SVS will endlich das Gesetz brechen

Erdinc Balaban (HSV) gegen Zakarias Elouriachi (Schonnebeck).
Erdinc Balaban (HSV) gegen Zakarias Elouriachi (Schonnebeck).
Foto: WAZ FotoPool
Noch nie gelang es dem Vorjahressieger, seinen Titel zu verteidigen. Aber schon die Gruppenspiele weisen einige Tücken auf.

An diesem Sonntag wird der 21. Essener Hallenstadtmeister gekürt. Damit geht eine wahre Mammutveranstaltung zu Ende. Erst am vierten Wochenende und in der 288. Partie des Turniers wird der Sieger ermittelt werden. Aber um diesen vorherzusagen, bräuchte man eine magische Glaskugel. Wie die Turniergeschichte zeigt, ist am Finaltag in der Halle alles möglich. Dirk Tönnies, Trainer des Titelverteidigers SV Schonnebeck, bringt es auf die Titelformel „Glück und Tagesform“.

Die SVS wird auch diesmal als heißer Titelanwärter gehandelt. Es gibt nur einen Haken. Noch nie gelang es dem Sieger, seinen Titel zu verteidigen. Neben dem Vorjahressieger käme auch Vorjahresfinalist FC Kray als logischer Titelträger in Frage. Schließlich tritt der Regionalligist nahezu in Bestbesetzung an. „Einen Favoriten gibt es in der Halle aber nicht. Es gibt einfach zu viele Faktoren, die in der Halle eine Rolle spielen“, sagt Krays Hallentrainer Denis Tahirovic. So verloren die Krayer im vergangenen Jahr das Finale im Neunmeterschießen. „In einem solchen Fall müssen wir jetzt die Ruhe bewahren – und alle reinmachen. So schwer kann das ja nicht sein“, sagt Tahirovic augenzwinkernd.

Bis zum Finale gilt es aber noch einige Hürden zu überspringen. Am Samstag (ab 13 Uhr am Hallo) treffen die verbliebenen 16 Teams in der Endrunde in vier Viererguppen aufeinander. Die jeweiligen Erst- und Zweitplatzierten jeder Gruppe erreichen die Finalrunde am Sonntag (ab 12 Uhr am Hallo), wo sie wiederum zwei Vierergruppen bilden. Nach den anderen Platzierungsspielen treffen die beiden Gruppensieger gegen 17.15 Uhr im Finale aufeinander.

Ein weiter Weg, der für Schonnebeck bereits am Samstag einige Tücken aufweist. Denn der Titelverteidiger trifft in seiner Gruppe unter anderem auf Landesligist ESC Rellinghausen und Bezirksligist TuS West 81, den Sieger von 2013. „Die Gruppe hat es in sich. Da werden wir uns weiter steigern müssen. Und wenn wir am Sonntag tatsächlich noch dabei sein sollten, brauchen wir auch das Quäntchen Glück“, so Trainer Dirk Tönnies.

Rellinghausen schonte bislang zwar einige Akteure der ersten Garnitur, Trainer Karl Weiß sagt jedoch: „Wir haben nicht die Hallenspezialisten in unserer Mannschaft. Aber in der Halle kommt es nicht nur auf Schönspielerei an. Man muss auch die entscheidenden Zweikämpfe gewinnen.“

Auch die Landesligisten Vogelheimer SV und SF Niederwenigern sowie die Bezirksligisten TuS West 81 und BW Mintard gehören zum erweiterten Favoritenkreis. Gerade Vogelheim konnte sich in den entscheidenden Situationen auf seine Hallenspezialisten Björn Barke und Mohamed Bouzza verlassen. Mit dem Status des Favoriten kann VSV-Trainer Sascha Hense aber wenig anfangen: „Für mich sind die acht Mannschaften, die am Sonntag noch dabei sein werden, alle Favoriten. Wenn du in der Halle einmal einen Lauf hast, weißt du gar nicht wie dir geschieht und du hast plötzlich den Pokal in der Hand.“

Vielleicht gibt es deshalb auch einen Sensationssieger, wie 2011. Dort zeigte SC Phönix, dass auch für einen Achtligisten alles möglich ist. Im Finale stürzte der damalige A-Ligist den haushohen Favoriten ESC Rellinghausen – und in diesem Jahr sind noch sieben A-Kreisligisten im Rennen.

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