Flanke von Winczura und Kopfball von Kupilas machen Ennepetal froh

Florian Gerding, Robin Gallus (von Michael Kupilas verdeckt) und Christian Hausmann (v.l.) bejubeln den Torschützen.
Florian Gerding, Robin Gallus (von Michael Kupilas verdeckt) und Christian Hausmann (v.l.) bejubeln den Torschützen.
Foto: Michael Scheuermann

Ennepetal..  Welch’ ein Start in die Rest-Saison der Fußball-Oberliga! Dem TuS Ennepetal ist mit dem 1:0 (1:0)-Sieg im Nachholspiel gegen die Hammer SpVg eine kleine Sensation gelungen. Mit einer bisher der besten Saisonleistungen. Mit einer taktischen und kämpferischen Meisterleistung – wenngleich nicht immer das Geschehen auf dem Kunstrasen attraktiv war.

Doch gerade das war es, was die Ennepetaler so stark gemacht hat an diesem Samstagnachmittag. Denn Ennepetal wollte keineswegs einen Hurra-Stil in irgendeiner Form bieten. Vielmehr war angesagt, dem schnellen Spiel der Gäste entgegen zu wirken. Insbesondere den beiden pfeilschnellen Stürmern Jochen Höfler und Winterneuzugang Romas Maciejak galt die größte Aufmerksamkeit. Die Gäste fanden aber kein probates Mittel, gegen das engmaschige Netz der Ennepetaler anzurennen oder zu überlisten.

Gastgeber-Trainer Imre Renji hatte seinen Spielern das laufintensive 4-1-4-1-System verordnet. Damit gelange es dem Gastgeber, das Tempo der Gäste aus dem Spiel heraus zu nehmen. Hinten schaffte es Björn Sobotzki und Maik Bollmann, den Sturmspitzen kaum Platz zu geben. Anspiele wechselweise auf Höfler oder Maciejak gingen meist ins Leere. Außen hatten Florian Gerding und Lukas Winczura die Lage fest im Griff.

Angeschlagen ins Spiel

Winczura war angeschlagen und mit leichtem Trainings-Rückstand ins Rennen geschickt worden. „Ich habe auf seine Erfahrung in der Oberliga gesetzt“, so Imre Renji nach der Begegnung. Und Winczura dankte es mit einer klassen Leistung, mit einer enormen Laufbereitschaft und mit der entscheidenden Flanke zum Tor des Tages.

Denn knapp eine halbe Stunde war gespielt, beide Mannschaften tasteten sich noch mehr oder weniger ab, neutralisierten sich weitestgehend gegenseitig, als Winczura zum Solo auf der linken Außenbahn ansetzte. Er hatte freie Bahn, wurde nicht wirklich angegriffen. So kam er unbedrängt zur mustergültigen Flanke. In Mitte stand Michael Kupilas goldrichtig und köpfte zum Tor des Tages ein. Übrigens hatte er erst kurz vor Spielbeginn erfahren, dass er zur Start-Elf zählen sollte. Jedenfalls machten bei seinem Kopfball sowohl Gäste-Keeper Manuel Lenz, dem in dieser Situation nichts von seiner höherklassigen Erfahrung (u.a. in Regionalliga beim Wuppertaler SV oder 3. Liga bei Preußen Münster) erahnen ließ, als auch Niklas Rieker eine unglückliche Figur. Den Ennepetalern soll es egal gewesen sein.

Dass Hamm stark und gefährlich sein kann, wenn schnell gespielt wird, gab es in einigen Szenen zu sehen. So als Ennepetals Keeper Marvin Weusthoff mit Bollmann rechtzeitig und hintereinander retten konnten, als Maciejak, Özkaya und Demir einschussbereit vor dem Ennepetaler Gehäuse standen (27.), so als Weusthoff und Sobotzki im letzten Moment Chancen von Demir und Höfler vereitelten (37.) oder so als nach einem Ennepetaler Freistoß Weusthoff einen vielversprechenden Konter von Höfler und Dos Santos entschärfen konnte (75.). Überdies erhöhte Hamm in der Schlussviertelstunde den Druck erheblich, bot mit den eingewechselten Prinz und Radke sowie mit Maciejek, Khimiri und Höfler gleich fünf Stürmer auf.

Fünf Stürmer in Schlussphase

Ennepetal hielt dem Sturm stand. Auch dank einer herausragenden Leistung von Christian Hausmann, der als defensiver Mittelfeldspieler die Regie aus der Tiefe des Raumes inne hatte, immer wieder mit einer tollen Übersicht und einer ausgesprochen sicheren und guten Ballbehandlung angenehm auffiel.

Wechselweise offensiv wie defensiv rackerte die zweite Mittelfeldreihe mit Luciano Sabellek, Timo Erdmann, Michael Kupilas und Robin Gallos. Nominell als einzige Spitze war Mike Hibbeln aufgeboten, der aber mit einer großartigen Laufleistung zu den Seiten, aber auch ins rückwärtige Mittelfeld für viele Lücken sorgte.

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