Etuf-Damen mit solidem Konzept zumErfolg

Benedikt Burgmer
Tennis, 2. Damen-Bundesliga, ETUF Saison 2011 Thomas Hüser, Katharina Jacob, Sabine Schmitz, Frank Stückradt, Trainer Rainer Stambor Michael Gohl / WAZ FotoPool
Tennis, 2. Damen-Bundesliga, ETUF Saison 2011 Thomas Hüser, Katharina Jacob, Sabine Schmitz, Frank Stückradt, Trainer Rainer Stambor Michael Gohl / WAZ FotoPool
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Die vergangenen Jahre in der Tennis-Riege des Etuf rechtfertigen, weshalb Thomas Hüser als neuer Vermarktungschef des Damen-Teams in der 2. Liga gleich zu Beginn der gestrigen Pressekonferenz verlauten ließ: „Die wichtigste Nachricht ist: Unsere Mannschaft ist durchfinanziert.“ Dem Saisonstart am kommenden Sonntag (11 Uhr, Hügel) gegen Ettlingen steht nichts mehr im Weg. Engpässe, die die Finanzierung einer Profi-Mannschaft gefährden oder – wie zuletzt 2010 bei den Etuf-Herren – einen Zwangsabstieg bedeuten, sollen der Vergangenheit angehören.

Dafür steht Hüser mit seiner neuen Philosophie: „Mehrere Schultern können mehr tragen als eine starke.“ Und bezogen auf das Sponsoren-Konzept bedeutet das zugleich, dass der Klub durch den Ausfall eines Mäzens nicht gleich wieder in Schieflage gerät. Dank vieler kleiner „Partner und Freunde“, die sich größtenteils mit Beträgen zwischen 250 und 6000 Euro engagieren, ist es Hüser gelungen, den Etat von 60 000 Euro zu stemmen. Transparenz wird im Etuf groß geschrieben.

Und ein klares Ziel hat der Verein auch vor Augen: den Aufstieg in die Eliteliga. Den Damen war das zuletzt 2001 gelungen, bevor aus finanziellen Gründen zurückgezogen wurde. „Wir wollen in die 1. Liga. Vielleicht nicht dieses Jahr, aber spätestens 2013“, erklärt Etuf-Teamchef Frank Stückradt, der mit Trainer Rainer Stambor die Mannschaft zusammengestellt hat. Vor allem nach drei Gesichtspunkten: Der Etuf setzt auf lokale Größen, Teamgeist und attraktives Tennis, mit dem Zuschauer gewonnen werden sollen.

Somit ähnelt das Essener Aufgebot dem des Vorjahres stark: Keine Spielerin, die in der Vorsaison mit dem Etuf als Tabellendritter den Aufstieg nur knapp verpasst hatte, hat den Verein verlassen. Dafür hat sich der Verein aber punktuell – wie mit der Französin Stephanie Vongsouthi an Nummer zwei – verstärken können. Dabei mussten alle Spielerinnen finanzielle Einbußen hinnehmen, weil der Etat zwar gleichgeblieben, die Mannschaft aber gewachsen ist. „Dass sie dazu bereit waren, zeigt, dass wir ein Team sind“, erklärt Stückradt.

Es scheint, als würde die neue Saison nicht nur von mehreren Schultern getragen, sondern auch auf einem soliden Fundament stehen. Denn gerade bei den Zwangsabstiegen, die immer auch einen Imageschaden bringe, war die Sponsorenakquise für Hüser diesmal keine leichte Aufgabe. „Es war nicht so, dass die Türen aufflogen und alle riefen: Hurra, der Etuf ist da.“ Aber mit dem neuen Konzept hat er die meisten zurückgewonnen. Und pünktlich zum Saisonstart lehnt er sich nun zurück und frohlockt: „Es fängt an, Spaß zu machen.“