In der achten Minute der Nachspielzeit gelingt Daniel Kritzler der Siegtreffer für Breckerfeld

Per Strafstoß erzielt Sebastian Schneider die 1:0-Führung für Breckerfeld.
Per Strafstoß erzielt Sebastian Schneider die 1:0-Führung für Breckerfeld.
Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen/Breckerfeld.  Bis in die Schlussphase war es ein purer Fußball-Festtag, wie ihn Hagen lange nicht erlebt hat. Etwa 1.300 Besucher sorgten für eine großartige Kulisse beim ersten Bezirksliga-Aufstiegsspiel zwischen dem SSV Hagen und Schwarz-Weiß Breckerfeld, rund um die Eilper Wörthstraße herrschte Parkchaos. Am Ende kam auch Dramatik auf dem Kunstrasen auf mit gleich mehreren Wendungen dazu, zudem auch viel Hektik und einige unschöne Szenen. Bei der Fortsetzung in einer Woche in Silschede ist kühler Kopf gefragt, zumal eine Entscheidung nach dem knappen Breckerfelder 3:2 (1:0)-Erfolg noch nicht gefallen ist.

Gastgeber Fichte freut sich

„Das hat der Fußball mal wieder verdient.“ Reinhard Flormann, Klubchef des ausrichtenden Fichte Hagen, konnte der Ausgang des ersten Duells egal sein. Er freute sich über die vollen Ränge: „So viel Zuschauer hatten wir selbst bei der Platzeinweihung hier nicht.“ Erst mit 15 Minuten Verspätung konnte Schiedsrichter Dirk Liermann anpfeifen, bis ein Großteil der Besucher es auf den Platz an der Wörthstraße geschafft hatte.

Führung per Strafstoß

In der ersten Halbzeit verpassten auch die Zuspätgekommenen zunächst ohnehin nicht viel. Breckerfeld wirkte im Angriff etwas planvoller, die Führung indes resultierte aus einem SSV-Fehler. Giuseppe Giacco vertändelte im Strafraum den Ball an Philip Zimmermann, riss diesen dann um (34.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Sebastian Schmidt sicher. Und kurz darauf hätte es fast 0:2 geheißen, im letzten Moment warf sich der gute SSV-Keeper Marcel Wiehager in den Schuss von Patrick Tanberg. Das schien die Hagener zu wecken, jetzt kam auch Lorenzo Restieri zu zwei Chancen. Insgesamt konnte der SSV glücklich sein, dass Breckerfeld bei Konterchancen von Florian Hesterberg und erneut Tanberg zur Pause nicht noch höher führte.

Auch nach dem Wechsel hatte Schwarz-Weiß die erste Torgelegenheit, als SSV-Abwehrspieler Timo Schröder eine Hereingabe Tanbergs fast ins eigene Tor lenkte (51.). Doch allmählich agierte auch der SSV druckvoller. Und wäre fast schnell belohnt worden, als Nurullah Atac mit einem Gewaltschuss zunächst die Unterkante der Latte, der sonst weitgehend wirkungslose Amir Smajic im Nachschuss den Außenpfosten traf. Auch einen Schuss von Enes Demir parierte Breckerfelds Keeper Tobias Wurm (76.), gefährlicher blieb aber ohnehin das Team von SW-Trainer Klaus Joraschkewitz. Schulbuchmäßig konterte Breckerfeld den SSV in der 84. Minute aus, nach Vorarbeit von Rado Dorsch traf der gerade eingewechselte Marco Reibert überlegt zum 0:2. Das schien eine Vorentscheidung im Aufstiegskampf, der SSV wirkte angeschlagen.

Doch fast aus dem Nichts schlug das Höing-Team zurück. Zunächst gelang Teamkapitän Tim Paulsen nach langem Ball per Kopfball-Heber – Hollands Robin van Persie lässt grüßen – der Anschlusstreffer (87.). Mittlerweile hatte die Hektik auf dem Platz und am Spielfeldrand stark zugenommen, nach dem Zusammenbruch von Breckerfelds Tim Lokaj im Strafraum unterbrach Liermann für mehrere Minuten. Den Tathergang abseits des Balles hatte indes kein Unparteiischer gesehen, es ging ohne Sanktionen weiter. Und der SSV nutzte die allgemeine Verwirrung, als Domenico Restieri in der Nachspielzeit per Kopf nach einem Freistoß ausglich.

Erhitzte Gemüter

Die Partie war aber noch lange nicht zuende, noch einmal konterte Breckerfeld. Ein von Schröder unglücklich abgefälschter Ball landete vor den Füßen von Daniel Kritzler, der besorgte in der achten Minute der Extrazeit den 2:3-Endstand. Was wiederum den SSV erboste, weil zuvor ein vermeintliches Foul an Demir nicht geahndet worden war. Nur mit Mühe konnten Mitspieler Atac zurückhalten, auf die Breckerfelder loszustürmen. Und erst als sich die Gemüter beruhigt hatten, gingen auch die Spieler des Siegers in die Kabine.

 
 

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