Wo ist sie hin, die Spielfreude?

Trotz Vorweihnachtszeit, RWE kommt einfach auf keinen grünen Zweig.

Diese Nullnummer gegen den SC Wiedenbrück fühlt sich wie ein Montagmorgen an, wenn der Wecker klingelt und man aus sämtlichen, womöglich noch süßen, Träumen gerissen wird. Da kannste nur noch draufhauen. Man, man, man.

Anscheinend ist es völlig egal, wer aufgestellt wird. Gewinner sind fast immer die Spieler, welche nicht eingesetzt werden oder dürfen. Ein Bednarski im Wiedenbrücker Trikot zum Beispiel hätte garantiert eingenetzt, davon bin ich überzeugt. Wer Timo Brauer im Hinspiel erlebt hat, kann deutlich sehen, was sich verändert hat. Es fehlt an Überzeugung, an Selbstvertrauen. Wie der vor wenigen Monaten seine Mitspieler mitgerissen hat, Verantwortung übernahm. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Wo ist sie hin, die Spielfreude? Wen soll man fragen? Etwa die selbsternannten Experten? Die liegen doch selbst reihenweise mit ihren Prognosen daneben, ähnlich wie die Wetterfrösche und Wirtschaftsweisen. Oder einen Politiker? Wer weiß, vielleicht gibt es bereits eine App, „Rent a Minister“ oder so ähnlich. Aber ganz so bekloppt bin ich dann doch nicht, auch noch Geld für Phrasen zu verbrennen.

Jetzt wartet die Fan-Gemeinde auf die Rückkehr des Indien-Erkunders, Prof. Doc Welling, in der Hoffnung, das dieser das Ei des Columbus im Gepäck verstaut hat. Freunde, mal im Ernst, der war doch nicht in Amerika und Wunder gibt es nur in Bern.

Erschreckend ist nicht das Unentschieden an sich, auch Platz vier hört sich gar nicht so übel an. Nein, es war dieses emotionslose Gekicke, diese Ideenlosigkeit im Spielaufbau, alles in einem Schneckentempo vorgetragen. Meine Enttäuschung kann ich nicht verbergen. Immerhin ärgere ich mich noch maßlos. Was mir große Sorgen bereitet, ist die Lethargie vieler Rot-Weiss-Fans aus meinem Umfeld. Die nehmen Ergebnisse nur noch zur Kenntnis, mehr oder weniger anteilnahmslos. Diese „Zielgruppe“ wollte man zurückgewinnen.

Stand jetzt: Sie haben ihr Ziel nicht erreicht! Man sollte sich zudem nicht von den offiziellen Zuschauerzahlen blenden lassen, die innere Abkehr ist weitaus gefährlicher.

Schlecht lief es auch für Keeper Niclas Heimann, musste er doch verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Eine schmerzhafte Sache, obwohl ihn einige Anhänger wohl kaum schmerzlich vermissen werden. Ich hoffe, er wird bald wieder fit. Kopf hoch, Niclas. Passend zum 1. Advent wünsche ich mir, dass die Heimann-Befürworter fair mit dem Vertreter, Robin Heller, verfahren. Möge die Retourkutsche in den Dauerstaus auf Essener Straßen stecken bleiben. Wie heißt es immer so schön, es geht nicht um Personen, es geht um den Verein.

Mittwoch muss RWE erneut ran. Der Gegner im Niederrheinpokal ist kein geringerer als die Spielvereinigung aus Schonnebeck, Essens neue Nummer zwei. Hat OB Kufen etwa auf das falsche Pferd gesetzt, wären die aufstrebenden „Grünen“ nicht ein idealer Werbeträger für die Grüne Hauptstadt 2017? Bei allem Respekt vor der Entwicklung dieses Clubs, wenn die Demandt-Truppe mit der richtigen Einstellung, mit Biss und Siegeswillen in die Partie geht, dann kann es nur einen geben, eben den SC Rot-Weiss Essen.

Bei Sieg schaue ich Sonntag auch mal in Bonn vorbei. Kann nicht anders.

Wir werden (uns) sehen.

der Happo!

 
 

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