SGS Essen hat im Halbfinale den SC Freiburg zu Gast

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Ein Heimspiel. Und dann noch eine durchaus lösbare Aufgabe. Frauenfußball-Bundesligist SGS Essen trennt nur noch der SC Freiburg vom Finale um den DFB-Pokal. Die derzeitige Verletztenliste dämpfte allerdings die Freude über die Auslosung.

Über zu wenig Glück bei der Auslosung im DFB-Pokal können sich die Bundesliga-Fußballerinnen der SGS Essen in dieser Saison wahrlich nicht beklagen: Nach den Zweitligisten 1. FC Saarbrücken (4:2) und dem 1. FC Köln (5:2) bekommen es die Schönebeckerinnen im Halbfinale mit dem Liga-Konkurrenten SC Freiburg zu tun. Beide Wünsche von Manager Willi Wißing wurden erhört: Die SGS bekam ein Heimspiel und hat nicht den 1. FFC Frankfurt zu Gast.

Der Top-Favorit auf den Pokalsieg empfängt im anderen Halbfinale den Zweitligisten SC Sand. „Das ist ein tolles Los für uns“, freut sich Wißing. „In der Liga steht Freiburg zwei Punkte hinter uns. Wir liegen also auf Augenhöhe.“ Der Heimvorteil könnte da wichtig werden. Es geht schließlich um den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Im Endspiel stand die SGS noch nie. „Ich hoffe, die Zuschauer kommen und schreien uns ins Finale.“

Noch fast zwei Monate

Sehr viel weniger Euphorie klingt in der Stimme von Trainer Markus Högner mit. Auf den Pokal freut er sich, klar. Aber bis dahin sind es noch fast zwei Monate. Wie gebannt starrt er auf seinen Zettel vor sich. Darauf gibt es zwei Oberkategorien: Langzeitverletzte und Verletzte. „Ich musste das aufschreiben, sonst hätte ich mir nicht alles merken können“, meint er und spricht von einer prekären Situation: „Das habe ich so als Trainer noch nicht erlebt.“ Mit Caro Hamann (Kreuzbandriss) und Natalia Mann (Knorpelschaden) ist in dieser Saison nicht mehr zu rechnen. Ana Oliveira-Leite steht aus persönlichen Gründen ebenfalls nicht mehr zur Verfügung. Katharina Leiding kann in vier bis fünf Wochen wohl wieder mit dem Training beginnen. Ob sie der SGS aber noch in dieser Saison helfen können wird, ist fraglich. Schließlich liegt eine Verletzungspause von rund einem Jahr hinter ihr.

Nächster Gegner: Bayer Leverkusen

Ähnlich sieht es bei Sabrina Dörpinghaus aus, die nach acht Monaten Pause auch noch Zeit benötigt, um in Form zu kommen. Hinzu kommen noch die Ausfälle von Sarah Freutel (Herzrhythmusstörung), Isabelle Wolf (Patellasehnenreizung), Sara Doorsoun (Meniskus), Jacqueline Klasen und Irini Ioannidou (beide Knöchel). „Lisa Weiß habe ich noch vergessen“, bemerkt Högner. Die Torfrau absolviert nach ihrer Meniskus-OP noch immer kein Mannschaftstraining. Bis zum ersten Spiel nach der Winterpause, am 23. Februar gegen Bayer Leverkusen (14 Uhr, Hafenstr.), dürfte es auch bei ihr knapp werden. Immerhin werden heute Linda Dallmann, Madeline Gier, Lena Ostermeier (alle DFB-Lehrgang), Dominique Janssen und Geldona Morina (beide Länderspielreise) gesund in Essen zurück erwartet. „Davon habe ich mich am Telefon selbst überzeugt“, sagt Högner. Denn weitere Ausfälle kann seine Mannschaft kaum mehr verkraften. Schließlich darf bei aller Pokal-Euphorie nicht vergessen werden: In der Liga liegt die SGS wenn auch als Tabellensechster nur vier Punkte vor dem ersten Abstiegsplatz.

 
 

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