Nachwirkung vom Länderspiel

Seit dem Länderspiel gegen England Anfang September verletzt: Lukas Klostermann (hier gegen Niederlande).
Seit dem Länderspiel gegen England Anfang September verletzt: Lukas Klostermann (hier gegen Niederlande).
Foto: Bongarts/Getty Images

Gevelsberg/Leipzig.  Am gestrigen Donnerstag begann für die U19-National-Mannschaft das Qualifikations-Turnier für die Fußball-Europameisterschaft 2015. Eigentlich zählt der Gevelsberger Lukas Klostermann zum Kader um Trainer Marcus Sorg. Auch zählt er zu den Spielern, die zuletzt in der Startelf standen. Doch in diesen Tagen ist er beim Turnier in Lettland gar nicht dabei – in Folge einer Gesichts-Verletzung.

Ende August ist er von Bochum nach Leipzig gewechselt, dann kamen zwei Länderspiele und eines davon endete mit einem Schlag ins Gesicht. Noch heute laboriert Lukas Klostermann an den Folgen. Und damit geht einher, dass der Gevelsberger Abiturient weder ein Spiel beim sächsischen Fußball-Zweitligisten absolvierte noch im Kader auftaucht.

Es war der 8. September als er im U19-Länderspiel gegen England bei einem Kopfballduell den Ellenbogen seines Gegenspielers ins Gesicht bekam. Klostermann erlitt eine Platzwunde, die mit 15 Stichen genäht werden musste. Die Begegnung endete vor 3.150 Zuschauern in Oberhausen mit 1:1-Unentschieden. Dazu schwoll seine Lippe an, zwei wackelige Schneidezähne trug er davon. Der Gevelsberger erlitt einen Zahnschiefstand und muss eine Spange tragen. Klostermann wird im Boulevard-Blatt zitiert: „Mir geht es von Tag zu Tag besser.“

Zu allem Überfluss erkrankte Lukas Klostermann anschließend an einer Lebensmittelvergiftung. Salmonellen hatten für einen zweiwöchigen Krankenhaus-Aufenthalt gesorgt. Möglicherweise hat die Behandlung seiner Gesichts-Verletzung mit Antibiotika dazu geführt. „Jedenfalls ist es keine Sache der Muskulatur, Bänder oder Knochen“, so sein Vater Andree Klostermann. „Es ist eine Krankheit, die abklingt.“

Immerhin ist Lukas Klostermann wieder ins individuelle Training eingestiegen, zuletzt hat er auch am Mannschafts-Training teilgenommen. Im Kader von RB Leipzig wird er indes noch nicht stehen. Das ist noch zu früh, dafür ist der Körper von Klostermann noch nicht stark und fit genug.

Europameisterschaft im Juli 2015

Auch im Kader der U19-Nationalmannschaft ist er heuer nicht vertreten. Diese bestreitet in diesen Tagen die erste Qualifikationsrunde für die kommende Europameisterschaft, die vom 6. bis 19. Juli 2015 in Griechenland in Szene gehen wird. Gegen Kasachstan, Lettland und Österreich gehen die Quali-Spiele für den Titelverteidiger in dem Turnier bis zum 14. Oktober. Insgesamt gibt es zwölf Qualifikations-Gruppen. Die ersten Beiden der jeweiligen Gruppe sowie der beste Dritte können sich über eine so genannte Elite-Runde im kommenden März für die Endrunde qualifizieren. Sieben Mannschaften plus Gastgeber Griechenland werden schließlich um den EM-Titel im Juli 2015 spielen. Möglich, dass Lukas Klostermann dann wieder dabei ist.

Wiedersehen mit Bochum?

Vielleicht kann Lukas Klostermann den National-Dress überstreifen, wenn vom 10. bis 18. November ein Länderturnier in Griechenland gespielt wird. Neben dem Gastgeber sind noch die Vertretungen von Spanien und Frankreich am Start. Vielleicht kann er auch bald ins Zweitliga-Geschehen eingreifen. Vielleicht sogar gegen seinen ehemaligen Klub VfL Bochum. Die Mannschaften treffen am 24. Oktober in Sachsen aufeinander. VfL-Trainer Peter Neururer jedenfalls macht keinen Hehl aus seiner Abneigung gegen den von den meisten Fans so verabscheuten RasenBallsport Leipzig. „Mit RB gibt es keine fairen Deals“, polterte Neururer in der „Sport-Bild“. Und über Klostermann wird er in der WAZ Bochum zitiert: „Bei uns hätte er einen Weg eingeschlagen, von dem ich sage: Der führt ihn bis in die Nationalmannschaft. Jetzt spielt er in Leipzig in der U19. Das sind drei Schritte zurück.“ Wer weiß, ob es in gut zwei Wochen eine Antwort auf dem Platz geben wird.

 
 

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