Julius Kühn für DHB am Ball

Julius Kühn (rechts) bewegt sich seit Donnerstag wieder auf dem internationalen Handball-Parkett.Foto: Michael Gohl / WAZ FotoPool
Julius Kühn (rechts) bewegt sich seit Donnerstag wieder auf dem internationalen Handball-Parkett.Foto: Michael Gohl / WAZ FotoPool
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Die Bundesliga-Handballer des Tusem haben Ferien. Die meisten von ihnen frönen verdientermaßen der Freizeit, natürlich nicht ohne die von ihrem Trainer Maik Handschke gestellten Hausaufgaben zu vergessen. Nur einer aalt sich zwischenzeitlich nicht in der Sonne am Strand: Julius Kühn.

Die Bundesliga-Handballer des Tusem haben Ferien. Die meisten von ihnen frönen verdientermaßen der Freizeit, natürlich nicht ohne die von ihrem Trainer Maik Handschke gestellten Hausaufgaben zu vergessen. Nur einer aalt sich zwischenzeitlich nicht in der Sonne am Strand: Julius Kühn.

Als die so erfolgreiche Saison am 2. Juni endete, stand Julius Kühn auf dem Parkett im Sportpark am Hallo. Bei der verregneten Aufstiegsfeier auf der Margarethenhöhe, einen Tag später, war er auch noch dabei. Als die Tusem-Mannschaft ein paar Tage später zur feucht-fröhlichen Abschlussfahrt nach Mallorca aufbrach, checkte Julius Kühn am Flughafen nicht mit ein. „Da hatte ich einen Lehrgang“, sagt der 19-jährige Rückraumspieler – einen Lehrgang der U20-Nationalmannschaft.

Es war nicht der erste Lehrgang in diesem Jahr neben seiner Verpflichtung beim Tusem. „Alles in allem komme ich vielleicht auf zwei Wochen Pause“, sagt Julius Kühn. Und eine richtige Pause ist es auch nicht. „Du kannst Dich nicht zwei Wochen auf die faule Haut legen.“ Beim nächsten Lehrgang würde das sofort auffallen. Handball satt. Für Julius Kühn aber kein Problem. „Ich bin ja noch jung.“

Fast nebenbei baute der 1,98 Meter große Rückspieler jüngst auch noch sein Abitur. „Da musste ich die Schule mal vorziehen.“ Irgendwie habe er es geschafft. Die Frage nach dem Abi-Schnitt beantwortet er salomonisch: „Das passt schon.“ Zum Herbstsemester will der 19-Jährige auf jeden Fall an der Uni Duisburg/Essen ein BWL-Studium beginnen. „Da kann mir André Kropp vielleicht ein bisschen helfen“, weiß Kühn den Tusem-Kapitän als im ursprünglichen Sinne des Wortes „älteres Semester“ mit Sicherheit an seiner Seite.

Schulische Reifeprüfung

Rund um die schulische Reifeprüfung gab es dennoch Handball satt. Jüngst traf sich die U20-Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) erst in Beilstein zum Lehrgang, spielte danach das Vier-Nationen-Turnier im schweizerischen Kloten. Nach Siegen über Frankreich (28:21) und die Schweiz (25:23) sowie einer Niederlage gegen Spanien (25:28) wurde der deutsche Handball-Nachwuchs Zweiter. Julius Kühn, Jung-Jahrgang im DHB-Team, erzielte in den drei Spielen zehn Tore. „Ich gebe mich aber damit nicht zufrieden. Es gibt immer Kleinigkeiten, die es zu verbessern gibt.“ Auf der Königsposition im linken Rückraum erhielten in Kloten die erstliga-erprobten Philipp Weber (Magdeburg) und Finn Lemke (Lemgo) sowie Julius Kühn in etwa die gleichen Spielanteile. „Blacky guckt, wie jeder sich einbringt“, erzählt Julius Kühn. „Blacky“, das ist DHB-Jugendkoordinator Christian Schwarzer, Weltmeister von 2007. Julius Kühn selbst spielte beim Turnier zudem in der Abwehr im Innenblock mit dem Rheinhausener Dennis Backhaus eine nicht ganz unwesentliche Rolle. „Ich habe ein ganz gutes Gefühl“, erklärt Julius Kühn. Ein gutes Gefühl hinsichtlich der anstehenden Europameisterschaften in der Türkei, aber auch ein gutes Gefühl hinsichtlich der eigenen Einsatzzeiten, aber auch hinsichtlich des Abschneidens der deutschen Mannschaft.

In der Vorrunde, die am Donnerstag mit dem 24:20-Sieg gegen Serbien begann, warten in Ankara noch Slowenien und Frankreich. „Wir haben gute Chancen“, erklärt Kühn zunächst etwas zurückhaltend. Dann legt er doch noch nach. „Das Weiterkommen ist eigentlich Pflicht – eigentlich auch ohne Verlustpunkt.“

Julius Kühn, der schon 2010 die U18-Europameisterschaft in Montenegro und 2011 die U20-Weltmeisterschaft in Argentinien spielte, will endlich einen internationalen Titel holen – Deutscher Jugendmeister mit der HSG Düsseldorf ist er ja schon. Am liebsten hätte der 19-Jährige ein Endspiel gegen Spanien, den Angstgegner, gegen den es zuletzt drei Niederlagen in Folge gab. Auch bei der WM in Argentinien waren die Spanier im Viertelfinale Endstation. „Aber auch jeder andere Gegner im Finale wäre mir recht. Wir wollen Europameister werden“, so Julius Kühn.

Trainingsauftakt am 15. Juli

Bis Dienstag bereitete sich die deutsche Auswahl noch einmal im bayrischen Oberhaching vor. Am Mittwochmorgen hob der Flieger ab. Zielflughafen: Ankara.

Am 15. Juli enden die verdienten Freien der Tusem-Handballer. Coach Maik Handschke wird dann zum Trainingsauftakt bitten. Am 15. Juli endet auch die U20-EM in der Türkei. „Vielleicht gibt mir Maik dann ja noch zwei Tage, um herunterzukommen“, hofft Julius Kühn. Der nächste Nationalmannschaftslehrgang ist übrigens schon terminiert. Ende September.

Handball satt halt.

 
 

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