ETB Schwarz-Weiß Essen ist vorläufig gerettet

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Foto: WAZ FotoPool
ETB Schwarz-Weiß Essen zieht seinen Insolvenzantrag zurück. Der Fußball-Oberligist, der noch im Dezember wegen Liquiditätsproblemen um die Fortsetzung des Spielbetriebs bangen musste, profitierte von einer Vielzahl von Spenden. Trotzdem ist die aktuelle Saison noch nicht komplett durchfinanziert.

Essen.. Wie sich die Zeiten ändern. Sechs Tage vor dem letztjährigen Heiligabend hatte Manfred Kuhmichel, 1. Vorsitzender der ETB-Fußballabteilung, für die schwarz-weißen Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung eine unschöne, vorgezogene „Bescherung“: Die ETB-Fußballer mussten aus Liquiditätsmangel einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen.

Am Montag, also gut sechs Wochen und 75 000 Euro später, hatte ein freudestrahlender Manfred Kuhmichel bessere Nachrichten: „Ich kann verkünden, dass wir einen Rechtsanwalt damit beauftragt haben, den Insolvenzantrag zurückzuziehen. Das Dokument geht am morgigen Dienstag seinen Weg.“ Die anwesenden Vorstandsmitglieder Thomas Ebeling, Heinz Hofer und Manfred Kuhmichel sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Georg von Wick betonten, dass diese Entscheidung von Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig getroffen wurde. „Der Aufsichtsrat hat die Entscheidung des Vorstands zur Kenntnis genommen und trägt diese voll mit“, so von Wick.

Rettung unter anderem durch private Spende

Möglich wurde diese Rettung in letzter Sekunde durch eine Vielzahl von privaten Spendern sowie Zahlungen aus etlichen mittelständischen Essener Unternehmen, sodass die fehlenden 75 000 Euro aufgetrieben werden konnten. Deshalb bedankte sich Kuhmichel noch einmal ausdrücklich bei der „großen schwarz-weißen Solidarität“ die der Vorstand bei seinen Rettungsbemühungen erfahren habe.

Vielleicht, so resümierte von Wick deshalb, habe die Beinahe-Insolvenz für den ETB auch nicht nur schlechte Seiten gehabt. Denn erst jetzt sei in dem Bewusstsein der Unternehmen angekommen, dass der Verein aus dem Essener Süden mit finanziellen Problemen zu kämpfen habe. „Denn die Öffentlichkeit hat sich noch nicht vollkommen von der Meinung verabschiedet, dass der ‘Lackschuh-Verein’ einen Dukaten-Esel im Keller stehen hat“, so von Wick, der sich ausdrücklich bei allen Spielern, Trainer, Firmen, Freunden und Fans bedankte, die es als Gläubiger, Spender und Sponsoren ermöglicht hätten, den Antrag mit guten Gewissen zurückzuziehen.

Restliche Saison ist noch nicht durchfinanziert

Ganz ist der ETB aber noch nicht aus dem Schneider. Zwar zeigen sich Vorstand und Aufsichtsrat „sehr optimistisch“, auch die Rückrunde finanzieren zu können, gänzlich durchfinanziert ist der restliche Spielbetrieb aber noch nicht. Allerdings gab Kuhmichel darüber Auskunft, dass man sich in „aussichtsreichen Gesprächen“ mit potenziellen Geldgebern befinde. Gleichwohl müsse man „weiterkämpfen“. Oder wie von Wick es ausdrückte: „Wir sind weiter laufend unterwegs. Wir müssen noch weitere Einnahmen für die Rückrunde generieren – und werden das auch tun!“

 
 

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