Formel-1-Pilot Hülkenberg sieht 2017 als ein Aufbaujahr

Die Fahrer der Formel 1 vor dem letzten Saisonrennen.
Die Fahrer der Formel 1 vor dem letzten Saisonrennen.
Foto: Force India F1 Team
  • Die FIA entscheideit am 30. November über den endgültigen Formel-1-Kalender
  • Der Emmericher wird sich ab sofort um seine Aufgaben bei Renault kümmern
  • Robert Fernley dankt Hülkenberg für sein Engagement bei Force India

Emmerich..  Die Teamkleidung hatte Nico Hülkenberg abgelegt. Leger in T-Shirt und Jeans ging es nach dem Saisonfinale in Abu Dhabi in die Amber Lounge. In der exklusiven Party-Location traf er dann auch viele Kollegen. So feierte etwa der frischgebackene Weltmeister Nico Rosberg mit Freunden und Familie den Titel. Felipe Massa, der sein letztes Rennen in der Formel 1 bestritten hatte, versuchte sich am späten Abend noch als DJ.

Abschalten war angesagt – nach einer Mammutsaison mit 21 Rennen. Im kommenden Jahr werden es voraussichtlich nur 20 Rennen sein, da der Große Preis von Deutschland erneut gestrichen wurde. Der endgültige Terminplan soll heute beim Treffen des Weltrats des Internationalen Automobilverbands (FIA) in Wien verabschiedet werden.

Auch wenn jetzt erst einmal vier Monate Winterpause anstehen, wird sich Hülkenberg nicht auf die faule Haut legen. Denn wie der 29-Jährige in Abu Dhabi verriet, hat er von seinem bisherigen Arbeitgeber Force India die Erlaubnis, sich ab sofort um seine neue Aufgabe bei Renault zu kümmern. So ist zeitnah auch schon ein Besuch in der Fabrik des Werksteams in Enstone anvisiert. Darüber hinaus müssen auch etliche administrative beziehungsweise logistische Dinge geklärt werden. So ist es bei den Rennställen üblich, dass noch vor Weihnachten ein Sitz für einen neuen Fahrer angepasst wird.

Neues Chassis werden benötigt

In Abu Dhabi wurde in jedem Fall bei Force India mit Platz vier in der Konstrukteurswertung das beste Ergebnis in der Geschichte des Teams gefeiert. Die Verantwortlichen vergaßen aber auch nicht, auf den Abschied von Hülkenberg einzugehen. „Wir danken ihm für alles, was er in den vergangenen fünf Jahren als Fahrer von Force India für uns getan hat“, so Robert Fernley, stellvertretender Teamchef. „Er hatte großen Anteil an unserem Vorankommen im Grid und es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten.“

Während Force India ungeahnte Höhen in dieser Saison erklommen hat, ist die Leistung von Renault doch sehr überschaubar gewesen. Gerade einmal acht Punkte waren am Ende auf dem Konto. Hülkenberg geht dann zurzeit auch nicht davon aus, dass er im kommenden Jahr einen Stammplatz in den Punkten haben kann. „Nach dem Verkauf des Rennstalls in der letzten Saison war das Team in keiner einfachen Situation. Auch 2017 wird noch ein Aufbaujahr für uns. Top 6-Plätze werden sicher schwierig. Selbst Top Ten wird wohl schon eine Herausforderung werden“, wird der Emmericher vom Fachmagazin Auto, Motor und Sport zitiert.

Einige Experten im Paddock prognostizieren dem französischen Werksteam dennoch auch schon kurzfristig eine gute Entwicklung. Denn Renault ist finanziell weit besser aufgestellt als Force India. Da durch diverse Regeländerungen ein komplett neues Chassis für 2017 gebaut werden muss, werden die Karten eh neu gemischt. Wie sich Force India dann aus der Affäre ziehen wird, ist ungewiss. Auch Hülkenberg tappt im Dunkeln. Denn die Entwicklungsabteilung seines bisherigen Arbeitgebers blieb für ihn schon seit längerem verschlossen.

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