Neuer Sportplatz in Bislich steht auf der Kippe

Am Niederrhein.  Es schien alles in trockenen Tüchern zu sein, die ersten Arbeiten waren auch bereits von fleißigen Vereinsmitgliedern erledigt – doch nun haben sich dunkle Wolken über die Zukunft des neuen Sportplatzes des SV Bislich zusammengebraut. Die zwingend zum Vertragswerk mit der Stadt gehörende „Vertragserfüllungsbürgschaft“ kann derzeit vom Verein nicht eingereicht werden. Die Privatperson, die sich für diese Bürgschaft bereiterklärt hatte, „ist abgesprungen, da geht kein Weg dran vorbei“, räumt Hans-Peter Faerber ein. Nun ist der Vereinsvorsitzende mit seinen Mitstreitern auf der Suche nach einem neuen Bürgen. „Wir führen mehrere Gespräche, die Sache scheint nicht aussichtslos“, sagt Faerber. Bis auf weiteres ruhen jetzt alle Arbeiten.

Dabei geht es um eine Bürgschaft für rund 200 000 Euro – der Verein beziffert sie auf 180 000, die Stadt auf 208 000 Euro. Dies stellt auf jeden Fall die in Euro umgerechnete Eigenleistung dar, die vom Klub und seinen Helfern zu erbringen ist. Sollte diese „Muskelhypothek“ ausbleiben, dann könnte sich die Stadt finanziell beim Bürgen bedienen und Unternehmen für die anfallenden Arbeiten beauftragen. „Der Rat hat immer darauf bestanden, dass diese Bürgschaft Teil des Vertrages ist“, erzählt Faerber. Bis vor wenigen Tagen war der 57-Jährige auch noch sicher, alles Notwendige erledigt zu haben. Dann sprang der Bürge ab. „Ich kenne auch keine Begründung für diese Entscheidung“, so Faerber.

Dieser Betrag, für den nun ein neuer Bürge benötigt wird, stellt die Differenz zwischen einem neuen Tennenplatz und einer Kunstrasenanlage dar. „Damit ist nur der Kunstrasen derzeit vom Tisch. Beim neuen Tennenplatz und dem Umkleidegebäude, da haben wir ja keine Eigenleistung“, meint Hans-Peter Faerber.

Dieser Sichtweise will sich Ludger Hovest so nicht unbedingt anschließen. „Die Zusagen sind natürlich im Gesamtkonzept zu sehen, so wie das erarbeitet wurde“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende im Weseler Rat. Deshalb müsse man sich eventuell auch Gedanken machen, „ob der Rest überhaupt Sinn macht, wenn es keinen Kunstrasenplatz gibt“. Darüber ein abschließendes Urteil fällen, das will Ludger Hovest jedoch nicht. Aber eines versichert er: „Zu unseren Zusagen der letzten Jahre stehen wir.“

Kein Zeitrahmen für die Suche

Auch der für den Sportbereich zuständige Erste Beigeordnete Daniel Kunstleben sieht ohne Bürgschaft die anderen Teile des Projektes ebenfalls nicht als automatisch gegeben an. „Alles beruht ja auf dem Beschluss vom Dezember 2014. Aber wenn die Bürgschaft nicht vorliegt, dann ist auch der Beschluss nicht umzusetzen“, sagt er. Deshalb sei es für alle Beteiligten am einfachsten, wenn ein neuer Bürge gefunden würde. „Sonst müsste man sich mit dem Verein an einen Tisch setzen und überlegen, wie es weitergeht und ob alle an einer B-Lösung Interesse haben. Auf jeden Fall läuft man Gefahr, dass man wieder von vorne beginnt“, erläutert Daniel Kunstleben.

„Das ist eine missliche Situation“, beschreibt Hovest die augenblickliche Gemengenlage bei der neuen Anlage am Feldwicker Weg. Er glaubt, dass sich „die Sache totlaufen wird, wenn der SV Bislich nicht irgendjemanden finden wird“. Zeitliche Fristen will sich dabei keiner der Beteiligten setzen. Auch wagt niemand eine Prognose, inwieweit sich das Projekt verzögert – sollte denn ein Bürge jetzt doch schnell zur Verfügung stehen. „Wir müssen erst einmal mit potenziellen neuen Partnern sprechen“, sagt Faerber.

Das gesamte Sportplatz-Projekt umfasst ein Volumen von 1,145 Millionen Euro, dabei kommen rund 800 000 Euro als Zuschuss von der Stadt. Mit dem Geld sollen ein neuer Kunstrasenplatz und neue Umkleidekabinen geschaffen werden. Nicht enthalten in der Summe ist ein neues Klubheim. Hier veranschlagt der Verein Kosten in Höhe von etwa 280 000 Euro, die durch Sponsoren und Eigenleistungen zu decken sind.

 
 

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