Nico Hülkenberg ist Startfahrer

Emmerich..  Nico Hülkenberg wird heute um 15 Uhr bei den legendären 24 Stunden von Le Mans als Startfahrer für sein Porsche-Team das Motorsport-Event eröffnen. Der Emmericher, der sich mit dem Briten Nick Tandy und dem Neuseeländer Earl Bamber am Steuer des Fahrzeugs mit der Nummer 19 abwechselt, wird von Position drei das Rennen aufnehmen. Vor Hülkenberg werden nur die beiden weiteren Porsche 919 Hybrid stehen. „Wir haben eine großartige Mannschaft und drei siegfähige Autos“, freut sich Fritz Enzinger, Leiter des Le-Mans-Projekts bei Porsche, über das überzeugende Qualifying seiner drei Fahrer-Trios.

Mehr als 250 000 Zuschauer

Zur 83. Auflage des Klassikers werden wieder mehr als 250 000 Zuschauer erwartet. Fast 2500 Medienvertreter aus aller Welt werden über die Veranstaltung berichten. Damit gehört Le Mans zu den größten Einzelsport-Ereignissen der Welt. „Es ist magisch hier“, ist auch Nico Hülkenberg fasziniert von der einzigartigen Atmosphäre.

Wenn die Prototypen am Sonntagnachmittag das Ziel erreichen, werden sie auf dem 13,629 langen Circuit de la Sarthe im Nordwesten Frankreichs rund 5000 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von deutlich über 200 km/h zurückgelegt haben. Dabei müssen die Fahrer weite Teile über Landstraßen rasen mit einem Tempo von teilweise mehr als 300 km/h – auch während der Nacht. Das Rezept zum Wachbleiben bei seinem Debüt im 24-Stunden-Klassiker von Le Mans kennt Nico Hülkenberg bereits. „Ich trinke einfach zehn Espresso“, schmunzelt der Niederrheiner, der auch den Verkehr mag. Das sei etwas, dass er aus der Formel 1 nicht gewöhnt sei. Dadurch komme noch ein zusätzlicher interessanter Aspekt hinzu.

„In seine fahrerischen Qualitäten haben wir vollstes Vertrauen, und er wird auch ganz bestimmt gut in unser Werksteam passen“, hatte Fritz Enzinger vor einigen Monaten zur Verpflichtung Hülkenbergs gesagt. Und der Gastfahrer aus der Formel 1 erfüllt bislang die Erwartungen. „Ich habe keine Mühe mit der Umstellung. Ich muss in meinem Kopf dann entweder auf die eine oder die andere Software zugreifen“, bestätigt Hülkenberg.

Aufgepumpt mit Adrenalin

Auf dem Flug vom Formel 1-Rennen in Kanada nach Le Mans habe er allerdings nur schlecht schlafen können und sei übermüdet angekommen, erzählt der 27-Jährige. Von Risiken durch die Doppelbelastung wolle er aber nichts wissen. „In Le Mans gibt es doch viele Geraden, da hat man Zeit zum Erholen“, scherzt Hülkenberg und fügt hinzu: „Ich werde so aufgepumpt mit Adrenalin sein, dass es keine Frage von Müdigkeit sein wird, wenn ich nachts ins Auto steige.“

Zu den Unterschieden zwischen einem Formel 1-Boliden und dem LMP1-Rennwagen sagt Hülkenberg: „Der Porsche ist geschlossen“. Das sei somit eine andere Umgebung und ein anderes Gefühl. Es gebe keinen Wind und kaum Lärm, erklärt der Emmericher. Und: Der Langstreckenwagen habe Allradantrieb und Traktionskontrolle. Daran müsse er sich und seinen Fahrstil anpassen, so Hülkenberg. „Am Ende ist es aber immer noch ein Rennauto, das schnell gefahren werden muss“.

Noch soll die Le-Mans-Premiere allerdings eine schöne Ausnahme bleiben. „Ich sehe mich weiter in der Formel 1, würde dort gerne noch ein paar Jahre mehr haben“, bekräftigt Hülkenberg.

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