Elina Tissen: Punktsieg nach Mitternacht

Wieviel Boxen und Kampfsport braucht der Mensch? In der Eissporthalle am Essener Westbahnhof zeigten in einem Mammutprogramm von 14 Fights Kampfkraft pur, Aggressivität und Siegeswillen. Fast sechs Stunden flogen die Fäuste, gab es in K1-Einlagen auch üble Tritte zu verzeichnen. Die Fans – nur knapp 300 an der Zahl – zeigten sich allerdings begeistert.

Wieviel Boxen und Kampfsport braucht der Mensch? In der Eissporthalle am Essener Westbahnhof zeigten in einem Mammutprogramm von 14 Fights Kampfkraft pur, Aggressivität und Siegeswillen. Fast sechs Stunden flogen die Fäuste, gab es in K1-Einlagen auch üble Tritte zu verzeichnen. Die Fans – nur knapp 300 an der Zahl – zeigten sich allerdings begeistert.

„Richtig technisch gutes Boxen“ zeigten nur wenige: An der Spitze der WM-Fight der Damen im Federgewicht. Auf diesen boxerischen Hochgenuss mussten die unentwegten Fans bis nach Mitternacht warten. Statt um 22.30 Uhr gab es Punkt null Uhr die Nationalhymnen von Österreich und Deutschland (mit einer Panne der Technik, die zwei Mal die Hymne Austrias auflegte), dann ging´s mächtig zur Sache.

Die fünfmalige Weltmeisterin Elina Tissen aus Warendorf, musste alle Register ihres Könnens ziehen, um einen Punktsieg gegen die mit 37 Jahren elf Jahre ältere Österreicherin Doris Köhler zu besiegen. Die „Seniorin“ hatte sich vorbereitet wie noch nie, wollte ihrem Interkonti-Titel auch den WM-Gürtel hinzufügen, den sie im Kickboxen bereits innehat. „Das ist die letzte große Chance meiner Karriere, die will ich nutzen…“ sagte sie vor dem Fight.

Weil mehrfach Pausen zwischen den Kämpfen eingelegt wurden und schon eine viel zu lange Bauchtanzeinlage der gebürtigen Marokkanerin Samira (18) die Boxfans unterhielt, warteten die Hauptkämpferinnen auf den ersten Gong bis Mitternacht. Elina Tissen kritisierte auch diese Wartezeit heftig: „Das war ein Hoch und Tief mit dem Adrenalin, ich war froh, als es endlich losging und ich den ersten Gong hörte.“

Im Ring zeigte sie dann ihr Ausnahmekönnen, boxte konsequent ihr Programm durch. Tissen, die den Kampfnamen „Elin, the Machine“ trägt, machte dieser Bezeichnung alle Ehre. Nach etwas verschlafener erster Runde spulte sie ein Feuerwerk aus dem Boxlehrbuch ab. Die tapfere Österreicherin zeigte zwar den Kampf ihres Lebens, griff mutig an, brachte die Favoritin ein ums andere Mal in Verlegenheit, war aber gegen die Konter Elina Tissens ohne echte Chance. Zweimal wurde Doris Köhler, die trotzdem viel Beifall erhielt, angezählt.

Alle drei Punktrichter voteten klar für Tissen, die somit ihre drei aufs Spiel gesetzten WM-Gürtel (der Verbände WIBF, GBU und GBC) verteidigte und ihren 16. Sieg im 18. Kampf mit Erfolgstrainer Maiki Hundt ausgiebig feierte.

Unter den Zuschauern zwei weitere namhafte Fliegengewichts-Boxerinnen aus Essen: Profi-Weltmeisterin Nadia Raoui feierte bei der Boxnacht in ihren 28. Geburtstag. Mit von der Partie Elvira Müller vom BC Vogelheim, die im Amateurlager bereits Silber und Bronze bei den „Deutschen“ holte .

 
 

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