Henningsens dummes Foul lässt Spiel kippen

Schwelm/Rostock.  1530 Zuschauer standen in der Rostocker Stadthalle, klatschten und feierten ihre Seawolves. Das 98:71 gegen die EN Baskets Schwelm war der erste Heimsieg der laufenden Saison und zugleich der höchste Sieg seit dem Aufstieg der Hansestädter in die 2. Basketball-Bundesliga ProB.

Rostock Seawolves –
EN Baskets Schwelm 98:71 (45:33)

Die Viertel: 23:21, 22:12, 28:24, 25:14
EN Baskets: Stodolski (2), Novak (18), Crawford (7), Perl (15), Brückmann (8), Padberg (2), Schröter (4), Erdhütter (2), Tietz, Henningsen (7), Raß (2), Turudic (4).

Für Gegner EN Baskets Schwelm war es durchaus ein Debakel. Zum Ende des zweiten Viertels bog das Team von Coach Sebastian Wild auf die Siegerstraße ein und führte in der gesamten zweiten Halbzeit zweistellig. Insgesamt holten die Rostocker, außerdem satte 37 Rebounds, während es die Kreisstädter gerade einmal auf 18 brachten.

Gut, die EN Baskets hatten eine lange Anreise, nahmen sich aber entsprechende Pausen, um sich ohne müde Beine bei den Rostockern zu präsentieren. Trainer Miodrag „Pure“ Radimirovic: „Die lange Fahrt lasse ich als Entschuldigung nicht gelten.“ Das unmittelbare Aufwärmen vor Spielbeginn war intensiv und entsprechend der Start ins Spiel. Aggressive Verteidigung und konzentrierte Abschlüsse brachten den Gästen eine Sechs-Punkte-Führung (5:11, 5.). Erst eine Rostocker Auszeit und die Einwechslungen von Sven Hellmann und David Rivers brachten die Gastgeber ins Spiel. In der 8. Minute traf Hellmann aus der Mitteldistanz zum 15:13. Die Führung wechselte anschließend hin und her, und die Zuschauer sahen in dieser Phase einen offenen Schlagabtausch mit einer 23:21-Führung der Norddeutschen zur Viertelpause. Die Baskets hatten bis dahin zwar durchaus eine starke Defense gespielt, aber daraus zu wenig Kapital geschlagen. 14 Turnovers produzierten die Seawolves im gesamten Spiel, sechs Steals gelangen den Baskets.

Vier-Punkte-Vorsprung

Eine knallharte Verteidigungsarbeit und temporeiches Umschaltspiel sowie die Korbgefahr von Lopez, Rivers, Murillo und Hunter verhalfen den Hausherren zu einem zweistelligen Halbzeitvorsprung (45:33). Dabei hatten sich die Schwelmer mit einer weiterhin tollen Verteidigungsleistung und einem in der Offensive starken Zeljko Novak zwischenzeitlich einen Vier-Punkte-Vorsprung erkämpft (13.). Dann aber kam es zur entscheidenden Szene, die den weiteren Verlauf der Begegnung maßgeblich beeinflusste. Ein unnötiges unsportliches Foul von Frederik Henningsen an der Mittellinie nur gut eine Minute nach Brückmanns Korbleger zum 29:25 nutzten die Seawolves mit zwei verwandelten Freiwürfen und einem Dreier zur 30:29-Führung. Die Baskets bekamen nun bis zur Halbzeit kein Bein mehr auf den Boden und kassierten – einschließlich der fünf Punkte nach Henningsens Foul – einen 20:4-Run. Dabei fingen die Rostocker bereits zu diesem Zeitpunkt elf Offensivrebounds und erhielten zahlreiche zweite Chancen.

Auch nach der Halbzeitunterbrechung blieb das spielerische Chaos der EN Baskets bestehen. Die Heimmannschaft baute den Vorsprung auf über 20 Zähler aus. Trotzdem schien es so, dass mit einer entsprechenden Energieleistung der EN Baskets durchaus etwas möglich wäre. Am Ende dieses Abschnitts lag die von Perl und Novak angeführte Team aber immer noch mit 16 Punkten zurück.

In der Verteidigung fahrig

Erst im letzten Viertel klappte es bei den Blau-Gelben wieder ein wenig besser. Nach einem 6:0-Lauf führte Rostock nur noch mit zehn Punkten (73:63, 31.). Kaum kam Hoffnung auf, wurden die Schwelmer in der Verteidigung wieder fahrig. Erneut holten die Seawolves einen Abpraller nach dem anderen, legten bis drei Minuten vor dem Ende einen 13:2-Lauf hin und gewannen das Spiel am Ende deutlich.

„Die Mannschaft hat bis zum unsportlichen Foul eine gute Leistung gezeigt und hatte eine klare Linie. Danach brachen wir ein und haben uns das Leben selbst schwer gemacht – vor allem mit den Rebounds. Und wer die Bretter kontrolliert, gewinnt das Spiel“, erklärte „Pure“ Radomirovic die Niederlage. „Außerdem fehlte uns ein Leader, nachdem Mathias Perl in Foulprobleme gekommen war und die anderen erfahrenen Spieler nicht in die Rolle geschlüpft sind“, fügte er hinzu.