im Tischtennis, ist der weibliche Bereich. In Essen hat sich die Zahl der Damen- und Mädchen-Teams seit 1996 mehr als halbiert. Das geht mit einer bundesweiten Entwicklung einher, die auch durch verschiedene Aktionen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) nicht gestoppt werden konnte. Noch über dem Stand zur Jahrtausend-Wende liegt dagegen die aktuelle Zahl von 137 Herren-Teams. Für die kommende Saison wurde sogar zusätzlich eine Hobby-Spielklasse eingerichtet.

Auch für den Kreisvorsitzenden Josef Wierig ist die zahlenmäßige Entwicklung ein Signal. „Sie zeigt deutlich, wo der Hebel anzusetzen ist, obwohl Tischtennis unter den Wettkampf-Sportarten nach wie vor eine führende Position einnimmt.“

Nicht zuletzt die vorbildliche Nachwuchsarbeit ist dafür verantwortlich, dass der TTV Altenessen auch diesmal mit den meisten Mannschaften (18) am Spielbetrieb teilnimmt. Auf den nächsten Plätzen folgen der TV Kupferdreh (15), Tusem (14), Adler Frintrop, DSJ Stoppenberg (je 13), MTG Horst (12) sowie SV Moltkeplatz und Eintracht Borbeck (je 11). Allerdings gibt es auch drei Vereine, die lediglich eine Mannschaft gemeldet haben.

Gegen den Trend der Mannschaftsstatistik sind im Tischtennis-Kreis die Mitgliederzahlen in den letzten Jahren wieder leicht gestiegen. Ohne die zu vernachlässigenden 365 passiven Mitglieder sind es in Essen aktuell 2139 Aktive. Diese Rangliste führt der TV Kupferdreh mit 141 Spielerinnen und Spielern an und auch SV Moltkeplatz (134), TTV Altenessen (125), MTG Horst (120), Adler Frintrop (108) sowie DSJ Stoppenberg und VfB Frohnhausen (jeweils 102) kommen auf eine dreistellige Zahl aktiver Mitglieder.

 
 

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