Die Jungs von VV Humann wollen furchtlos Vollgas geben

Humann-Zuspieler Christoph Bielecki.
Humann-Zuspieler Christoph Bielecki.
Foto: WAZ FotoPool

Das Leitmotiv prangt ganz oben auf der Internet-Seite des VV Humann: „Wir punkten mit Emotionen.“ Leidenschaft und Einsatzbereitschaft haben beim VVH schon immer eine zentrale Rolle gespielt, und das wird natürlich auch in dieser Zweitliga-Saison so sein, in die Humann an diesem Samstag mit einem Heimspiel gegen SV Lindow-Gransee startet (19.30 Uhr, Wolfkuhle).

In der vergangenen Spielzeit lief’s nicht so prickelnd für die Steeler. Das junge Team, dem es naturgemäß an Erfahrung fehlt, landete auf einem Abstiegsplatz. Weil aber der TV Rumeln aus finanziellen Gründen seinen Startplatz in der 2.Liga zurückzog, durften die Essener nachrücken. Also zurück auf Los. „Unser Ziel ist wieder der Klassenerhalt. Mehr ist realistisch gesehen auch nicht drin“, sagt Cheftrainer Jens Bräkling.

Die Gründe liegen auf der Hand. „Wir haben uns im Vergleich zur Vorsaison noch einmal deutlich verjüngt. Aber es geht es vor allem darum, die Mannschaft zu entwickeln und besser zu machen.“ Der Altersdurchschnitt ist nur wenig höher als bei den Youngstern vom Volleyball-Internat Frankfurt. Da ist David Wiesche, Jahrgang 1986, schon der Papa der Truppe.

Drei Spieler, Marius Harrmann, Daniel Neumann und Jonathan Krause sind aus beruflichen Gründen nicht mehr dabei. „Wir haben sie von den Positionen her eins zu eins ersetzt mit Talenten aus der eigenen Jugend“, erklärt Bräkling. Tim Grozer (Außenannahme), Nils Kaelberlah (Mittelangriff) und Tim Dißmann (Libero) sind aufgerückt, ganz neu dabei ist Zuspieler Brar Ketelsen, der vom Zweitligisten Kiel ins Revier gewechselt ist und nun gemeinsam mit seinem Bruder Thies aufschlägt. Ketelsen absolviert ein freiwilliges soziales Jahr und will danach studieren. „Er ist sehr groß gewachsen und athletisch. Er bringt einen ganz anderen Spielstil mit, als wir ihn kennen“, beschreibt Bräkling, der früher selbst einmal Zuspieler beim VVH war - sogar in der 1.Liga.

Natürlich haben sich die Humänner auch bemüht, vielleicht mal eine erfahrene Kraft von außerhalb zur Wolfskuhle zu locken. Doch vergeblich. „Mit einigen waren wir in den Verhandlungen schon relativ weit, doch dann kam doch noch jemand, der mit Geldscheinen gewedelt hat.“ Da aber kann und will der VVH auch gar nicht mithalten. Selbst in der zweithöchsten deutschen Spielklasse haben sie ihren Spielern nie einen einzigen Euro zugesteckt. Ungewöhnlich, aber ganz sicher ein entscheidender Faktor, warum dieser Klub auch sportliche Dürrejahre überlebt hat. Er speist die Mannschaften stets mit Leuten aus der eigenen Nachwuchs-Abteilung, wo aufgrund der intensiven Arbeit stets neue Talente reifen.

Und deshalb geht es halt recht familiär zu in Steele. Auch auf der Trainerbank, wo Bräkling zu dieser Saison den Chefposten von Christoph Happe übernommen hat, damals Nachfolger von Falko Hildebrand. Und alle drei bilden sie noch immer ein Trainer-Team.

Das sich mit ihren Spielern ehrgeizig ans Werk macht. Nein, der Erfolgsdruck ist nicht besonders hoch. Alles kann, nichts muss. „Die Jungs sollen auch nicht ständig an den Klassenerhalt denken. Davon müssen sie sich freimachen. Wenn wir gut arbeiten, kommen die Ergebnisse von ganz allein“, so Bräkling. In der Vorbereitung haben die Humänner die Liga-Rivalen Delbrück und Braunschweig geschlagen. Im WVV-Pokal gab’s gegen Bocholt allerdings eine 0:3-Abfuhr. Aber dieser Gegner wird diesmal auch als Spitzenteam gehandelt.

 
 

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