Knoche trainiert die SpVg Hagen 11

Benjamin Knoche (M.).
Benjamin Knoche (M.).
Foto: WAZ FotoPool

Hagen/Ennepetal..  Fußball-Landesligist SpVg Hagen 11 ist bei der Suche nach einem neuen Trainer fündig geworden. Benjamin Knoche wird im Sommer die Nachfolge von Gerd Dyballa antreten, der zum Saisonende ausscheidet. Der 35-jährige Volmarsteiner hat zunächst einmal für ein Jahr bei den Emstern zugesagt.

„Wir sehen in ihm einen Mann mit jungen frischen Gedanken, der der Mannschaft als Fixpunkt neue Impulse geben kann“, freut sich Elfer-Chef Magnus Becker darüber, den zweimaligen deutschen Jugendmeister, der sogar Bundesligaluft schnuppern durfte, als künftigen Coach gewonnen zu haben. Bei Traditionsklubs wie Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach oder den Sportfreunden Siegen sammelte der Defensivmann vorwiegend auf Oberligaebene viel Erfahrung.

79 Minuten Bundesliga

Im Oktober 1997, Knoche ist gerade 19, hat die steile Karriere den Wetteraner nicht nur zu zwei deutschen Meistertiteln mit der Dortmunder A-Jugend, sondern über die BVB-Amateure in den Profikader geführt. Dort herrscht gerade Krisenstimmung, denn der Weltpokal- und Champions-League-Sieger dümpelt nach neun Spieltagen in der Abstiegszone. „Es hieß, dass in dieser Situation endlich mal die jungen Spieler zum Zug kommen sollten“, erinnert sich Knoche Fans und Medien rebellieren. Kein Wunder angesichts eines ebenso prominenten wie teuren Kaders mit vielen Stars. Trainer Nevio Scala beugt sich dem Druck – und stellt Knoche im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen auf. Von Beginn an. Einer von denen, die auf die Bank mussten, war Michael Zorc. Vor 75 000 Zuschauern läuft er im Westfalenstadion ein. „Die Fans haben meinen Namen bei der Aufstellung voll mitgebrüllt, da hatte ich schon eine ordentliche Gänsehaut“, so Knoche. Unvergesslich. Nach 79 Minuten endete sein Abenteuer Bundesliga. „Die Stars haben nur das Nötigste mit uns jungen Spielern gesprochen.“ Ein 19-jähriger Knoche war neben Kohler, Sammer, Möller und Co. nur eine kleine Randfigur. Drei U21-Länderspiele kommen im Laufe der Saison hinzu. Zwar wechselt Benjamin Knoche nach einer Zwischenstation in Siegen später mit seinem Förderer Horst Köppel noch zu den Amateuren der Mönchengladbacher Borussia – auch dort bleibt die Hoffnung auf weitere Bundesliga-Einsätze unerfüllt. Die enttäuschten Erwartungen von damals sind mittlerweile einer schönen Erinnerung gewichen: „Das nimmt mir niemand mehr“, sagt Knoche.

Als Trainer hat Benjamin Knoche bei seinem aktuellen Verein FSV Vohwinkel Wuppertal im U19-Bereich erste Erfahrungen gesammelt. Hagen 11 wird seine erste Trainerstation im Seniorenbereich.

Vater Karl Knoche ist zwar seit zwei Jahren als Jugendcoach bei den Elfern tätig, aber das habe bei seiner Zusage eine untergeordnete Rolle gespielt, berichtet der künftige Bezirksliga-Trainer. Frank Hintzke, Sportlicher Leiter der Emster, wollte Benjamin Knoche schon vor zwei Jahren als Spieler holen. „Wir haben gegeneinander gespielt, als ich bei den BVB-Amateuren und Frank Hintzke beim Hasper SV war“, so Knoche. Jetzt klappt es in einer anderen Konstellation mit der Zusammenarbeit.

„Im Moment steht die Mannschaft auf Platz neun, da will man sich nächste Saison verbessern“, richtet der Sport- und Fitnesskaufmann den Blick nach oben. Dass Klubchef Becker mit „Platz eins bis fünf“ die Latte ziemlich hoch hängt, schreckt Knoche nicht: „Es ist ja nicht schlecht, wenn man sich hohe Ziele setzt.“

Natürlich, schränkt Magnus Becker ein, müsse man erst einmal abwarten, wie die Kaderplanung verläuft. Aus dem aktuellen Team haben bisher zehn Spieler für die kommende Saison zugesagt, fünf weitere haben Bedenkzeit.

Ab Herbst Kunstrasen in Emst

Dass in der Bezirkssportanlage Emst, wo die Elfer demnächst kicken werden, ein Kunstrasenplatz entsteht, schadet der Anziehungskraft des Klubs bei der Personalsuche natürlich nicht. „Ich rechne damit, dass wir in den Herbstferien umziehen können“, blickt Magnus Becker voller Vorfreude nach vorn. Der Klubchef hofft, dass die Bezirksliga-Elf unter Benjamin Knoche bis zu diesem Zeitpunkt schon fleißig Punkte eingesammelt hat.

 
 

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