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Tusem Essen

Tusem Essen soll sich weiterentwickeln

14.06.2012 | 20:32 Uhr
Tusem Essen soll sich weiterentwickeln
Stephan Krebietke (links) und Niels Ellwanger. Foto. Foto: Jennifer Rüdinger/WAZ FotoPool

Essen.  Nach der Saison ist vor der Saison. Das gilt besonders für den Handball-Bundesligisten Tusem nach dem Aufstieg in die 1. Liga. Niels Ellwanger (46/Geschäftsführung) und Stephan Krebietke (41/Sportliche Leitung) sprachen mit Sportredakteur Dietmar Mauer über Voraussetzungen und Aussichten.

Haben Sie den Aufstieg in die 1. Liga schon richtig realisieren können?

Krebietke: Faktisch sind wir ja schon ein paar Spieltage vor Saisonende aufgestiegen. Aber wir wollten und haben auch die Saison sportlich zu Ende gebracht. Ich hab’s verstanden, dass wir aufgestiegen sind.

Ellwanger: Mit dem Gedanken müssten wir uns ja schon früher beschäftigen, das wir ja auch die Lizenzunterlagen vorbereiten und einreichen mussten.

Der Aufstieg war eigentlich erst in ein, zwei Jahren anvisiert worden. Wo liegen die Gründe, dass es schon jetzt geklappt hat?

Ellwanger: Die Mannschaft hat an der oberen Grenze dessen gespielt, was wir uns vorgestellt hatten. Dabei sah es in der ersten Halbserie wegen der mehrfachen Verletzungen ja gar nicht so gut aus. Wie die Mannschaft das kompensiert hat, ist schon beeindruckend.

Krebietke: Wir hatten das Ziel, mittendrin zu stehen und die junge Mannschaft weiter zu entwickeln. Wie auch in engen Spielen die Nerven behalten wurden, ist schon sensationell. Wir können nur hoffen, dass wir uns so weiterentwickeln.

Dabei spielten junge Spieler wie Lasse Seidel eine große Rolle. Wie sehr bauen Sie auf die eigene Jugend?

Ellwanger: Es ist und bleibt unsere Philosophie auf die eigene Jugend zu setzen. Das hat bei Lasse Seidel, Julius Kühn und Simon Keller aber auch anderen sehr gut funktioniert. Das muss auch so sein. Natürlich wurde von mancher Seite gefordert, erfahrene Spieler als Verstärkungen zu holen, aber das wollten und konnten wir uns einfach nicht leisten.

Krebietke: Wir tauschen uns ständig in der sportlichen Runde, zu der unter anderem Herbert Stauber, Mark Dragunski und ich gehören, aus. Trotzdem können wir nicht voraussetzen, dass es immer so gelingt, Verletzungen zu kompensieren wie in der abgelaufenen Saison.

Wie groß ist der Anteil von Trainer Maik Handschke am Erfolg?

Ellwanger: Maik Handschke ist für uns ein Glücksfall. Er ist ein richtig guter Trainer.

Die finanziellen Möglichkeiten sind immer ein Thema. Wie hoch müsste der Etat für die 1. Liga sein?

Ellwanger: Wie hoch er sein müsste, kann ich nicht sagen. Ich kann nur sagen, wie hoch er ist: 1,7 Mio Euro. Das ist gegenüber der letzten Saison eine Erhöhung von knapp 400 000 Euro. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das aber immer noch wenig, aber wir beklagen uns nicht. Die 1,7 Mio Euro haben wir und sie sind verplant.

Woher kommen die zusätzlichen knapp 400 000 Euro?

Ellwanger: Zum einen bekommen wir in der 1. Liga knapp 150 000 Euro an Fernsehgeldern. Zudem hat der eine oder andere Premiumsponsor wie zum Beispiel HNI oder Allbau ordentlich zugelegt. Wir sind aber noch in weiteren guten Gesprächen.

Wirkt sich die 1. Liga auf die Eintrittsspreise aus – und wenn ja, wie?

Ellwanger: Wir haben die Preise leicht erhöht, aber es sind dennoch die niedrigsten in der 1. Liga. Wir wollen die Fans, die uns in den letzten Jahren so fantastisch unterstützt haben, nicht über Gebühr belasten.

Welchen Zuschauerschnitt haben Sie bei der Einreichung der Lizenzunterlagen veranschlagt?

Ellwanger: Den Lizenzantrag haben wir bereits im März stellen müssen. Da waren wir mit 1500 Zuschauern ganz konservativ. Wir hoffen natürlich, dass wir das deutlich überschreiten und glauben an einen Schnitt von 2500 Zuschauern.

Krebietke: Das Interesse am Handball in Essen ist ungebrochen. Das zeigt auch der Dauerkarten-Verkauf. Nach der Rückrunde in der zweiten Liga merken die Leute, dass es besser sein kann, sich frühzeitig einen Platz zu reservieren.

Es ist nicht auszuschließen, dass bei dem einen oder anderen Spiel die Nachfrage größer sein wird als das Fassungsvermögen am Hallo. Was passiert dann?

Ellwanger: Gegen Kiel, im Oktober, wollen wir in die Grugahalle umziehen. Es soll ein Versuch sein. Ob das geht, werden wir in den nächsten Tagen abklären.

Krebietke: Anfang Juli treffen sich HBL und Vereinsvertreter zu einer Sitzung, um den Spielplan endgültig abzuklären.

Wie sieht das Auftaktprogramm des Tusem aus?

Krebietke: Zuerst geht es nach Flensburg, dann kommt Magdeburg, dann geht es nach Gummersbach, danach kommen die Füchse.

An welchem Wochentag werden die Heimspiele stattfinden?

Krebietke: Unser Wunschtermin bleibt der Freitag, unser Ausweichtermin der Sonntag. Da muss man aber noch abwarten, wie das alles passen wird.

Auch wenn der Etat nicht unerschöpflich ist, hat der Tusem sich für die 1. Liga verstärken müssen. Wieso fiel die Wahl auf Fabian Böhm, Toon Leenders und David Breuer?

Krebietke: Fabian Böhm war schon der vergangenen Saison unser Wunschspieler. Er wird uns mit seiner Erstligaerfahrung weiterhelfen. Toon Leenders wird eine zentrale Rolle in der Abwehr spielen und zudem Kreisläufer André Kropp entlasten. David Breuer bringt ebenfalls viel Potenzial mit. Wir setzen aber nicht nur auf die Neuzugänge, sondern gleichzeitig darauf, dass sich unsere Erfolgsmannschaft weiterentwickelt.

Es wird noch ein Torwart gesucht. Wie ist da der Stand der Dinge?

Krebietke: Es sieht gut aus. In den nächsten Tagen wird das wohl unter Dach und Fach sein. Der Torwart kommt ausnahmsweise nicht aus Deutschland, ist aber jung.

Der Aufstieg kam früher als erwartet. Welche Ziele werden nun gesetzt?

Ellwanger: Der Aufstieg ist eine schöne Momentaufnahme. Ziel ist, dass wir uns mittelfristig etablieren und irgendwann ins obere Drittel vorstoßen. Natürlich hoffen wir, die Klasse zu halten. Aber selbst ein Abstieg würde uns nicht von unserem Weg abbringen.

Eintracht Hildesheim, TV Hüttenberg und Bergischer HC – die drei vergangenen Aufsteiger sind gleich wieder abgegangen. Was stimmt Sie zuversichtlich, dass dem Tusem dieses Schicksal erspart bleiben wird?

Krebietke: Wir haben unser starkes Gerüst gehalten und gehen relativ eingespielt in die Saison. Wir setzen natürlich verstärkt auf die Heimspiele, vielleicht gelingt uns aber auch so die eine oder andere Überraschung. Von Planspielen wie ,hier können, hier dürfen, hier müssen wir punkten’ halten wir gar nichts. Wir müssen die gute Stimmung aufrecht halten, auch wenn wir mal drei Spiele in Folge verlieren.

Ellwanger: Wenn wir gleich zu Beginn punkten sollten, wäre das toll. Wenn es nicht klappt, sind wir auch dafür da, für Ruhe zu sorgen.

Dietmar Mauer


Kommentare
15.06.2012
11:54
Tusem soll sich weiterentwickeln
von hapeme | #1

Der Aufstieg ist einfach fantastisch und selbst wenn es schwierig wird in der ersten Liga:

Die Fans werden zum TUSEM stehen!
Das hat man ja schon in der letzten Erstliga-Saison gesehen!

Genauso fantastisch scheinen auch die Verantwortlichen zu arbeiten und es ist zu hoffen, dass so mancher potentielle Förderer das auch so sieht und in seine Schatulle greift!

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