Max Hoff holt historisches Gold

Fünf EM-Titel hat Max Hoff bereits seit 2009 im Einerkajak über 1000 Meter gewonnen. Nun ist ein weiterer wichtiger bei der Premiere der Europäischen Spiele in Aserbaidschan dazu gekommen. Hoff war nicht nur der erste Goldmedaillengewinner dieser Spiele bei den Kanuten, sondern er holte auch den ersten Titel für Deutschland bei diesem Event. Dazu gewann der Essener zum Abschluss der „European Games“ auch die 5000 Meter.

„Das ist schon cool“, sagte der KGE-Kanute mit Blick auf diese Statistik. „Und es ist auch cooler, als die EM zu gewinnen. Den wahren Wert dieser Medaille werde ich vielleicht erst später einschätzen können.“ Zu diesem Zeitpunkt war Hoff nicht mehr anzumerken, welcher Kraftakt hinter ihm lag. Im Ziel nach 1000 Metern schien er zu müde, um ausgelassen zu jubeln. Der Europameister war in diesem Finale nicht wie geplant in Tritt gekommen und hatte „sich schon in Not gesehen“, als 250 Meter vor dem Ziel der Portugiese Fernando Pimenta noch immer vor ihm lag. Aber Hoff blieb dran. „Es war ein hartes Stück Arbeit, es war das härteste Rennen dieser Saison. Aber ich habe es mit Kraft gewonnen.“ Silber ging an Pimenta, Bronze an Hoffs Rene Holten Poulsen (Dänemark).

Zwei EM-Titel hatte Hoff auch über die Langstrecke seit 2009 gesammelt, aber nie gleichzeitig bei einem Sieg über die 1000 Meter. Diesmal klappte es erstmals. Nach 2000 Meter hatte Hoff noch zurückgelegen, arbeitete sich dann aber nach vorn und behauptete sich erneut im Zweikampf mit dem Portugiesen Pimenta.

Rendschmidt unfreiwillig gestoppt

Die als Mit-Favoriten ins Rennen gegangenen Max Rendschmidt und Marcus Groß (Berlin) lagen im Zweier über 1000 Meter auf Goldkurs. „Mit einer super und sehr ökonomischen Fahrweise“, lobte Bundestrainer Arndt Hanisch. Gut 250 Meter vor dem Ziel aber passierte es: „Vor mir tauchte eine Ladung Wasserpflanzen auf, der ich nicht mehr ausweichen konnte. Die haben wir uns leider eingefangen“, beschrieb Schlagmann Rendschmidt die unfreiwillige Ausbremsung.

Die Deutschen versuchten, den Druck mit einer höheren Frequenz zu erhöhen. Dennoch mussten sie das ungarische Duo vorbeiziehen lassen. „Die Explosivität war weg und wir konnten unseren typischen Endspurt nicht mehr fahren“, erklärte Rendschmidt. „Das ist natürlich ärgerlich. Wir sind aber froh, dass wir trotzdem noch Zweiter geworden sind und eine Silbermedaille mit nach Hause bringen.“

Dunkle Wolken hingen indes über dem 1000 Meter Viererkajak mit dem Essener Kai Spenner und seinen Mitstreitern Martin Schubert (Friedrichshafen), Kostja Stroinski (Berlin) und Lukas Reuschenbach (Oberhausen). Das Quartett hatte bei den Weltcups zuvor mit einem vierten Platz und einem Sieg Optimismus geschürt, doch auf der Regattastrecke in Mingachivar konnte es nicht an die Leistungen anknüpfen. Nur einer von insgesamt zehn teilnehmenden Boote verpasste das Finale – und das war am Ende das deutsche Boot. „Die vier sind einfach durch, einfach platt. Das hat sich schon nach dem Qualifikations-Dauerstress der letzten Wochen angedeutet“, begründete Bundestrainer Harnisch.

Die Marschroute, von Anfang an Vollgas zu geben, ging nicht auf. Die Deutschen lagen in den Rennen schnell zurück, schienen daraufhin zu verkrampfen. So musste der deutsche Vierer im Vor- und Zwischenlauf Boote ziehen lassen, die in den Weltcups noch hinter ihm lagen. „Wir können uns das nicht erklären und müssen nun in Ruhe analysieren. Natürlich sind wir enttäuscht, was aber nicht von Dauer sein darf“, gab Kai Spenner durch. Abzuwarten bleibt, welche Konsequenzen Trainer und Verbandsspitze daraus ziehen.

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