Top-Sprinterin Dorothea Brandt verstärkt SG Essen

Dorothea Brandt ist neu bei der SG Essen.
Dorothea Brandt ist neu bei der SG Essen.
Foto: Thomas Stuckert

Die Startgemeinschaft Essen (SGE) hat sich für die kommende Saison weiter verstärkt. Dorothea Brandt (28), Mitglied der Nationalmannschaft, wechselt von der SG Neukölln Berlin nach Essen. Sie ist eine ausgewiesene Sprint-Spezialistin und hat die seltene Gabe, sowohl in der Freistil- als auch in der Brust-Lage schnell zu sein. 2010 war sie jeweils Deutsche Meisterin über die 50-Meter.

Die Kurzbahn-Europameisterin, die im Frühjahr allerdings die Qualifikation für die Olympischen Spiele in London unglücklich verpasst hatte, wird künftig am Bundesstützpunkt in Rüttenscheid nicht nur von Henning Lambertz trainiert, sondern auch vom ehemaligen Weltklasse-Schwimmer Mark Warnecke. „Die beiden kennen sich schon sehr lange und Mark war ja selbst ein erfolgreicher Sprinter. Deshalb haben wir uns zu dieser Kooperation entschieden“, erklärt Lambertz. Am vergangenen Sonntag war Dorothea Brandt bereits zu Gast im „Prenses Palace“ in der Weststadt, wo die SGE mit einem offiziellen Festakt ihr 25-jähriges Bestehen feierte. Die Schwimmerin trug dort übrigens Uniform als Mitglied der Sportförderkompanie.

Die Schwimmerin erklärte über facebook ihre Beweggründe für den Wechsel. „Es ist eine rein sportliche Entscheidung, die auch auf den Unklarheiten in der Planung des DSV beruht. Es war keine leichte Entscheidung, eine Stadt wie Berlin zu verlassen, die mir in den letzten neun Jahren sehr ans Herz gewachsen ist. Sportlich bin ich in Berlin sehr gewachsen, habe viele Höhen und viele Tiefen erlebt. Doch leider habe ich in Berlin während meines Entscheidungsprozesses nicht mehr das gefunden, was ich brauche, um meine sportlichen Ziele zu erreichen.“

Fest steht, dass Brandt bis zu den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio weitermachen will. Und bei der Suche nach einer neuen Wirkungsstätte seien ihr, so Henning Lambertz, eigentlich nur zwei Möglichkeiten geblieben. Zum einen der ehemalige Bundestrainer Dirk Lange, der sich auf die Betreuung von Sprintern spezialisiert hat, aber eher „freischaffend“ ist ohne festen Trainingsort. Darüber hinaus setzt die Zusammenarbeit mit Lange immer auch eine große Selbstständigkeit des Athleten voraus. Einen festen Stützpunkt kann dagegen die SGE bieten, die zudem seit Jahren Top-Sprinter in ihren Reihen hat wie Sina Sutter (2011 Deutsche Meisterin über 50 m Schmetterling) oder Caroline Ruhnau (Deutsche Meisterin über 50 m Brust). Und nicht nur in dieser Hinsicht weit vor der Konkurrenz schwimmt.

Für die SG Essen ist dieser hochkarätige Neuzugang indirekt wohl auch eine Anerkennung für die überaus erfolgreiche Arbeit am Standort Rüttenscheid in den vergangenen Jahren. Nie war die SGE so gut wie heute. Zwar waren die Olympischen Spiele in London eine einzige Enttäuschung, aber das betrifft ja die gesamte deutsche Schwimmszene. Neun Mitglieder der Nationalmannschaft (Caroline Ruhnau, Lisa Vitting, Sina Sutter, Isabelle Härle, Paulina Schmiedel, Hendrik Feldwehr, Jan-David Schepers, Erik Steinhagen, Dorothea Brandt) trainieren nun im Rüttenscheider Leistungszentrum, Und es deutet sich an, dass ein weiterer Top-Schwimmer sich in Kürze der SGE anschließen wird. Gut ein Viertel der nationalen Elite-Auswahl käme dann aus Essen, was die Ausnahmestellung weiter zementieren würde.

Allerdings ist es auch eine enorme Herausforderung, dieses Niveau zu halten. Deshalb gibt es bereits eine Anfrage beim Deutschen Schwimmverband, Cheftrainer Henning Lambertz einen weiteren Assistenten an die Seite zu stellen.

 

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