Sportlich im Soll, aber Stimmung bei den Moskitos ist mies

Kapitän Jan Barta von den Moskitos.
Kapitän Jan Barta von den Moskitos.
Foto: WAZ FotoPool
Sportlich ging es in dieser Saison mit der Qualifikation für die Verzahnungsrunde mit der Oberliga Ost endlich einmal wieder ein Stück weiter nach vorne. Doch wirklich gut ist die Stimmung beim Eishockey-Oberligisten ESC Moskitos nicht – alles andere als das: Die Stimmung ist schlecht.

Sportlich ging es in dieser Saison mit der Qualifikation für die Verzahnungsrunde mit der Oberliga Ost endlich einmal wieder ein Stück weiter nach vorne. Doch wirklich gut ist die Stimmung bei den Moskitos nicht – alles andere als das: Die Stimmung ist schlecht: Seit Wochen hat die Mannschaft mit Ausfällen zu kämpfen, der ESC konnte sich – im Gegensatz zu der ohnehin schon gut ausgestatteten Konkurrenz – keine Verstärkungen für die Aufstiegsrunde zur DNL 2 leisten. „Es ist ja keine Frage mehr der Qualität, sondern nur noch eine der Quantität“, ist Trainer Frank Gentges frustriert. Ein kleiner Kader, durch zahlreiche Ausfälle geschwächt – Gentges muss einen Mangel verwalten.

Einen Mangel an Spielern, an Finanzkraft, an allem irgendwie. Das Dutzend an Spielern wurde beim Training zuletzt nicht voll gemacht. Die Spieler, die da sind, gehen mittlerweile auf dem Zahnfleisch. Und so steht der ESC vor der Partie an diesem Freitag gegen Halle (20 Uhr, Eishalle am Westbahnhof) mit nur drei Punkten da. Gentges kann nicht nachlegen, nicht variieren. „Ich muss mit den Jungs spielen, die da sind, und auch noch dankbar dafür sein.“

Stimmung wird schlechter

Aber was tun, ohne Geld? Es brodelt am Westbahnhof, das ist deutlich rauszuhören. Auch bei „den Jungs“ scheint die Stimmung mies. So mies, dass dies allein mit der Ausfallliste kaum zu begründen ist. Kapitän Jan Barta will auf Nachfrage dieser Zeitung am liebsten gar nichts sagen. Da bleibt natürlich großer Interpretationsspielraum. Also begründet er die schlechte Laune mit der Zuschauerresonanz: „Wir haben alle gedacht, die Verzahnungsrunde würde einen Schub bringen.“ Das Gegenteil sei aber der Fall. Gegen Leipzig, das Top-Team im Osten, kamen gut 550 Fans. Da klingen Sorgen um die Perspektiven des Standorts Essen durch. „Man macht sich als Spieler Gedanken über die Zukunft“, so Barta. Er meint – auch – die eigene.“

Natürlich ist auch Michael Rumrich unglücklich mit der aktuellen Situation, er muss es auch sein: Immer wieder hatte der Manager an die eigenen Fans appelliert, den Weg zurück in die Eishalle am Westbahnhof anzutreten. Mittelfristig sei es sehr schwer mit den geringen Zuschauerzahlen die Ziele im Nachwuchs- und Seniorenbereich umzusetzen. Das hatte er schon 2013 so formuliert, zum Besseren verändert hat sich seit dem wenig.

Auf die triste Stimmung derzeit angesprochen, verweist Rumrich aber allein auf die personelle Notlage: „Es ist sehr ärgerlich, wenn man sich nach vier Jahren mal wieder für die Verzahnungsrunde qualifiziert, und dann aufgrund von Verletzungen und Grippeerkrankungen nur zehn Spieler auf dem Eis hat.“ Darüber hinaus gebe es beim ESC, bei dem nach erfolgter Gläubigerversammlung im Übrigen noch immer der Insolvenzverwalter das Sagen hat, aber keine weiteren Schwierigkeiten. Alles eine Frage der Perspektive.

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