Traurig, dass die Weltmeisterschaft nicht im Fernsehen gezeigt wird

Immer wieder gibt es Aktionen, um den Nachwuchs für den Handball zu begeistern. Im vergangenen August gelang dies der HSG Gevelsberg-Silschede, die während der Jugend-Handballtage einen Star-Talk mit Heiner Brand (Foto) und Daniel Stephan organisiert hatten.
Immer wieder gibt es Aktionen, um den Nachwuchs für den Handball zu begeistern. Im vergangenen August gelang dies der HSG Gevelsberg-Silschede, die während der Jugend-Handballtage einen Star-Talk mit Heiner Brand (Foto) und Daniel Stephan organisiert hatten.
Foto: Michael Scheuermann

Ennepe-Ruhr..  Wenn im Januar die Handball-Weltmeisterschaft in Katar in Szene geht, dann bleiben die deutschen Fernsehschirme schwarz. Nachdem Verhandlungen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern scheiterten, platzten ebenfalls die Gespräche mit Vertretern von weiteren frei empfangbaren Sendern wie RTL oder Servus TV. Für den Bezahl-Sender Sky wird die Zeit ebenfalls knapp. Keiner Frage, dass diese Situation Vertreter heimischer Handball-Vereine nicht gut heißen.

WM ab 15. Januar in Katar

Vom 15. Januar bis zum 1. Februar findet die Weltmeisterschaft der Männer in Katar statt, für welche die deutsche Nationalmannschaft dank einer Wildcard nach der verpassten sportlichen Qualifikation teilnimmt. Dass die Spiele werden nicht frei empfangbar über die Bildschirme in deutschen Wohnzimmern laufen, ist eine bittere Tatsache für alle Handballfans, die auch unsere Vereine im Kreis Ennepe-Ruhr betrifft.

Angesprochen auf die fehlende Übertragung und mögliche negative Auswirkungen zeigten Spieler, Trainer und Verantwortliche folgende Reaktionen:

Bastian Möller (Spieler RE Schwelm): „So etwas ist natürlich nicht gut für den Handball. Das ist nicht nur für den möglichen Nachwuchs schlecht, sondern auch für viele Trainer und Spieler. Bei solchen Turnieren gibt es oft taktisch richtungsweisende Dinge, die für jeden Handballer interessant sind.“

Jürgen Sproedt (Geschäftsführer CVJM Gevelsberg): „Das ist schon heftig für den Handball. Eine Weltmeisterschaft ist ein großer Werbefaktor, der uns jetzt fehlt. Die Jugend wird dringend gebraucht und die Konkurrenz anderer Sportarten wird immer größer. Die Wildcard hat Deutschland zudem vor allem bekommen, weil der Handball bei uns so populär ist und die Einschaltquoten immer sehr gut waren.“

Fabian Vogel (Spielertrainer HC Ennepetal): „Das ist auf jeden Fall nicht zuträglich für den Handballsport, keine Frage. So gerät der Handball ein wenig in den Hintergrund. Ob das große Auswirkungen auf die Zuwachszahlen im Nachwuchsbereich hat, wird sich zeigen.“

Philipp Kersthold (Spielertrainer TG Voerde): „Für die wohl zweitbeliebteste Sportart im Land ist das schon sehr schade. Der Fußball rückt dadurch noch mehr in den Vordergrund und die übrigen Sportarten geraten aus dem Fokus. Dabei geht es um Summen für die Übertragungsrechte, die nur einen Bruchteil von denen beim Fußball ausmachen, daher ist es schon traurig, dass keine freie Übertragung zustande kommt.“

Björn Rauhaus (Spieler HSG Gevelsberg-Silschede): „Ich habe die Wildcard für Deutschland kritisch gesehen, trotzdem ist es sehr schade, dass die WM nicht übertragen wird. Die Kinder, die etwa nach der Weltmeisterschaft 2007, als Deutschland den Titel gewonnen hat, den Handballvereinen die Türen eingerannt haben, landen jetzt in anderen Sportarten.“

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