Wohl über 6000 Starter beim 30. Rhein-Ruhr-Marathon

Dirk Retzlaff und Friedhelm Thelen
Diesmal wird sich Magnus Kreth wohl keinem kurzfristig nachgemeldeten Kenianer geschlagen geben müssen. Samson Kosgei ist nicht dabei.
Diesmal wird sich Magnus Kreth wohl keinem kurzfristig nachgemeldeten Kenianer geschlagen geben müssen. Samson Kosgei ist nicht dabei.
Foto: WAZ FotoPool
Am Sonntagmorgen treten voraussichtlich etwa 6000 Starter beim 30. Rhein-Ruhr-Marathon an. Über die Hälfte von ihnen wird wohl die Halbdistanz laufen. Anders als in den Vorjahren soll der Sieger dieses Jahr aus der Region kommen. Magnus Kreth vom ASV Duisburg peilt seinen vierten Sieg an.

Duisburg. Am Sonntag gehen die Läufer beim 30. Rhein-Ruhr-Marathon auf die Strecke – und schätzen vor allem die gute Organisation. Etwas Besonderes zum 30. Rhein-Ruhr-Marathon am Sonntag? „In erster Linie wollen wir alles dafür tun, dass wir wieder einen guten Wettkampf organisieren“, konzentriert sich Uwe Busch, Geschäftsführer des Stadtsportbundes, aufs Wesentliche. Aber dennoch – so ganz ohne Freude an der runden Zahl möchten es die Macher doch nicht machen. „Wir haben Staffeleien mit Erinnerungen an alle bisherigen Veranstaltungen“, sagt Busch. Und bei der Party für Helfer und Teilnehmer wird eine Band aufspielen.

Keine Start- und Preisgelder

Der Duisburger Marathon ist eine bodenständige Veranstaltung – und gerade deswegen so beliebt. „Die Leute am Streckenrand haben wieder ungeheuer viel vorbereitet“, ist Busch vom Enthusiasmus der Bevölkerung begeistert. Bodenständig geht es auch bei den Läufern zu. Denn inzwischen wurde jegliche Art und Start- und Preisgeldern gestrichen. Schnelle Läufer aus Afrika, aber auch die nationale Elite fragen nach, nehmen das mit einem Aha zur Kenntnis – und kommen nicht. „Wir wollen für die Läufer der Region da sein. Und der Sieger soll auch aus der Region kommen“, sagt Mitorganisator Jörg Bunert.

Das war in den letzten beiden Jahren noch anders. Üppig war es in Duisburg nie, aber doch ausreichend, dass Richard Ngolepus 2011 kurzerhand an den Start ging und Samson Kosgei im vergangenen Jahr – und „mal eben“ als Sieger über die Ziellinie düsten. „Für solche Läufer ist Duisburg ein Trainingslauf.“

Gerade Magnus Kreth war alles andere als begeistert. An sich wäre er 2012 „an der Reihe“ gewesen, denn 2006, 2008 und 2010 holte sich der Läufer des ASV Duisburg den Gesamtsieg. „Er peilt in diesem Jahr seinen vierten Sieg an“, sagt Bunert – mit Verspätung sozusagen. Er geht mit der Nummer 2 an den Start, weil die „1“ für den Vorjahressieger reserviert ist – und daher nun frei bleibt. Am ehesten könnte Robert Jäkel aus Lintfort an ihn heranreichen. Bei den Frauen ist Antje Möller, ebenfalls vom ASV, die Siegerin von 2005, 2006 und 2010 die Topfavoritin.

Zwei Drittel der Starter gehen über die Halbdistanz

Im Halbmarathon ist das Rennen bei den Männern mit den Favoriten Muharrem Yilmaz, Stefan Losch, Jörg Mentzen (alle Essen) und Thorsten Kwekkeboom (Alpen) deutlich offener. Bei den Frauen ist Silke Niehuis (Essen) die wahrscheinlichste Siegerin. Ohnehin wird der mit Abstand größte Teil – rund zwei Drittel – der insgesamt wohl über 6000 Teilnehmer über die Halbdistanz an den Start gehen. Dazu kommen noch die Inliner, der Staffelmarathon – erstmals mit einer dreistelligen Zahl – die Schülerläufer (schon am Freitag; Ekiden am Sonntag) und die Handbiker an den Start gehen – Letztere zwar in kleiner, dafür aber in Topbesetzung. Denn mit Vico Merklein startet der Silbermedaillengewinner der Paralympics von London 2012 erneut in Duisburg. Er hält auch den Weltrekord mit 1:00,03 Stunden. Teilweise flitzen die Rennrollis mit über 70 Stundenkilometern über die Piste. Echter Leistungssport eben.

Die Starts am Sonntag auf der Bertaallee: Handbiker (7.55 Uhr, keine Sollzeit); Inliner (8 Uhr, Sollzeit 2:30 Stunden); Halbmarathon (9 Uhr, Sollzeit 2:45 Stunden); Ekiden (9.18 Uhr, keine Sollzeit); Marathon (9.20 Uhr, Sollzeit 5:30 Stunden), Staffeln (9.40 Uhr, Sollzeit 5 Stunden).

Rhein-Ruhr-Marathon