SGS mustert Spielführerin Melanie Hoffmann aus

SGS-Trainer Markus Högner mit Spielführerin Melanie Hoffmann.
SGS-Trainer Markus Högner mit Spielführerin Melanie Hoffmann.
Foto: WAZ FotoPool

Die SGS Essen läutet eine neue Zeitrechnung ein: In der nächsten Saison beginnt beim Frauenfußball-Bundesligisten das Jahr eins nach Melanie Hoffmann. Die 38-jährige Kapitänin erhält an der Ardelhütte keinen neuen Vertrag mehr. Somit trennt sich der Klub von seiner bekanntesten und erfahrensten Spielerin. Hoffmann absolvierte 250 Erstliga-Spiele (94 Tore). Seit 2005 trägt sie das SGS- Trikot.

„Melanie ist eine großartige Sportlerin, die sich über Jahre super für den Verein eingesetzt hat. Dafür müssen wir ihr alle dankbar sein“, erklärt SGS-Trainer Markus Högner, in dessen Planungen dennoch kein Platz mehr war für Hoffmann. „Sie geht auf die 40 zu. Ihre Leistungen waren immer noch gut, aber nicht mehr so wie in der Vorsaison. Da mussten wir als Verein die Entscheidung treffen.“ Eine Nachfolgerin hat der Fußballlehrer schließlich auch schon in den eigenen Reihen gefunden: Linda Dallmann.

Einvernehmlich ist die Trennung allerdings nicht. „Ich möchte mich zu der Geschichte erst nach Ablauf meines Vertrages am 30. Juni äußern“, sagt Hoffmann, kann dabei ihre Enttäuschung aber nicht verbergen. „Sehr überrascht“ sei sie gewesen, als ihr nach dem Sieg über Potsdam (1:0) von Högner und SGS-Manager Willi Wißing mitgeteilt wurde, dass für sie am Saisonende in Essen Schluss sein wird. „Ich fühle mich fit für eine weitere Saison“, sagt sie.

Natürlich abgesehen von ihrer derzeitigen Oberschenkelverletzung, mit der sie sich aber schon vor dem besagten Gespräch herumplagt: „Seit dem Hallenmasters im Januar habe ich Non-Stop-Probleme und konnte nur mit Schmerzmitteln trainieren und spielen“, sagt die Ex-Nationalspielerin, die sich nun per Krankenschein die Zeit genommen hat, die Verletzung in Ruhe auszukurieren. Von einem schönen Abschied kann nicht die Rede sein.

Hoffmann war bei den letzten beiden Heimspielen als einzige der verletzten Spielerinnen nicht mehr im Stadion. „Es ist eine Schande, dass es nach achteinhalb Jahren so endet“, findet Wißing. Denn eigentlich plante Hoffmann ihr Karriereende in Essen und der Verein wollte sie anschließend in anderer Funktion einbinden. Das ist aktuell undenkbar. „Wir haben derzeit keine Funktion für sie“, sagt Wißing. Hoffmann möchte ihr Leben jetzt erst mal genießen: „Über Fußball mache ich mir im Moment keine Gedanken.“

 
 

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