RWE akzeptiert Favoritenrolle

RWE-Heimspiel (v.r.): Leon Enzmann, Kerim Avci, Holger Lemke. Michael Gohl / WAZ FotoPool
RWE-Heimspiel (v.r.): Leon Enzmann, Kerim Avci, Holger Lemke. Michael Gohl / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Essen. Vier Spieltage hat es gedauert, doch nun ist es soweit: Die Rot-Weißen werden am heutigen Freitag beim Heimspiel gegen SV Bergisch-Gladbach (19.30 Uhr, Hafenstraße) erstmals die Favoritenrolle in dieser Saison spielen.

Die nüchterne Interpretation der NRW-Liga-Tabelle hat dafür gesorgt: RWE acht, Bergisch-Gladbach null Punkte.

„Natürlich sind wir diesmal Favorit“, sagt auch RWE-Trainer Waldemar Wrobel, der ansonsten stets zurückhaltend auftritt. „Alles andere wäre aber auch nicht glaubwürdig.“ In der Tat. Vor imposanter Kulisse im Georg-Melches-Stadion haben die Essener zweimal gewonnen. Und nach den beiden Unentschieden auswärts sind sie noch ungeschlagen. „Wir nehmen den Druck an, ohne Wenn und Aber“, betont Wrobel. „Aber auch wenn wir die Favoritenrolle akzeptieren, bedeutet das noch lange nicht, dass wir auch garantiert gewinnen.“

Und dann der Blick zurück: Der Gegner habe derzeit keinen guten Lauf, „aber in der vergangenen Saison hat Bergisch-Gladbach gegen uns fünf von sechs möglichen Punkten geholt“, erinnert Wrobel, der damals noch U-23-Trainer war. Doch gesundes Selbstbewusstsein muss sein. „Wir haben bisher vier anständige Spiele abgeliefert und einen relativ stabilen Eindruck gemacht“, sagt er. Personalprobleme gibt es nicht. Nur der Einsatz von Kerim Avci (Knie-Prellung) ist fraglich.

Bei den Gästen heißt es indes: „Nur nicht nervös werden.“ Die „Roten Teufel“ (die gibt es offenbar nicht nur auf dem Betzenberg in Kaiserslautern) machen sich gegenseitig Mut. SV-Trainer Lars Leese jedenfalls war nach der jüngsten 2:3-Heimniederlage gegen Spitzenreiter Westfalia Herne mit der Leistung zufrieden: „Wir haben bedeutend besser gespielt als in unseren letzten Liga-Begegnungen gegen Herne.“ Man habe sich in diesem Spiel „bis zur Decke gestreckt“, aber letztlich gegen einen guten Gegner verloren.

Natürlich weiß Leese, dass sich seine Mannschaft von der hitzigen Hafenstraßen-Atmosphäre nicht einschüchtern lassen darf. Und die taktische Marschroute ist ihm ebenfalls schon klar: „Wir müssen es schaffen, den Gegner zu beschäftigen und ihn zu frustrieren.“ Allerdings hat RWE auch schon Erfahrung mit Geduldsspielen. Siehe das 1:0 zum Saisonauftakt gegen Homberg.

 
 

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