Uli Egen sucht seinen Nachfolger

Essen. Nur zwölf Stunden nach dem Rücktritt von Moskito-Trainer Juris Krumnisch war Uli Egen in Essen. Er will so lange in Personalunion als Sportlicher Leiter, Trainer und Teammanager an der Bande stehen, bis er einen Nachfolger gefunden hat. Auch in der Mannschaft soll es rumoren.

Sein Handy klingelte am Samstagabend. Tief im Süden der Republik – in Füssen. Trainer Juris Kruminsch war zurückgetreten, zwölf Stunden später war Uli Egen in Essen. „Das hatte sich für mich nicht abgezeichnet. Ich war völlig überrascht”, so der 53-Jährige, mittlerweile nicht mehr nur der Sportliche Leiter des Eishockey-Regionalligisten ESC Moskitos, sondern eben auch dessen Trainer und Teammanager. „Ist doch klar, dass ich einspringe“, so Egen. Er will so lange an der Bande stehen, bis er einen Nachfolger für ihn gefunden hat. Oder für sich, ganz wie man will. Mindestens bis Weihnachten, „ich kann mir nicht vorstellen, dass das schneller klappt.“

"Es ist genug gesagt worden"

Kruminschs Beweggründe für diesen Schritt hält Egen für „nachvollziehbar“, will sich aber weiter nicht dazu äußern. „Es ist genug gesagt worden. Jetzt müssen wir uns wieder auf den Sport konzentrieren.“

Nicht ohne allerdings vorher mit einigen Gerüchten aufzuräumen. Nein, es habe keine Probleme mit der Akzeptanz von Trainer Juris Kruminsch innerhalb der Mannschaft gegeben. „Jeder Spieler hätte sich zu jeder Zeit an mich oder andere Funktionsträger wenden können, wenn irgendetwas nicht stimmt. Das soll jeder sogar. Aber es war nicht der Fall.“

Auch in der Mannschaft soll es rumoren

Gerücht Nummer 2: Auch in der Mannschaft soll es rumoren, Christian Kohmann und Frank Petrozza gerieten unlängst aneinander. Was Egen gegenüber dieser Zeitung freimütig bestätigte. „Ist es nicht normal, dass es auch mal kracht? Bei den beiden ging es um Scorerpunkte und wer mal wann einen Pass nicht gespielt hat.“ Das Thema sei abgehakt, weitere Brandherde seien nicht vorhanden. „Die Mannschaft spielt gut und ist Zweiter. Es gibt bessere Gründe für schlechte Stimmung“, findet Uli Egen.

Der den Trainerjob zu einem „ungünstigen“ Zeitpunkt übernimmt, wie er selbst meint. Schließlich stehen mit dem Spiel morgen in Düsseldorf bei der DEG II und am Sonntag zu Hause gegen Ratingen (18.30 Uhr) schwere Aufgaben an. Und nächste Woche geht es dann gegen Duisburg. „Die Saison hat gezeigt, dass wir stark genug sind. Und ich glaube, das Team ist gefestigt genug, mit solch einer Situation umzugehen.“

Egen kennt die Mannschaft

Sein Vorteil: Egen hat die Mannschaft zusammen mit Juris Kruminsch zusammengestellt, „ich kenne die Jungs und weiß, was sie können“. Ein bisschen was ändern will er im Training und im System, im Gegensatz zu Kruminsch. „Was aber nichts mit richtig oder falsch zu tun hat, sondern mit eigener Auffassung. Juris hat fantastisch gearbeitet.“ Was Uli Egen ihm persönlich noch gar nicht sagen konnte. „Juris hat sein Handy aus.“ Weswegen er für diese Zeitung auch am zweiten Tag nicht zu erreichen war.

 
 

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