„Ziel Aufstieg wäre unprofessionell“

Thomas Tartemann
Trainer Milan Sasic zeigt Richtung Gipfel. Das Ziel Aufstieg gibt der Kroate allerdings nicht aus. (Foto: Christoph Reichwein / WAZ FotoPool)
Trainer Milan Sasic zeigt Richtung Gipfel. Das Ziel Aufstieg gibt der Kroate allerdings nicht aus. (Foto: Christoph Reichwein / WAZ FotoPool)
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg.  Nach dem antsrengenden Trainingslager in Südtirol haben die Profis des MSV Duisburg die erste harte Phase der Vorbereitung abgeschlossen. Morgen (15 Uhr) präsentieren sich die Zebras bei Hamborn 07, am Dienstagabend kommt Litex Lovech in die MSV-Arena. Trainer Milan Sasic wird auf einigen Positionen weiter tüfteln und zeigt sich mit dem aktuellen Leistungsstand seiner Truppe zufrieden.

„Wir haben einen Kader zusammengestellt, in dem die Jungs zwei, drei verschiedene Positionen spielen können. Auf den Flügeln haben wir die Schnelligkeit verbessert, im Torwartbereich mit der Verpflichtung von Florian Fromlowitz eine neue Konkurrenzsituation geschaffen“, resümiert Sasic, „dazu durch Markus Bollmann Routine in die Defensive gebracht. Aber wir forschen immer noch, wie sich die Spieler in den einzelnen Bereichen bemühen. In der Meisterschaft kann viel passieren. Wir wollen gerüstet sein.“

Zwar fehlt dem MSV nach dem Weggang von Wolverhampton-Leihgabe Stefan Maierhofer eine imposante, extrovertierte Figur mit Wachrüttel-Effekt, aber der Trainer sieht darin kein Problem: „Stefan war ein Typ, der immer bereit gewesen ist, sich für den Verein auszukotzen. Du kannst diese Leute nicht Eins-zu-Eins ersetzen. Aber wir haben auch diesmal sehr interessante Jungs dabei.“

Frechdachs Kastrati

Offensiv-Frechdachs Flamur Kastrati kann aufgrund seiner Lausbuben-Mentalität ein neuer Publikumsliebling werden. Mittelfeldspieler „Billy“ Pliatsikas steht für die körperbetonte, robuste Note. „Das sind Leute, die auf dem Platz brennen. Ich sehe das absolut positiv“, so Sasic, „wir spielen auf dem Platz mit intelligenter Aggressivität.“

Die stärkste Waffe deutet sich beim MSV in Sachen Standardsituationen an. „In unserer Liga fallen 40 Prozent der Treffer nach ruhenden Bällen. Wir haben uns in dem Bereich zuletzt schon verbessert, aber noch nicht die Spitze, die mir vorschwebt, erreicht“, will der Coach weitere Fortschritten sehen. Mit Jürgen Gjasula, Jiayi Shao, Kevin Wolze, Daniel Brosinski, Benny Kern oder Zvonko Pamic tummeln sich auch ohne den angeschlagenen Ivo Grlic zahlreiche Freistoß-Spezialisten. Sasic: „Wir haben mehrere Alternativen. Wenn Shao mit seiner Schussgewalt auf das Tor ballert, überlegt sich der Gegner zweimal, ob er sich in die Mauer stellt.“

Bei der Festlegung des Saisonziels hält sich der Kroate bedeckt. „Es wäre bei 13 Neuen unprofessionell, vom Aufstieg zu sprechen. Welche Ziele sollen dann Eintracht Frankfurt, Bochum und St. Pauli ausgeben? Ich will mit dem MSV unter die ersten sechs Mannschaften.“ Sasic schiebt nach: „Wir wollen uns wirtschaftlich so entwickeln, dass wir übernächste Saison nur noch Kader-Ergänzungen vornehmen. Dann können wir das Ziel Aufstieg formulieren.“