RWE blamiert sich

Freude bei „Auf Asche“ nach dem 1:0 (v.l.): Marius Topolko, Mo Kachout, Björn Kanka, Sam Moosariparambil und Alexander Kothe. Foto: Michael Gohl
Freude bei „Auf Asche“ nach dem 1:0 (v.l.): Marius Topolko, Mo Kachout, Björn Kanka, Sam Moosariparambil und Alexander Kothe. Foto: Michael Gohl
Foto: WAZ FotoPool

Essen.. Dieses Bild hatte Aussagekraft. Während sich eine quietschvergnügte Auf Asche-Top-Elf schnell in Richtung Biertheke bewegte, glich das wohl obligatorische Auslaufen nach dem Schlusspfiff bei Fußball-NRW-Ligist RWE schon fast einem Straftraining.

Der Coup war noch keine fünf Minuten alt – oder die Blamage, je nach Perspektive. Die Auf Asche-Elf, eine bunt zusammengewählte Mannschaft der besten Amateurfußballer der vergangenen Saison, gespickt mit Kreis-, Bezirks- und Landesliga-Akteuren, feierte vor 1500 Zuschauern an der Bäuminghausstraße gegen Rot-Weiß einen nicht für möglich gehaltenen 2:1 (1:1)-Triumph.

Einen Gegner, der seiner Mannschaft alles abverlangen werde, hatte RWE-Trainer Waldemar Wrobel erwartet. Aber wohl nicht, dass seine Jungs bereits nach zwei Minuten mit 0:1 hinten liegen würden. Marius Topolko schloss einen Konter eiskalt ab. RWE zeigte sich beeindruckt, hatte natürlich fortan wesentlich mehr Spielanteile, war aber nicht zwingend. Ein von Philipp Kunze gehaltener Strafstoß von Stefano Trißler hielt den Favoriten im Spiel, das 1:1 mit dem Halbzeitpfiff – ein Sonntagsschuss von Kerim Avci – war schmeichelhaft.

Das gleiche Bild auch in der zweiten Halbzeit. Rot-Weiß fehlten auch mit einer komplett ausgetauschten Mannschaft die Mittel, die wenigen Bälle die das Tor zu treffen drohten, entschärfte Michael Methner, einmal half die Latte. „Ich glaube, ich habe mir gleich ein Bierchen verdient“, grinste Björn Kanka nach seiner Auswechslung. Da stand es noch 1:1 und die Zuversicht, den Platz nicht als Verlierer verlassen zu müssen, war inzwischen groß. Dass die Auf Asche-Top-Elf mit dem 2:1 durch Jason Munsch (90.) die Sensation sogar perfektionieren konnte, war das i-Tüpfelchen auf einer couragierte Leistung. „Wir haben zweimal zusammen trainiert, und dann sowas. Es läuft einfach.“ Topolko war fassungslos, das hatte er mit RWE-Coach Waldemar Wrobel gemeinsam.

Doch während der Neuzugang der SV Schonnebeck – in der vergangenen Saison noch für A-Kreisligist SG Altenessen aktiv – die gute Laune ins Gesicht geschrieben stand, war es bei Wrobel das blanke Entsetzen. „Mir fehlen die Worte. Wir hatten hier die Chance, uns zu präsentieren und haben versagt.“

Eine anstrengende Vorbereitung habe jeder Spieler. „Das war eine indiskutable Leistung, ohne Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten. So geht das nicht. Und das werde ich deutlich machen.“ Derweil seine Mannschaft weiter ihre Runden drehte.

 
 

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